Merkel: “Papst-Besuch wird uns bereichern”

GiNN-BerlinKontor.—--Die CDU-Vorsitzende, Bundeskanzlerin Angela MERKEL hat auf einem gemeinsamen Empfang mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert ZOLLITSCH im Konrad Adenauer-Haus in Berlin zum Deutschland-Besuch des Papstes Benedikt XVI erklärt, dass sie sich sehr auf den Besuch von Papst Benedikt XVI freue. Sie erhoffe sich unter anderem “Orientierung in dieser nicht leichten Zeit”, aber auch neue Impulse, zum Beispiel für die Ökumene. Dies sei wichtig, um die gesellschaftliche Kraft der Kirchen weiterhin zu erhalten. Angela Merkel betonte: “Der Besuch des Papstes wird uns bereichern.”

Die christliche Prägung sei existenziell wichtig für Deutschland, die beiden großen Kirchen trügen große Verantwortung, betonte die Kanzlerin. Die Tochter eines evaangelischen Pfarrers verwies auch auf die Bedeutung des “C” für die UNION und zitierte dabei aus dem Gründungsaufruf der CDU:: “Eine Ordnung in demokratischer Freiheit kann nur erstehen, wenn wir uns auf die kulturgestaltenden, sittlichen und geistigen Kräfte des Christentums besinnen und diese Kraftquelle unserem Volke immer mehr erschließen.” Der deutsche Staat, das Grundgesetz und die Gesellschaft beruhten zu einem großen Teil auf dem christlichen Gedanken, so die CDU-Vorsitzende.

Mit Blick auf das Verhältnis von Kirche und Staat erklärte die Bundeskanzlerin, dass es mit ihr keine Zurückdrängung der Kirchen aus der Öffentlichkeit geben werde. “Wir bekennen uns zu öffentlichen Symbolen”, sagte sie. Deutschland wäre ohne die Arbeit der Kirchen nicht nur spirituell ärmer, sondern vor allem sozial kälter. Dennoch müssten sich auch die Kirchen Veränderungen und Herausforderungen stellen, ähnlich wie die CDU. “Das bedeutet für uns, dass wir bewahren, was Bewahrenswert ist, aber Neues sinnvoll nutzen wollen”, so die Bundeskanzlerin. Die Diskussion um Modernisierung und neue Techniken sei wichtig für eine Volkspartei – der christliche Glaube sei dabei eine Richtschnur, “aber kein Navigationsgerät”, das einen zielgenau an einen bestimmten Ort bringen könnte.

Erzbischof Robert Zollitsch nannte die beiden christlichen Kirchen “Pfeiler der Gesellschaft”. Mit über 9 000 Kindertageseinrichtungen, 25 000 Einrichtungen der Caritas mit rund 600 000 Mitarbeitern trügen die Kirchen in erheblichem Maß zum Allgemeinwesen bei. Auch die Millionen ehrenamtlich Tätigen würdigte der Erzbischof in seiner Rede. Zudem nähmen die Kirchen substantielle Aufgaben auf internationaler Ebene wahr, beispielsweise durch weltweite Hilfswerke.

Mit Blick auf die angekündigte Abwesenheit von Bundestagsabgeordneten bei der Rede von Papst Benedikt XVI im Deutschen Bundestag am 22. September erklärte der Erzbischof, er respektiere es, wenn Abgeordnete sagen, sie wollen nicht dabei sein.  Für ihn sei es aber eine Sache des Anstandes, “dass man dann auch hingeht und hört, was der Papst sagt.”  Er hoffe, dass diese Abgeordneten sich später “genauer anschauen, was der Papst gesagt hat und vielleicht spüren, es wäre besser gewesen, auch dabei zu sein”, so Zollitsch. (Quelle: cdu.de)

