Netto-Emissionen am deutschen Rentenmarkt

GiNN-BerlinKontor.—Wie die Deutsche Bundesbank mitteilt, sind die Absatz- und Erwerbszahlen am deutschen Rentenmarkt  im Berichtsmonat Oktober maßgeblich gepraegt durch die Gründung der FMS Wertpapiermanagement (FMSW). Diese ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts innerhalb der Bundesanstalt füer Finanzmarktstabilisierung (FMSA). Sie hat Risikopositionen der Hypo Real Estate Group (HRE) übernommen und wickelt diese ab. Dabei kam es im Zuge der Abspaltung einzelner Geschaeftsbereiche zu einem außergewöhnlich hohen Nettoabsatz und ­erwerb von Schuldverschreibungen am deutschen Kapitalmarkt.

Das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt belief sich im Berichtsmonat auf brutto 123,8 Mrd € (Vormonat: 121,1 Mrd €). Trotz Tilgungen in ähnlicher Größenordnung erhöhte sich der Umlauf heimischer Rentenwerte um 111,3 Mrd €. Ausschlaggebend für die Zunahme war ein Schuldnerwechsel im Rahmen der oben genannten Abspaltung, der sich statistisch als eine Verringerung der Eigenbestände eines Emittenten niederschlägt.

Zugleich wurden bei der Gründung der FMSW in beträchtlichem Umfang Vermögenswerte aus dem Ausland nach Deutschland übertragen, wodurch der Absatz ausländischer Schuldverschreibungen hierzulande rechnerisch ebenfalls sprunghaft zunahm. Insgesamt wurden Papiere ausländischer Provenienz im Volumen von 125,0 Mrd € am deutschen Rentenmarkt platziert. Im Ergebnis stieg der Umlauf an Renten­papieren in Deutschland damit um 236,3 Mrd €.

Der Umlauf von Schuldverschreibungen heimischer Kreditinstitute erhöhte sich im Oktober um 97,3 Mrd €. Ausschlaggebend hierfür war die oben erwähnte Verringerung von Eigenbeständen, und zwar bei Sonstigen Bankschuldverschreibungen. Netto betrachtet stieg das ausstehende Volumen dieser Papiere um 104,4 Mrd €. Hypothekenpfandbriefe wurden per saldo für 0,7 Mrd € am Markt abgesetzt. Hingegen wurden Schuldverschreibungen von Spezial­kreditinstituten sowie Öffentliche Pfandbriefe netto getilgt (5,5 Mrd € bzw. 2,3 Mrd €).

Die öffentliche Hand nahm den Kapitalmarkt im Oktober mit 8,6 Mrd € in Anspruch. Davon entfielen 6,9 Mrd € auf den Bund. In dem Saldo enthalten ist ein hoher Emissionsbetrag, der auf den Mittelbedarf der FMSW, die statistisch dem öffentlichen Sektor zugerechnet wird, zurückzuführen ist. Zudem hat der Bund im Ergebnis vorwiegend zweijährige Schatzanweisungen (4,9 Mrd €) und zehnjährige Anleihen (4,7 Mrd €) sowie in geringem Umfang auch Bubills (0,5 Mrd €) abgesetzt. Hingegen wurden Bundesobligationen und 30-jährige Anleihen per saldo für 16,5 Mrd € beziehungsweise 0,4 Mrd € getilgt. Die Laender nahmen den Kapitalmarkt im Berichtsmonat mit netto 1,7 Mrd € in Anspruch.

Inländische Unternehmen begaben im Berichtsmonat Anleihen in Höhe von 5,4 Mrd €, im Vergleich zu 0,6 Mrd € im September. Dabei handelte es sich größtenteils um Papiere mit einer Laufzeit von über einem Jahr.

Spiegelbildlich zur Absatzseite zeigen sich die Transaktionen im Zusammenhang mit der FMSW auch auf der Erwerbsseite. Heimische Kreditinstitute erwarben im Oktober Rentenpapiere im Wert von 80,9 Mrd €. Dabei handelte es sich per saldo ausschließlich um inländische Titel, zu denen auch die vom Schuldnerwechsel betroffenen Papiere zählen. Im Ergebnis traten aber vor allem inländische Nichtbanken, darunter die FMSW, in Erscheinung. Insgesamt erwarben sie Schuldverschreibungen fuer 155,9 Mrd €. Ausländische Investoren trennten sich hingegen von hiesigen Rentenwerten in Höhe von 0,5 Mrd €.

Am deutschen Aktienmarkt haben inländische Gesellschaften im Berichtsmonat junge Aktien für 10,8 Mrd € begeben; dabei handelte es sich vor allem um börsennotierte Unternehmen. Der Umlauf ausländischer Aktien am deutschen Markt stieg ebenfalls, und zwar um 3,1 Mrd €. Erworben wurden Dividendentitel netto in erster Linie von inländischen Nichtbanken (8,0 Mrd €), in geringerem Umfang auch von ausländischen Investoren und heimischen Kreditinstituten (3,3 Mrd € bzw. 2,7 Mrd €).

Inländische Investmentfonds haben im Oktober Anteilscheine für netto 7,4 Mrd € am Markt abgesetzt (Vormonat: 6,9 Mrd €). Neue Mittel flossen im Ergebnis ausschließlich den institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds zu (7,7 Mrd €), während Publikumsfonds leichte Mittelabflüsse verzeichneten (0,2 Mrd €). Unter diesen nahmen vor allem Rentenfonds Anteilscheine zurück (1,7 Mrd €), in geringerem Umfang auch Offene Immobilienfonds und Geldmarktfonds (0,3 Mrd € bzw. 0,1 Mrd €).

Hingegen konnten Aktienfonds und Gemischte Wertpapierfonds (je 0,8 Mrd €) sowie Gemischte Fonds (0,2 Mrd €) neue Anteile platzieren. Am deutschen Markt vertriebene ausländische Fonds setzten im Berichtsmonat Anteile für 2,6 Mrd € ab. Auf der Erwerberseite traten im Ergebnis weit überwiegend inländische Nichtbanken in Erscheinung, welche Anteilscheine für 9,1 Mrd € in ihr Portfolio aufnahmen. Heimische Kreditinstitute und ausländische Investoren erwarben Fondsanteile fuer 0,6 Mrd € beziehungsweise 0,4 Mrd €. (Deutsche Bundesbank)

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