NATO ist 60 Jahre alt

GiNN-BerlinKontor.—Zur 60. Jubiläumsfeier haben sich am 04.04. die nunmehr 28 Mitglieder der North Atlantic Treaty Organization (NATO) an der Grenze zwischen der deutschen Stadt Kehl und dem französischen Straßburg eingefunden.  Die Staats- und Regierungschefs – an der Spitze US-Präsident Barack H. OBAMA -  wurden von Bundeskanzlerin Angela MERKEL und Frankreichs Staatspräsident Nicolas SARKOZY in der Mitte der  “Brücke der beiden Ufer” ( “Passerelle des deux Rives”) empfangen.

Frankreich  ist nach 43 Jahren in die integrierte Militärstruktur der NATO zurückgekehrt.  Präsident Charles de Gaulle hatte sein Land als Atommacht 1966 von der Vollmitgliedschaft abgemeldet, um die Unabhängigkeit von den USA zu demonstrieren.

Frankreichs Präsident Sarkozy erklärte zu Beginn der Konfernz, die NATO sei  “eine Organisation im Dienste des Friedens”.  Die Tatsache, dass Deutschland und Frankreich  die NATO-Mitglieder “heute gemeinsam willkommen heißen, ist ein  eindeutiger Beleg  für diesen Willen nach Frieden”.  Frankreich fühle sich als “Teil der Familie, als Freund und Verbündeter”. Man könne sich “auf Frankreich verlassen und Frankreich weiß, dasses sich auf das Bündnis verlassen kann”, betonte Sarkozy, der die Notwendigkeit eines neuen Allianzkonzeptes für das 21. Jahrhundert unterstrich.

Der französische Staatschef begrüßte ausdrücklich die neue Afghanistan-Strategie der Obama-Regierung.   In Afghanistan entscheide sich  “ein Teil der Freiheit der Welt”. Die USA brauchten starke Verbündete und Europa werde  “ein wichtiger noch stärkerer Pfeiler der Allianz sein”, so Sarkozy.

Bundeskanzlerin Angela MERKEL erinnerte an die  “Erbfeindschaft”, die von Generation zu Generation weitergeben worden sei und an die endliche Ausssöhnujng zwischen Deutschland und Frankreich. Staatsmänner beider Völker hätten  “die Lehren aus den beiden Weltkriegentgezogen”, sagte Merkel.  Freundschaft sei die einzige Alternative – “innerhalb eder europäischen Gemeinschaft und innerhalb der transatlantischen Gemeinschaft”.  Die Kanzlerin Merkel begrüßte ausdrücklich die Rückkehr Frankreichs in die Kommandostruktur der NATO.  Frankreich  sei nunmehr wieder “vollwertiges Mitglied”  des Bündnisses.  Dies sei gut für die transatlantische Allianz und gut für Europa.  Sie dankte Sarkozy für die “Einladung” der deutsch-französischen Brigade nach Frankreich, die bisher auf deutschen Boden stationiert war und nun auch auf französischem Boden kaserniert wird.

US-Präsident Barack H. OBAMA hatte zuvor erklärt: “Während wir feierlich diesen wichtigen Meilenstein für die NATO begehen, werden wir daran erinnert, dass es nicht nur die unmittelbaren gemeinsamen Bestrebungen in Afghanistan gibt, die verstärkt und effizienter werden müssen, sondern auch, dass wir einen strategischen Rahmen für die Zukunft der NATO benötigen.

Dies ist das erfolgreichste Bündnis in der modernen Geschichte, ein Bündnis, das so effektiv ist, dass wir niemals kämpfen mussten. Diese Art der Weitsicht, die hier umgesetzt wurde, diese Art der Vorstellungskraft muss an die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, denen wir uns stellen müssen, angepasst werden – nicht nur in Afghanistan, sondern bei einer Reihe von anderen Krisenherden und Herausforderungen, und wir müssen herausfinden, wie die Rolle der NATO und wie die Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union dabei aussieht, ob es sich um den Klimawandel, Armut oder darum handelt, Frieden in Regionen zu bringen, die über einen langen Zeitraum hinweg nur Konflikt kannten. In allen diesen Bereichen werden die Zusammenarbeit und die Führungsrolle unserer beiden Länder von entscheidender Bedeutung sein.

Wir betrachten den Frieden eines geeinten Europas heute als selbstverständlich, aber jahrhundertelang wurde Straßburg von den sich bekriegenden Nationen dieses Kontinents angegriffen, besetzt und beansprucht. Heute ist der Sitz des Europäischen Parlaments und des Europarats in dieser Stadt Symbol für ein geeintes, friedliches und freies Europa.

Wir betrachten diesen Frieden und Wohlstand als etwas Selbstverständliches, aber das Ziel wurde nicht einfach erreicht, und es war auch nicht vorherbestimmt. Die Gebäude, die heute lebendige Erinnerungen an die europäische Einheit sind, entstanden nicht aus einfachen Entwürfen. Sie entstanden aus dem Blut der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der Entschlossenheit der zweiten. Männer und Frauen mussten die Fantasie besitzen, sich eine bessere Zukunft vorzustellen, sowie den Mut, sie zu ergreifen. Europäer und Amerikaner benötigten gemeinsame Zielsetzungen, um zueinander zu finden, sowie Geduld und Ausdauer, um einen langen dunklen Kampf durchzustehen. (AD)

Dänemarks Ministerpräsident Anders Fogh RASMUSSEN wird neuer Generalsekretär der NATO.  Nach anfänglicher Ablehnung des Dänen stimmte schließlich auch die Türkei der Ernennung zu.  Rasmussen wird am 1. August 2009 den Niederländer Jaap DE HOOP SCHEFFER ablösen.

Die Staats- und Regierungschefs gedachten zu Beginn der politischen Gespräche der gefallenen und verwundeten NATO-Soldaten.  Seit 2001 sind allein in Afghanistan   bisher über 1000 internationale Soldaten gefallen.


Das grosse NATO-Treffen fand unter höchster Sicherheitsstufe statt. Auf Anforderung Deutschlands wurde der Luftraum über Baden-Baden, Kehl und Strasbourg von AWACS-Flugzeugen der  NATO Airborne Early Warning and Control Force überwacht.

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