Moskau stoppt Pipeline-Bau

GiNN-BerlinKontor.—Russlands Präsident Wladimir W. PUTIN hat am 1. Dezember 2014 den Bau der Erdgas-Pipeline South Stream bei seinem Staatsbesuch in Ankara/Türkei gestoppt. Als Grund nannte der Kremlchef die “Blockadehaltung Bulgariens und der EU”. Die South Stream Pipeline sollte Gas - unter Umgehung des Territoriums der Ukraine – nach Europa gepumpt werden.

Mit dem Projekt South Stream unter Federführung des russischen Erdgasproduzenten OAO Gazprom sollten bereits ab 2015 rund 38 Millionen Haushalte in Südost- und Südeuropa mit Erdgas versorgt weeden, so der Plan. Der bestand aus drei Komponenten: dem Ausbau der Transportkapazitäten in Russland bis zur Schwarzmeer-Küste bei Anapa, den Bau von vier parallel verlaufenden Erdgasleitungen durch das Schwarze Meer, sowie dem Weiterbau der Pipeline onshore von Varna/Bulgarien durch Südost- nach Südeuropa.

Von deutscher Seite erhielt WINTERSHALL  mit OAO Gazprom eine Beteiligung von 15 % an der Projektgesellschaft zur Entwicklung des Offshore-Teils der South Stream, die Russland durch das Schwarze Meer mit den EU- Mitgliedsstatten “verbinden” solte. Beteilt wurden zudem die italienische ENI (20%) sowie die französische EdF (15%). Auch der deutsche Röhrenhersteller Salzgitter wäre betroffen.

Die einseitige Aufkündigung des Projekts soll nun am 09.12. 2014 besprochen werden, heißt es in Brüssel. Bei der EU spricht man von einer EU-Rechtsverletzung durch Moskau.

Durch die der Ukraine-Russland-Krise wurde das South-Stream-Projekt zu einem “Faustpfand” in den Hände Putins. Der beruft sich auf die Entscheidung Bulgariens im Juni 2014 , den Bau vorerst auszusetzen.

Ziel von GAZPROM ist es nach eigenem Bekunden, “die gesamte Wertschöpfungskette des Gasgeschäfts zu erschließen, neue Absatzkanäle für russisches Erdgas zu schaffen und damit die Rolle als global agierendes, weltweit führendes Energieunternehmen zu festigen.”

Insgesamt verfügt GAZPROM angeblich mit 35 Billionen Kubikmetern Erdgas über die weltweit größten Reserven. Allein im Jahr 2013 wurden rund 162.7 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Europa und die Türkei exportiert. Das entspricht rund 30 “Prozent des europäischen Gesamtverbrauchs.

Deutschland ist traditionell der größte ausländische Abnehmer. Jährlich liefert GAZPROM rund 40 Milliarden Kubikmeter Gas nach Deutschland, das sind rund 40 % der deutschen Erdgasimporte.

Blicken wir zurück: Bereits im Janur 2008 hatte Präsident Wladimir PUTIN mit Serbien und Bulgarien eine “strategische Partnerschaft” auf dem Energiesektor vereinbart. Der vom Kreml kontrollierte Energiekonzern “Gazprom” übernahm die Mehrheit am staatlichen serbischen Ölkonzern NIS. Moskau gab den Bau eines Nachpeichers im Norden Serbiens bekannt. bauen. Das Gas soll in Zukunft durch das Schwarze Meer über Bulgarien und Serbien “in Richtung Europäische Union” gepumpt werden. Zur Vertragsunterzeichnung waren auf Einladung Putins Serbiens Staatschef Boris TADIC und Premier Vojislav KOSTUNICA nach Moskau gereist.

Putin reagierte mit “South Stream“  politisch auf das geplante EU-Projekt “Nabucco”, durch das Gas vom Kaspischen Meer in Richtung Westen transportiert werden sollte. Der österreichische Energiekonzern OMV wollte mit der Nabucco-Pipeline vor allem Gasvorkommen im Iran für Europa zugänglich machen, was Moskau verärgerte. Das South Stream-Projekt sollte der “Todesstoß”  für ‘Nabucco werden. Das Nabucco West-Pipeline-Projekt wurde federführend vom österreichischen Mineralölkonzern OMV betrieben. Das Gas sollte von der türkisch-bulgarischen Grenze über Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Österreich geleitet werden – eine Strecke von 1.300 Kilometern. Der Plan wurde 2013 liquidiert.

.Mitte Dezember 2007 hatte sich Russland bereits das Transport-Monopol für Erdgas aus der Region rund ums Kaspische Meer gesichert. Mit Kasachstan und Turkmenistan vereinbarte Russland, dass “kaspisches Erdgas ausschließlich über Russland” die Region verlassen dürfe. (Quellen: Wintershall.de/ gazprom.com)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>