Merkel zum Tod Genschers

GiNN-BerlinKontor.—”Mit tiefer Trauer habe ich vom Tode Hans-Dietrich Genschers erfahren. Mit ihm verliert Deutschland einen weltweit geachteten Staatsmann und ich persönlich einen hochgeschätzten Ratgeber. Ich habe seiner Ehefrau Barbara Genscher mein tief empfundenes Beileid zum Tod ihres Mannes ausgesprochen; ihr und der Familie des Verstorbenen gilt meine Anteilnahme.

23 Jahre lang diente Hans-Dietrich Genscher der Bundesrepublik Deutschland als Minister, davon 18 Jahre lang als Minister des Auswärtigen. Er hat dieses Amt geprägt wie kein anderer; unermüdlich knüpfte er rund um den Globus Verbindungen und erwarb für unser Land Vertrauen. Hans-Dietrich Genschers Lebenswerk galt zwei Zielen: dem europäischen Entspannungsprozess und der deutschen Wiedervereinigung.

Er wirkte maßgeblich an der Erarbeitung der KSZE-Schlussakte von Helsinki mit. Sie gab den Rufen nach Menschenrechten und Freizügigkeit damals eine unüberhörbare Stimme und mir wie Millionen von Menschen in der DDR und in Osteuropa Hoffnung auf Veränderung.

Als gebürtiger Hallenser hat Hans-Dietrich Genscher das Unrecht der deutschen Teilung nie hingenommen. Als die historische Stunde schlug, trug er zusammen mit Bundeskanzler Helmut Kohl Großes zur Überwindung von Mauer und Unfreiheit bei. Unvergesslich ist Hans-Dietrich Genschers Auftritt auf dem Balkon der Prager Botschaft am Abend des 30. September 1989, als er die Ausreise der dort eingeschlossenen tausenden von DDR-Flüchtlingen verkünden konnte.

Nach dem Fall der Mauer kam Hans-Dietrich Genscher eine Schlüsselrolle dabei zu, die Wiedervereinigung unseres Landes in Freiheit und in Einklang mit all unseren Partnern und Verbündeten international zu verankern. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag, der die äußeren Aspekte der Deutschen Einheit besiegelt, ist sein bleibendes Werk und die Krönung seiner politischen Laufbahn.

Ich verneige mich in Hochachtung vor der Lebensleistung dieses großen liberalen Patrioten und Europäers und bleibe persönlich für all die Gespräche und Begegnungen dankbar, bei denen ich bis in die letzten Jahre von seiner Welterfahrung und Lebensweisheit schöpfen durfte.” (Quelle: bundesregierung.de)

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