Moderater Wachstumskurs

GiNN-BerlinKontor.–-Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) teilt mit: Die deutsche Wirtschaft kommt nach einem schwachen Winterhalbjahr im neuen Jahr wieder auf Wachstumskurs. Die gesamtwirtschaftliche Leistung dürfte sich nach den vorliegenden Indikatoren im Jahresschlussquartal weiter erhöht haben. Das Bruttoinlandsprodukt für das Gesamtjahr 2013 wird aber aufgrund des schwachen vergangenen Winterhalbjahr nur wenig über dem des Vorjahres liegen. Das Wachstum wurde dabei von der Binnenkonjunktur getragen. Die Beschäftigung erreichte im abgelaufenen Jahr ein neues Rekordniveau. Im neuen Jahr dürfte sich die Konjunktur etwas beschleunigen. Hierauf deuten unter anderem die Stimmungsindikatoren hin, die sich im Verlauf des zweiten Halbjahres 2013 spürbar verbessert haben.

Das weltwirtschaftliche Umfeld hat sich im Verlauf des vergangenen Jahres merklich aufgehellt. Die Verunsicherung durch die Finanzkrise und die EURO-Schuldenkrise hat sich zurückgebildet. Zum Beispiel weist der Economic Policy Uncertainty Index vielerorts wieder Vorkrisenniveau auf, allerdings noch nicht für Europa als Ganzes. Gerade in Europa, aber auch in einigen Schwellenländern sind weiterhin strukturelle Herausforderungen zu bewältigen. Die notwendigen Anpassungsprozesse dämpfen bis auf Weiteres noch die wirtschaftliche Entwicklung.

Die Weltwirtschaft bleibt daher vorerst weniger dynamisch als vor der Krise. Für das Welt-BIP rechnet der IWF für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 3,6 % nach einem Zuwachs um 2,9 % im vergangenen Jahr. Die stärksten Impulse gehen dabei von den Industriestaaten aus.

Die US-Wirtschaft scheint inzwischen auf einem stabilen Wachstumspfad zu sein. Der EURO-Raum löst sich dagegen nur sehr zögerlich aus seiner Rezession. Frühindikatoren wie der globale Einkaufsmanagerindex oder der Frühindikator der OECD deuten jedoch sowohl für den EURO-Rau als auch für die Weltwirtschaft auf eine Fortsetzung der aktuellen Besserungstendenzen hin.

Die allmählich zunehmenden Impulse aus der Weltwirtschaft stärken die deutschen Warenexporte. Nach einer weiteren leichten Zunahme im November (+0,3 %) zeigt der Ausfuhrtrend in nominaler Rechnung derzeit wieder leicht nach oben. Die nominalen Einfuhren gingen im November dagegen zurück (-1,1 %) und setzten damit ihren seit Monaten anhaltenden Seitwärtstrend fort. Dämpfend auf die Importentwicklung wirkt dabei der Rückgang der Einfuhrpreise.

Die Handelsbilanz wies daher im November einen Überschuss von € 18,1 Milliarden aus, ein um € 1,2 Mrd. öheres Ergebnis als im Vorjahr. Die Leistungsbilanz schloss im November mit einem Überschuss von € 21,6 Mrd.  dies waren € 3,8 Mrd. mehr als vor einem Jahr.

Die Aussichten für die deutsche Exportwirtschaft bleiben positiv. Hierauf deuten sowohl die zunehmenden Auslandsbestellungen in der deutschen Industrie als auch die nach wie vor hohen Exporterwartungen der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe hin. Allerdings stellt sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im November rund drei Prozentpunkte ungünstiger dar als vor einem Jahr.

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im November nach einem schwachen Einstieg ins vierte Quartal recht kräftig um +1,9 % gestiegen. Die Industrieproduktion konnte deutlich um +3,1 % zulegen, vor allem im Bereich der Investitionsgüter (+5,1 %). Wichtige Branchen, wie der Maschinenbau und die Kfz-Industrie, steigerten ihre Produktion merklich. Zu einem Teil geht das gute November-Ergebnis allerdings auch auf einen Brückentageffekt im Oktober zurück. Insgesamt entwickelt sich die Industrieproduktion bisher eher verhalten. Es kann aber mit einer zunehmenden Belebung gerechnet werden.

Die Auftragseingänge sind im November um +2,1 % gestiegen und blieben im Trend klar aufwärtsgerichtet. Zudem blicken die Unternehmen optimistisch auf die kommenden Monate. Das Baugewerbe entwickelt sich dagegen unerwartet schwach. Im November ist die Produktionsleistung um -1,7 % zurückgegangen, der vierte Rückgang in Folge. Für das Schlussquartal ist daher mit einem negativen Ergebnis zu rechnen. Die Erwartungen haben sich in der Baubranche zuletzt aber weiter verbessert.

Der private Konsum wird in der aktuellen Aufschwungphase ein wichtiges Standbein der Konjunktur bleiben. Die Umsätze im Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) legten im November kräftig um 1,5 % zu, wobei sie sich in der Tendenz noch immer verhalten entwickeln. Im Kfz-Handel gibt es hingegen einen klaren Aufwärtstrend. Die Einzelhändler sind daher insgesamt zufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Lage und blicken in der Mehrheit zuversichtlich in die Zukunft. Zur guten Stimmung im Einzelhandel trägt die anhaltende Kauflaune der Haushalte bei.

Der robuste Arbeitsmarkt, verbraucherfreundliche Preise (Dezember: +1,4 %) und positive Konjunkturerwartungen schaffen ein konsumförderndes Umfeld. Das von der GfK prognostizierte Konsumklima stieg zuletzt auf den höchsten Wert seit 2007. Die Sparneigung erreichte angesichts niedriger Anlagezinsen ein neues Allzeit-Tief.

Der Arbeitsmarkt entwickelte sich zum Jahresende günstig. Saisonbereinigt setzte sich der Beschäftigungsaufbau spürbar fort, die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit ging anders als in den Monaten zuvor zurück. Dabei wurde die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Dezember durch eine etwas stärkere Entlastungswirkung der aktiven Arbeitsmarktpolitik unterstützt. Die Unterbeschäftigung hat sich kaum verändert. Nach den Ursprungszahlen gab es im November 42,28 Mio. Erwerbstätige.

Im Gesamtjahr 2013 waren nach vorläufigen Zahlen im Durchschnitt 41,84 Mio. Personen erwerbstätig (Inlandskonzept), 233.000 Personen mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Arbeitslosen lag im Dezember bei 2,873 Mio. Personen; im Jahresdurchschnitt lag sie bei 2,95 Mio. Das Vorjahresniveau wurde damit um 53.000 Personen überschritten. Der Beschäftigungszuwachs wurde vor allem aus der so genannten “Stillen Reserve” und der Zuwanderung gespeist, während der weitere Abbau der Arbeitslosigkeit aufgrund fehlender Qualifikation oder Mobilität von Arbeitslosen zunehmend schwieriger wird. Frühindikatoren des Arbeitsmarktes wie der BA-X Stellenindex, der die Nachfrage nach Arbeitskräften auf der Grundlage der gemeldeten Stellen anzeigt, geben einen positiven Beschäftigungsausblick auf das laufende Jahr. Angesichts der sich abzeichnenden konjunkturellen Belebung bleiben die Perspektiven für den Arbeitsmarkt positiv. (Quelle: BMWi)

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>