Abgeordnete der Grünen, der Linkspartei und der SPD wollen die Rede des Papstes im Bundestag nicht anhören. Sie verweisen unter andern auf die strenge Trennung von Kirche und Politik. Der Vorsitzende Partei DIE GRÜNEN/ BÜNDNIS 90, Cem ÖZDEMIR,  fordert dagegen die Mitglieder des Bundestages zu einem “respektvollen Umgang” mit Papst Benedikt XVI. auf. Der Deutsche Bundestag habe durch den Präsidenten den Papst eingeladen, und man sollte ihm in der Tradition guter Gastfreundschaft freundlich und höflich begegnen”, sagte Özdemir. Wer die Ansichten des Papsts nicht teile – so der GRÜNEN-MdB -  solle seine Meinung “auch kundtun können”. Dennoch sollte man einen Gast trotzdem respektvoll aufnehmen.” Özdemir selbst freut sich auf die Rede des Papsts und will sie “gespannt verfolgen”. (Quelle: n-tv)

„Ich bleibe während der Rede von Papst Benedikt XVI. dem Plenum des Deutschen Bundestag fern, weil es an diesem Tag nicht möglich ist, eine kritische Auseinandersetzung zu führen“, sagte Barbara HÖLL, Sprecherin für Lesben- und Schwulenpolitik und Mitglied im Vorstand der Linken-Fraktion.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang THIERSE, katholischer Sozialdemokrat, sagte im Morgenmagazin von ARD und ZDF, er glaube nicht, dass die Trennung zwischen Staat und Kirche in Frage gestellt werde. Ihn irritiere die “Aggressivität und Heftigkeit” der  Kritik aus den Reihen des Parlaments.  Der Papst sei “mit Zustimmung aller Fraktionen” in den Bundestag eingeladen worden. Damals seien keine Bedenken vorgetragen worden. Der Bundestagsabgeordnete Volker BECK dementierte dies umgehend. Seine grüne Fraktion hätte der Einladung  n i c h t  zugestimmt, sagte er im rbb-inforadio.

Claudia ROTH,  Auch-Vorsitzende der Grünen, erklärte  in der Berliner MORGENPOST mit Blick auf die “Frauenrechte und Gleichstellung Homosexueller”, es werde dem Papst “mal ganz gut tun, nach Berlin zu kommen und zu spüren, was Realität ist im Jahr 2011.”

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und Ex-Außenminister, Frank-Walter STEINMEIER, verteidigte die Abgeordneten, die die Papstrede boykottieren wollen.  Dies sei  “kein Beleg für mangelnden Respekt: “Dass es einzelne gibt, die aufgrund ihrer eigenen konfessionellen Haltung nicht im Deutschen Bundestag sein werden, sollte uns nicht veranlassen, von mangelndem Respekt zu sprechen”, sagte Steinmeier. (ARD)

Ein Gedanke zu “Merkel: “Papst-Besuch wird uns bereichern”

  1. Manchmal glaube ich es nicht, wir schreiben das Jahr 2011, und demnoch scheint es dass Toleranz immer nur den gerade Betroffenen gilt. Wie soll die Kirche, uralt in iher Geschichte, irgendwie noch in vergangenen Zeiten lebend, diese rasant wechselde Beduerfnisse in der Welt verstehen und umsetzen. Kirchen sind nicht allmaechtig, sie sind nicht der liebe Gott.!
    Wenn ich Toleranz fordere, muss ich diese vorleben, auf sie zugehen, wenn man sich von ihr dreht, hat man viel verloren.
    Von der Politik sollte man eine Vorbild funktion erwarten duerfen, und keine trotzreaktion. Ich gehoere z. B . nicht dem Islam an, sollte jedoch jemand Aus dieser Religion eingeladen sein, wuerde ich daran teilnehmen, denn wie soll man Kritik ueben und sich einbringen, wenn man garnicht dabei ist und hoert was der Andere zu ssgen hat.
    Diese dem Papst uebermittelte Intoleranz( nicht dir Kritik) ist erbaermlich.!

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