Nationales Forum Diesel

GiNN-BerlinKontor.—Der Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) teilt mit: “Die Automobilindustrie ist sich mit der Politik einig in dem Ziel, die Luftqualität weiter zu verbessern. Fahrverbote können und müssen in Deutschland vermieden werden. Die Hersteller im VDA sagen eine umfassende und zügige Nachrüstung von über € 5 Millionen Diesel-Pkw in Deutschland zu. Darüber hinaus werden sich unsere Hersteller am geplanten Fonds ‘Nachhaltige Mobilität für die Stadt’ beteiligen.

VDA: ” Wir haben gemeinsam mit der Bundesregierung und den Ländern den Ehrgeiz, dass Deutschland das Land zukunftsfähiger und nachhaltiger Mobilität ist und bleibt. Der VDA plädiert zugleich für eine Versachlichung der Debatte. Denn neben berechtigten Fragen und Kritikpunkten werden zunehmend pauschale Vorwürfe gegenüber der Dieseltechnologie und der Industrie formuliert.

Die Automobilindustrie ist sich bewusst, dass sie erheblich an Vertrauen verloren hat. Wir müssen und werden daran arbeiten, dieses Vertrauen wiederzugewinnen. Das ist ein Kernanliegen der Branche im eigenen Interesse, im Interesse unserer Kunden und Beschäftigten sowie im Interesse unseres Landes.

Die deutschen Automobilhersteller und Zulieferer sind global aktiv und erfolgreich. Wir sind diesem Land besonders verpflichtet. Das Beschäftigungsniveau in unserer Branche befindet sich mit über 817.000 Stammbeschäftigten auf einem 25-Jahres-Hoch. Unsere hohe Wertschöpfung trägt entscheidend zu Wohlstand und sozialer Sicherheit in Deutschland bei. Unsere Produkte sind weltweit gefragt und anerkannt. Noch nie in ihrer Geschichte haben die im VDA organisierten Hersteller mehr Pkw produziert als 2016 (15,8 Mio. Pkw weltweit, davon 5,7 Mio. in Deutschland).

Deutsche Pkw-Hersteller bieten an, freiwillig einen Großteil ihrer Euro-5- und teilweise Euro-6-Diesel-Pkw über Software-Updates nachzurüsten. Ziel dieser Initiative ist die durchschnittliche Stickoxidreduzierung von 2530 % der nachgerüsteten Fahrzeuge. Das ist ein wesentlicher Beitrag für eine bessere Luftqualität. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass damit die Schadstoffbelastung mindestens genauso stark reduziert werden kann wie durch Fahrverbote.

Einschließlich der von Volkswagen in den vergangenen Monaten bereits verbesserten 2,5 Mio. Diesel-Pkw können damit allein in Deutschland mehr als 5 Mio. Fahrzeuge auf ein deutlich besseres Emissionsniveau gebracht werden. Die Nachrüstung wird unmittelbar nach Freigabe durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auf Basis der erreichbaren Pkw von den Unternehmen BMW, Daimler, Opel und Volkswagen durchgeführt.

Die Hersteller sagen zu, dass durch die Nachrüstung keine Kosten für die Halter entstehen und darüber hinaus die Nachrüstung keinen Einfluss auf Motorleistung, Verbrauch oder Lebensdauer haben wird. Möglich wird diese Maßnahme durch die technischen Fortschritte bei Abgasnachbehandlung und Motorsteuerung, die erst in den letzten Jahren erarbeitet wurden. Dieser Beitrag der deutschen Hersteller ist einzigartig in Europa und weltweit.

Darüber hinaus werden die deutschen Hersteller herstellerspezifische Vertriebsmaßnahmen ergreifen, um die Flottenerneuerung mit Blick auf ältere Diesel mit Nachdruck anzugehen.”

Die Bundesregierung verspricht, die Abgaskontrollen zu verschärfen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) soll “regelmäßig” Autos überprüfen, die schon zugelassen sind. Auch Nachrüstungen sollen kontrolliert werden. Das KBA soll einen Verbraucherbeirat bekommen, der sich um die Belange der Verbraucher kümmert.

Vier Expertenrunden sollen die beschlossenen Maßnahmen nun konkretisieren. Im Einzelnen beschäftigen sie sich mit den Themen Emissionsreduzierung der aktuellen Fahrzeugflotte, einer besseren Verkehrslenkung, den Umstieg von öffentlichen Fahrzeugflotten auf umweltfreundlichere Modelle sowie der Optimierung von Antriebstechnologien und alternativen Kraftstoffen.

Bundesumweltministerin Barbara HENDRICKS (SPD) begrüßte die Vereinbarungen, mahnte aber gleichzeitig weitere Maßnahmen an: “Natürlich reicht das am 02.08.17 erzielte Ergebnis am Ende noch nicht aus.” Die Bundesregierung werde “alles Mögliche tun, um Fahrverbote zu vermeiden”, versicherte sie. Ob das am Ende gelinge, werde auch von der Umsetzung der nun beschlossenen und weitergehenden Maßnahmen abhängen.

Bundesverkehrsminister Alexander DOBRINDT (CSU)  sieht nach dem Diesel-Gipfel mit der Autobranche „eines sinnvolle Basis“ für eine schnelle Reduzierung von Emissionen: „Das erzielte Ergebnis ist richtig und gut“, sagte Dobrindt. Neben der zugesagten Software-Umrüstung von 5,3 Millionen Autos würden sich die deutschen Hersteller an einem Bundes-Fonds für umweltfreundlichere Mobilität in Städten beteiligen. Der Bund werde zudem seine Förderung für die Umrüstung von Bussen und Taxis sowie für Radwege erhöhen. (Quellen: vda.de/bundesregierung.de)

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