Neue Hetzjagd auf Erika Steinbach

GiNN-BerlinKontor.—Erika STEINBACH, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV),, zieht sich aus der CDU-Führung zurück. “Ich werde nicht mehr erneut für den Parteivorstand kandidieren”,  sagte sie in DIE WELT (10.09.).  Sie hätte dort – so Steinbach -  “nur noch eine Alibi-Funktion, die ich nicht mehr wahrnehmen möchte. Ich stehe dort für das Konservative, aber ich stehe immer mehr allein”, betonte die CDU-Politikerin. Ihre Partei – die CDU -  habe sich stets als einzige Kraft den Vertriebenen angenommen.  Die Debatte um die Stiftung “Flucht, Vertreibung, Versöhnung” habe sie jedoch desillusioniert: Der Weg zu dieser Stiftung   sei “extrem hart” gewesen.  Steinbach warnte ihre Partei: “Meine CDU ist nicht auf einem guten Weg. Denn mit Anpassung zieht man keine Wähler an”.

Erika Steinbach hatte vor ihren Partei”freunden” auf die historisch korrekte Tatsache hingewiesen, dass Polen bereits im März 1939 die Mobilmachung angeordnet hatte, was so ausgelegt wurde, sie habe die Kriegsschuld Hitler-Deutschlands in Frage stellen wollen.  Sie hatte darauf hingewiesen.  dass Polen  Monate vor dem deutschen Überfalll  mobil gemacht habe und das sei “ein Faktum”. Obwohl sSteinbach offensichtlich  keinen Zweifel daran liess, dass Nazi-Deutschland den Kriegsausbruch provoziert hat, wurde sie scharf kritisiert.

Erika Steinbach hat – wie gesagt – auf eine historische Tatsache hingewiesen: Polen hat am 23. März 1939  nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die “Rest-Tschechei”  eine Mobilmachung  angeordnet. Die Tschechoslowakei  hatte im  “Münchner Abkommen”   das Sudetengebiet  an Deutschland abtreten müssen. Polen annektierte laut Münchner Abkommen sogar das Olsa-Gebiet. Der Einmarsch deutscher Truppen in Polen erfolgte am 1. September 1939. Dies löste den Zweiten Weltkrieg aus.

Der  französische Botschafter Robert COULONDRE in Berlin  – seit dem 02.11.1938 im Amt — schreibt in seinen Erinnerungen, die  “Friedensvorschläge”,  die Frankreichs Präsident  Edouard DALLADIER in Warschau unterbreitet habe, seien von der polnischen Regierung zurückgewiesen worden.  Die Polen – so Coulondre – hätten vielmehr “die deutsche Minderheit in denkbar schlimmer weise mißhandelt.”  Zu alledem habe  “die polnische Regierung  auch noch die allgemeine Mobilmachung angeordnet  und läßt auf deutsche Flugzeuge schiessen, die den Korridor (nach Danzig) überquerten.”  Eine solche Handlungsweise sei “unerträglich”.

Vermutlich bezog sich Steinbach auf diese Aufzeichnungen Coulondres. Es ist und bleibt jedoch eine historiche Tatsache, dass Hitler den Krieg gegen Polen provozierte. Darüber liess auch die BdV-Präsidentin Erika Steinbach keinen Zweifel.

Polens Botschafter in Berlin, Marek PRAWDA, erklärte, auch der NS-Propaganda sei es  darum gegangen, “die Kriegsschuld auf andere zu schieben”, sagte der Diplomat der Passauer Neuen Presse.

Thomas OPPERMANN, Parlamentarischerr Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, wetterte:”Wer so unsensibel revisionistische Thesen verteidigt wie sie, ist nicht geeignet, in wichtigen menschenrechtlichen und historischen Fragen sachgemäß zu urteilen”, sagte er im Spiegel Online.. Erika Steinbach sei eine  “Giftmischerin für die deutsch-polnische Aussöhnung”.

Wir meinen: Man sollte diese erneute Hetzjagd unterlassen und in die Zukunft blicken.

Ein Gedanke zu “Neue Hetzjagd auf Erika Steinbach

  1. • Hamburg, den 17.09. .2010

    Steinbach steinigt die Geschichte..
    Frau Steinbach und andere Ostland – Reiter, ignorieren, dass von 1772 – 1793 Polen durch Preußen – Rußland und Oestereich von der Landkarte ausradiert wurde. In Berlin, Moskau und Wien saßen drei deutsche Herrscher, die Polen beseitigten. Frau Stenbachs Geschichtsbild geht immer noch von den drei Teilungen Polens aus. Bei ihren Äußerungen zu Polen, erkenne ich nicht, dass der Staat Polen vor 1772 wieder erstehen musste. Es liegt nahe, anzunehmen, dass Frau Steinbach und Ihre Ostideologen noch immer die Teilung Polens anerkennen und von dieser politischen Maxime ihre Politik ableiten..
    Ich erinnere daran, dass Danzig und das Ermland bis 1772 nicht zum Deutschen Reich gehörten, ebenso auch nicht Preußen östlich der Oder. Ostpreußen kam erst 1881, als Teil Preußens zum neuen Deutschen Kaiserreich. Die Geschichte interessiert die Steinbachs- Kohorte nicht,

    Mit ihrem Hinweis, dass Polen im Frühjahr Mobilgemacht hatte, unterschlägt sie, dass es eine Teilmobilmachung war, eine Vorsichtsmanahme, gegen einen möglichen Überfall auf Danzig.
    Die Besetzung der Tcheches- Slowakei, des Memellandes, der Anschluss Öestereichs, deuteten daraufhin, dass Hitler und seine Vasalen mit Polen ebenso brutal verfahren würde.
    Polen hatte für einen Angriffskrieg keine Chance. Ein 25 Millionen Volk, dass schlecht gerüstet war- konnte gegen 75-80 Millionen Deutsche, mit ihrer modernen Armee und den paramilitärischen Verbänden keinen Krieg wagen, zumal es eine Rundumverteidigung durchhalten musste. Auch das wird niemals erwähnt. Im Osten lauerten Litauen und die Sowjetunion, im Süden die Tschechen und Oesterreich, Im Nordosten war Finnland ein Partner Hitlers, Auf keinem Wege durch Europa konnte Nachschub nach Polen transportiert werden. Die Deutsche Kriegsmarine war mit den schweren Kreuzern, den Zersörern und U-Booten in der Lage die Ostsee zu blockieren. Das halbe dutzend polnische Kriegsschiffe war nicht in der Lage die Seewege freizuhalten.
    Diese Zusammenhänge werden in den Diskussionen kaum berührt.
    Gerhard Jeske
    weitere Beiträge, einfach bei Google aufmachen: Gerhard Jeske oder gerhard Jeske Danzig

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