Merkel dankt Obama

GiNN-BerlinKontor.–-Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU) hat dem US-Präsidenten Barack  H. OBAMA am Ende seines Berlin-Besuchs beim Abendessen im Charlottenburger Schloß herzlich gedankt. “Ihr Besuch zeigt einmal mehr: Die Freundschaft zwischen unseren Ländern ist eng und unverbrüchlich”, so Merkel. Obama antwortete: “Ich bin überaus dankbar für unsere Partnerschaft und Freundschaft. Du, Angela, bist für mich und Menschen überall auf der Welt ein Quell der Inspiration”. “You are an inspiration to me and to people around the world” . Wir dokumentieren die beiden Tischreden:

Angela MERKEL: Sehr geehrte Damen und Herren, ganz herzlich begrüße ich Sie alle, auch im Namen von Professor Sauer, zu diesem Abendessen hier im Schloss Charlottenburg. Mein besonderer Willkommensgruß gilt natürlich unseren Ehrengästen, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, und seiner Frau Michelle.

Ich freue mich – wenn ich das auch ganz persönlich sagen darf –, gemeinsam mit einigen, die mit dabei sein konnten und die auch heute dabei sind, noch einmal danke sagen zu können für den wunderbaren Empfang, den Sie mir stellvertretend für unser ganzes Land vor zwei Jahren im Rosengarten des Weißen Hauses bereitet haben. Mein Mann und ich waren damals sehr berührt von der warmherzigen, freundschaftlichen Atmosphäre. Danke noch einmal.

Lieber Barack Obama, Sie haben heute sicherlich gespürt: Viele Menschen in Deutschland blicken mit großer Bewunderung auf Sie, weil Sie persönlich das Bild Amerikas bekräftigen – das Bild Amerikas als Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das haben Sie auch heute ganz besonders mit Ihrer Rede am Brandenburger Tor vielen, vielen Menschen in Deutschland wieder bewiesen – denen, die dabei waren, und denen, die Ihren Auftritt im Fernsehen verfolgt haben.
Ihr Besuch zeigt einmal mehr: Die Freundschaft zwischen unseren Ländern ist eng und unverbrüchlich. Und doch müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass sie alles andere als selbstverständlich ist. Denn nach zwei verheerenden Weltkriegen und dem von Deutschland begangenen Zivilisationsbruch der Shoah war dieser Weg alles andere als vorgegeben. Dennoch ging Amerika mit ausgestreckter Hand auf uns zu. Die Wegmarken führten von den Rosinenbombern über das Bekenntnis von Kennedy „Ich bin ein Berliner!“ bis hin zur Aufforderung „Reißen Sie die Mauer nieder!“ von Präsident Reagan. Es ist ein langer Weg gewesen, bis wir schließlich gemeinsam in Freiheit vereint waren.
In der Zeit der Vollendung der Deutschen Einheit haben uns die Vereinigten Staaten von Amerika Vertrauen entgegengebracht. Der Kalte Krieg ist Geschichte. Dessen Ende war aber keineswegs das Ende der Geschichte, von dem damals manche gesprochen haben. Es hat sich gezeigt: Es gibt genug zu tun für uns alle. Davon haben auch Sie heute gesprochen – ich will das in einigen Stichpunkten wiederholen –: von der Regulierung der Finanzmärkte bis zum Schutz des Klimas, von der Bekämpfung der nuklearen Gefahr bis zur Stabilisierung in Krisengebieten. Auch unsere Generation hat also vieles zu tun; und das werden wir wieder gemeinsam lösen.

Es ist wahr: Die Welt des 21. Jahrhunderts rückt enger zusammen. Es ist aber auch wahr, dass es im 21. Jahrhundert aus meiner Sicht keine besseren Partner füreinander gibt als die Vereinigten Staaten von Amerika und Europa und damit auch die Bundesrepublik Deutschland.

In diesem Sinne erhebe ich mein Glas auf das Wohl des Präsidenten und seiner Gattin, auf die vielfältigen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika und auf die Freundschaft zwischen den Menschen unserer Länder. – Cheers. (bundesregierung.de)

US-Präsident Barack  OBAMA hielt  folgende Tischrede im Schloss Charlottenburg: ” Vielen Dank, Angela, für deine herzlichen Worte, außerdem möchte ich Ihnen und Professor Sauer für die außergewöhnliche Gastfreundschaft und Ihnen allen für diese unglaublich warme Begrüßung – wortwörtlich und im übertragenen Sinn – danken.

Dein  Englisch ist viel besser als unser Deutsch.  Ich habe der Bundeskanzlerin gerade gesagt, dass dies ein Gebiet ist, auf dem die Vereinigten Staaten ganz klar Nachholbedarf haben um sicherzustellen, dass alle jungen Menschen bei uns eine zweite und dritte Sprache lernen.  Deshalb haben meine Dolmetscher heute Abend Pause.

Vor fünfzig Jahren, als sich die Stadt auf den Besuch von Präsident John F. Kennedy vorbereitete, waren die Berliner über alle Maßen begeistert.  Bürgermeister Willy Brandt versuchte, die Menge zu beruhigen. Er sagte den Menschen, sie sollten nicht zu emotional sein.  Aber das brachte nichts.  Nach seiner Rede schrieb eine Zeitung, dass dies eine der emotionalsten Reaktionen gewesen sei, die Präsident Kennedy jemals gesehen hätte. Sie schrieb, dass mehr als 1.000 Menschen ohnmächtig geworden seien.  Heute sind keine 1.000 Menschen in Ohnmacht gefallen.  Bei den wenigen, die ohnmächtig wurden, lag es am Wetter und nicht an meiner Rede.

