Bundesbank-Prognose Bundesbank Projection

GiNN-BerlinKontor.–-Die deutsche Wirtschaft sieht sich gegenwärtig in einem schwierigen Umfeld. Dennoch erwartet die Deutsche Bundesbank in ihrer neuen Prognose für die Jahre 2012 und 2013 eine Fortsetzung des Aufschwungs. Dabei wird die Konjunktur hierzulande derzeit von drei Faktoren bestimmt. So leidet die Nachfrage nach deutschen Produkten aus dem EURO-Raum einerseits unter der An-passungsrezession in einigen Partnerländern. Demgegenüber hat jedoch die globale Konjunktur wieder Tritt gefasst. Außerdem geben die gute Arbeits-marktverfassung und die sehr vorteilhaften Finanzierungsbedingungen der Binnennachfrage wichtige Impulse. Bundesbankpräsident Jens WEIDMANN erklärte zur neuen Prognose: „Ich gehe davon aus, dass die expansiven Kräfte die Oberhand behalten, wenn die Staatsschuldenkrise im EURO-Gebiet nicht eskaliert. Alles in allem stellt sich das Konjunkturbild in Deutschland deutlich günstiger dar als in den meisten anderen europäischen Volkswirtschaften.“

Gesamtwirtschaftliche Produktion
Vor diesem Hintergrund erwartet die Bundesbank im Rahmen ihrer halbjährlichen Prognose für das laufende Jahr einen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,0%. Dabei dürfte sich im Jahresverlauf die konjunkturelle Dynamik angesichts einer immer noch soliden Weltwirtschaft und der sehr vorteilhaften Finanzierungsbedingungen verstärken. Im Jahr 2013 wäre dann eine Zunahme des realen BIP um 1,6% möglich.

Arbeitsmarkt
Die Bundesbank rechnet damit, dass sich der günstige Arbeitsmarkttrend grundsätzlich fortsetzt. Allerdings dürfte das Tempo der Beschäftigungsexpan-sion nachlassen und der Rückgang der Arbeitslosigkeit dahinter zurückbleiben. Im Durchschnitt des laufenden Jahres ist mit 2,8 Millionen registrierten Arbeits-losen in Deutschland zu rechnen, was einer Arbeitslosenquote von 6,7% entsprechen würde. Im kommenden Jahr könnte die Quote auf 6,5% zurückgehen.

Preisentwicklung
Im Prognosezeitraum dürfte der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland nachlassen. So ist 2012 und 2013 eine jahresdurchschnittliche Preissteige-rungsrate von 2,1% bzw. 1,6% möglich. Dahinter stehen die Annahme einer nur noch begrenzten Verteuerung von Energieträgern sowie ein lediglich mo-derat zunehmender binnenwirtschaftlicher Preisdruck.

Risikobeurteilung
Die Risiken für diese Prognose sind überwiegend externer Natur. Käme zu der bereits in der Schätzung berücksichtigten schwächeren Entwicklung im Euro- Raum ein spürbarer konjunktureller Dämpfer in Drittländern hinzu, könnte dies die deutsche Volkswirtschaft empfindlich treffen. Erhebliche Unsicherheit geht angesichts der politischen Situation in Griechenland und wegen der Probleme des spanischen Bankensektors auch von der weiteren Entwicklung der Staats-schuldenkrise im Euro-Raum aus.
Insgesamt ist festzustellen, dass diese Prognose einem außergewöhnlich ho-hen Ausmaß an Unsicherheit und Risiken unterliegt. Bundesbankpräsident Weidmann sieht allerdings keineswegs nur Abwärtsrisiken: „Wenn sich die Verunsicherung schneller legt als wir das im Basisszenario erwarten, dann könnten die sehr vorteilhaften Finanzierungsbedingungen auch eine stärkere expansive Wirkung auf die Binnenwirtschaft entfalten.“ (Quelle: bundesbank.de)

 
New Bundesbank projection: German economy in a difficult environment
The German economy is currently in a difficult environment. Nevertheless, in its new projection for 2012 and 2013, the Deutsche Bundesbank expects the upturn to continue. At present, the German economy is mainly being influenced by three factors. Firstly, demand for German products from within the euro area is suffering as a result of the adjustment recession in some euro-area countries. Secondly, the world economy has regained its footing. Thirdly, good labour market conditions and very favourable financing conditions are generat-ing important stimuli for domestic demand. Jens Weidmann, President of the Bundesbank, has commented on the new projection as follows: “Provided that the sovereign debt crisis in the euro area does not escalate, I assume that ex-pansionary forces will keep the upper hand. All in all, the economic picture in Germany is much more favourable than in most other European economies.”

Macroeconomic output
In its half-yearly projection, the Bundesbank therefore expects price-adjusted gross domestic product (GDP) to rise by 1.0% in 2012. Economic activity is likely to gain momentum over the course of 2012 in view of the still-sound state of the world economy and very favourable financing conditions. Real GDP could then grow by 1.6% in 2013.

