Mehr Lohn im Baugewerbe

GiNN-BerlinKontor.—Die rund 750 000 Beschäftigten am Bau erhalten ab 1. Mai 2013  ”deutlich mehr Geld”, so die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), die sich mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) auf ein Tarifergebnis einigte. Es sieht ein Lohnplus von 3,2 % im Westen ab dem 1. Mai 2013 vor.

Die Verhandlungspartner beabsichtigen, die Ost-West-Tarifschere am Bau innerhalb der kommenden neun Jahre zu schließen. In einem ersten Angleichungsschritt dazu erhöhen sich die Löhne im Osten um zusätzlich 0,8 Prozent. “Das nun erzielte Gesamtpaket stellt einen für alle Beteiligten tragbaren Kompromiss dar“, sagte der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar SCHÄFERS.

„Aufgrund des Nullmonats im April und der Vertragsdauer von 13 Monaten ist die Lohnerhöhung für uns gerade noch vertretbar“, so der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, ZDB-Vizepräsident Frank Dupré. „Mit den weiteren Komponenten des erzielten Abschlusses hat uns die Gewerkschaft aber vieles abverlangt. Wir haben das Ergebnis daher nur schweren Herzens akzeptiert, um nach dem Stillstand der Baustellen im Winter nicht noch weitere Produktionsunterbrechungen zu provozieren.“

Nach Mitteilung der IG Bau verhandelten die Tarifparteien “besonders hartnäckig über die Angleichung der Ost- an die Westlöhne.” Man habe sich auf einen Fahrplan zu einer gesamtdeutschen Einkommenseinheit verständigt.. Die Verhandlungspartner haben eine Erklärungsfrist für die Annahme des Vorschlags bis zum 3. Mai 2013 vereinbart.

Den Stufenplan hin zu gleichen Mindestlöhnen im gesamten Bundesgebiet sei ein Durchbruch, erklärte die IG Bau. “Mit dem vorliegenden Stufenplan haben wir nun eine umsetzbare Lösung erreicht. Damit stehen wir besser da als viele andere Branchen”.

Der Mindestlohn I soll in Ost- und Westdeutschland in den kommenden vier Jahren schrittweise erhöht werden: Beginnend mit dem 1. Jan. 2014 erreicht der Mindestlohn I am 1. Jan. 2017 das Niveau von 11,30 Euro bundeseinheitlich. Der Ost-Mindestlohn wird bis dahin in vier Schritten um jeweils 25 Cent bzw. 30 Cent erhöht, der West-Mindestlohn ebenfalls in vier Schritten um jeweils 5 Cent bzw. 10 Cent. Auch die Tariflöhne sollen in den kommenden neun Jahren angeglichen werden.

Dupré erklärte dazu: „Damit ist uns ein wichtiger Schritt zu einheitlichen Löhnen in Ost- und Westdeutschland gelungen. Insbesondere die Arbeitgeber aus den neuen Bundesländern haben durch ihre Bereitschaft, diesen Weg mitzugehen, wesentlich dazu beige-tragen. Allerdings ist die gleichzeitig vereinbarte Erhöhung des Mindestlohns II, der nur in den alten Bundesländern gilt, um vier mal 25 Cent auf 14,70 Euro zum 1. Januar 2017 eine dicke Kröte, die wir schlucken mussten.“

Darüber hinaus wurde eine Mitteilungspflicht des Ausbildungsbetriebes gegenüber dem Auszubildenden vereinbart, nach der dem Auszubildenden spätestens drei Monate vor Ablauf seiner Lehrzeit mitgeteilt werden muss, ob er übernommen wird oder nicht. (Quellen: bauindustrie de/ig bau.de)

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