Aber wie schon Präsidenten vor mir und wie auch schon bei meinen früheren Besuchen könnte ich für diesen unglaublichen Empfang nicht dankbarer sein.  Und dies ist ein Symbol für die unglaubliche Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern.  Ich freue mich besonders, dass mich Michelle, Malia und Sasha begleiten – und lassen Sie mich auch im Namen von Michelle sagen, dass wir außerordentlich dankbar sind, dass Sasha und Malia die Ehre haben, nicht nur die Schönheit, sondern auch die Geschichte dieser Stadt zu erleben.  Sie haben einige Orte besichtigt und als wir im Hotelzimmer waren, hat mir Malia von allem berichtet, was sie über den Bau der Mauer und die Geschichte der Wiedervereinigung gelernt hatte.  Nichts könnte mich mit mehr Dank erfüllen als zu sehen, wie die eigenen Kinder nicht nur die Fakten der Geschichte verstehen, sondern auch die Werte, die Geschichte gestalten.

In dieser beeindruckenden Umgebung werden wir heute Abend daran erinnert, wie tief diese Geschichte und die Freundschaft zwischen den Bürgern unserer beiden Länder ist.  Zu der Zeit als dieses Schloss gebaut wurde, machten sich einige mennonitische Familien vom Rhein aus auf den Weg über den Atlantik. Sie kamen in der Gegend des heutigen Philadelphia an und gründeten dort eine Stadt, die bis heute „Germantown“ heißt.  Einwanderer aus Deutschland und Amerikaner mit deutschen Wurzeln haben seither die Vereinigten Staaten geprägt.

Wir danken von Steuben für unsere Unabhängigkeit. Wir danken Menschen wie den Familien Chrysler, Guggenheim, Heinz oder Hershey für unseren Wohlstand. Wir danken Einstein, Steinway, Steinbeck, Babe Ruth und Lou Gehrig für ihre Inspiration. Junge Amerikaner wie unsere Töchter werden Levi Strauss auf ewig für ihre Jeans dankbar sein. Und alle Amerikaner werden zwei sehr wichtigen deutschen Einwanderern immer ganz besonders dankbar sein: Anheuser-Busch.

Nun möchte ich mich ganz persönlich bei Angela bedanken. Schiller hat einmal gesagt, dass man die Träume der Jugend nicht vergessen soll. Angela, du hast oft über die Träume deiner Jugend gesprochen – von der Freiheit, nach der du dich gesehnt hast, wie du heute auf dem Balkon vor unserem Mittagessen erzählt hast. Sie hat auf die Schienen gezeigt, an denen die Mauer entlanglief, und von ihren Erinnerungen an den Weg zur Universität erzählt und wie sie auf der anderen Seite der Mauer einen Zug vorbeifahren hörte und sich vorstellte, eines Tages frei zu sein. Du hast diese Träume nicht nur für dich am Leben erhalten, sondern dazu beigetragen, dass diese Träume für Millionen deiner Landsleute wahr geworden sind.

Ich bin überaus dankbar für unsere Partnerschaft und Freundschaft. Wie ich bereits gesagt habe, bist du für mich und Menschen überall auf der Welt ein Quell der Inspiration.

Vor zwei Jahren hat die Bundeskanzlerin als zweite deutsche Regierungschefin eine Rede vor dem amerikanischen Kongress gehalten. Der erste Redner war Konrad Adenauer. Gegen Ende deiner Rede erwähntest du die Freedom Bell, die Glocke der Freiheit, die hier in Berlin im ehemaligen Rathaus hängt, die die amerikanische Bevölkerung 1950 der deutschen Bevölkerung als Geschenk übergab. Sie ist unserer Liberty Bell nachempfunden. Die Glocke läutete nach der Rede von Präsident Kennedy in Berlin. Sie wurde nach der Wiedervereinigung geläutet. Sie wurde nach dem 11. September 2001 geläutet und das hat uns als Symbol der Freiheit und der Freundschaft, die uns verbindet, so viel bedeutet.

Was Sie vielleicht nicht wissen, ist, dass die Glocke quer durch die Vereinigten Staaten reiste, bevor sie unseren deutschen Freunden übergeben wurde. Millionen Amerikaner haben daran mitgewirkt, Unterstützung geleistet und eine Freiheitserklärung unterzeichnet.

Ich möchte heute Abend mit einem Trinkspruch schließen. Ich werde dazu die Worte zitieren, die diese Millionen Amerikaner als Teil ihres Geschenks, der Liberty Bell, einst an ihre deutschen Freunde richteten. Diese Worte lauten: „Wir glauben an die Unantastbarkeit und Würde jedes Einzelnen. Wir glauben, dass alle Menschen das Recht auf Freiheit von Gott erhalten. Und wir unterstützen voller Stolz Millionen Frauen und Männer auf der ganzen Welt, die sich für die Freiheit einsetzen.“ (Quelle.usinfo.de/Amerika Dienst – AD)                                      

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