Labour market
The Bundesbank anticipates that the positive labour market trend will essen-tially continue. However, growth in employment will probably lose pace. The of-ficial unemployment figure is likely to average 2.8 million for 2012, which would correspond to an unemployment rate of 6.7%. The rate could decline to 6.5% in 2013.

Price developments
Consumer price inflation in Germany will probably slow down in the forecast period. The average annual inflation rate could thus be 2.1% in 2012 and 1.6% in 2013, based on the assumption that energy prices will see a merely limited rise and domestic price pressures will increase only moderately.

Risk assessment
The risks to this projection are mostly external. If the weaker activity in the euro area – which is already included in the estimate – were to be compounded by a perceptible dampening of economic activity in non-euro-area countries, this could have a severe impact on the German economy. In view of the political situation in Greece and the problems in the Spanish banking sector, further developments in the euro-area sovereign debt crisis are another source of considerable uncertainty.
All in all, this projection is therefore subject to exceptionally high uncertainty and risk. However, by no account does President Weidmann see only down-side risks: “If confidence is restored more quickly than we assume in the base-line scenario, the very advantageous financing conditions could also have a stronger expansionary effect on the German economy.” (Deutsche Bundesbank -Communications Department)

Ein Gedanke zu “Bundesbank-Prognose Bundesbank Projection

  1. “Dass Schuldenaufnahmen nur möglich sind, wenn ein anderer Geld übrig hat und zum Verleih bereit ist, kann als bekannt vorausgesetzt werden (nur nicht bei denen, die an das Hirngespinst einer “Geldschöpfung der Geschäftsbanken” glauben). Weniger bekannt ist dagegen, dass die leihweise Aufnahme solcher überschüssiger Geldmittel nicht nur möglich, sondern in jeder Volkswirtschaft zwingend notwendig ist! Denn ohne die Rückführung über Kredite in den Kreislauf würden sie als Kaufkraft in der Wirtschaft fehlen. Als Folge käme es zu Unterbrechungen des Geldumlaufs und damit, in Höhe der Ersparnis, zu Nachfrageausfällen.
    …Normalerweise werden solche Ersparnisbildungen durch die Kreditaufnahmen anderer Wirtschaftsteilnehmer geschlossen, vor allem über Investitionen der Unternehmen. Gehen jedoch die Ersparnisbildungen über deren Bedarf hinaus, dann versucht man – nicht zuletzt durch exzessive Ausweitungen der Werbung – die Privathaushalte zum Kauf auf Pump anzuregen, wie das bereits in den 1960er Jahren zunehmend der Fall war. Da aber auch dieser Ausweg seine Grenzen hatte und die Geldvermögen immer rascher zunahmen, blieb schließlich nur noch der Staat zur Schließung des Kreislaufs übrig.
    …Die Staaten sind also, nach den Gesetzmäßigkeiten unseres heutigen Geldsystems, in Fällen überschüssiger Ersparnisbildungen zur Ausweitung ihrer Schulden gewissermaßen gezwungen. Und das heißt im Umkehrschluss, dass die Staaten in unseren Tagen ihre Schuldenaufnahmen nur dann abbremsen oder gar herunterfahren können, wenn Unternehmen oder Privathaushalte ihre Kreditaufnahmen ausweiten würden. Geschieht dies nicht im ausreichenden Umfang, dann versuchen die Besitzer dieser weiter wachsenden Vermögensmassen schließlich, ihre Gewinne über fragwürdige Finanzanlagen und Spekulationsgeschäfte hereinzuholen. Welche Folgen das wiederum hat, haben wir in den letzten zehn Jahren erlebt. Daraus ergibt sich, dass ein wirkungsvolles und unproblematisches Abbremsen der ständig wachsenden Schulden nur dann möglich wäre, wenn dies bei den Geldvermögen vorausgehen würde. Und das heißt wiederum, wenn man jenen Vermehrungs-Automatismus dieser Geldvermögen, der aus dem Zins- und Zinseszins-Effekt resultiert, anstatt der Schuldenzunahme abbremsen würde. Ein Abbau, der sich automatisch einstellt, wenn man, über einen geregelten Umlauf des Geldes, für ein marktgerechtes Absinken der Zinssätze und – in gesättigten Volkswirtschaften – deren Pendeln um die Nullmarke sorgt.”

    Helmut Creutz (aus HUMANE WIRTSCHAFT 02/2012)

    Das Totalversagen des Begriffsvermögens vorgeblich “Erwachsener” bezüglich einfacher volkswirtschaftlicher Zusammenhänge, die schon 12-jährige Schulkinder verstehen (wenn sie dafür von verdummten Lehrern keine schlechten Noten bekämen), nennt sich Religion (Rückbindung auf künstliche Archetypen, unabhängig von “Glaube” oder “Unglaube”):

    http://www.deweles.de/intro.html

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