Mehr konsularischer Schutz für EU-Reisende

GiNN-BerlinKontor.—Neue Maßnahmen sollen die Rechte von EU-Staatsangehörigen auf konsularischen Schutz verdeutlichen – wenn sie außerhalb der EU reisen oder dort leben – auch wenn ihr eigenes Land nicht vor Ort vertreten ist. Im Fall von “Schwierigkeiten im Ausland “können EU-Staatsangehörige bei der jeweilge Botschaft, beim Generalkonsulat oder Konsulat eines anderen EU-Landes erhalten Hilfe und Unterstützung.

Dies war und ist eines der Rechte der EU-Bürgerschaft: EU-Länder müssen Bürgern aus anderen EU-Ländern ohne Vertretung vor Ort in gleicher Weise wie Bürgern ihres eigenen Landes helfen.

Dazu teilt die EU-Kommission in Brüssel mit: “Dieses Recht gilt in allen Ländern außerhalb der EU. In Libyen zum Beispiel hat Ungarn vor Kurzem 27 eigene Bürger per Flugzeug evakuiert – gemeinsam mit ungefähr 60 weiteren Personen aus Rumänien, Bulgarien, Deutschland und der Tschechischen Republik.” In Japan charterte Deutschland zum Beipiel einen Bus, um am 18. März 2011 zahlreiche Deutsche und 18 andere EU-Bürger von Sendai wegzubringen, nachdem die Stadt durch ein Erdbeben und einen Tsunami verwüstet worden war.

Aber auch bei bei alltäglicheren Problemen wie gestohlenen Papiere, schwere Unfällen oder Krankheiten kann konsularische Hilfe im Ausland in Anspruch genommen werden.

Da zahlreiche EU-Bürger – und auch Konsulatsbeamte – diese Rechte immer noch nicht kennen, hat die EU-Kommission Maßnahmen zur Verbesserung des Informationsumfelds ergriffen, um es für Europäer im Ausland einfacher zu machen, Hilfe zu erhalten. Eine eigene Website mit Informationen darüber, welche Hilfe Sie in Anspruch nehmen können, und wo Sie Konsulate oder Botschaften in Ländern außerhalb der EU finden können, wurde kürzlich bereitgestellt. Dort sind auch offizielle Reisehinweise der Behörden der einzelnen EU-Mitgliedsländer zu jedem dieser Länder zu finden.

Im Laufe des kommenden Jahres wird die EU-Kommission neue Maßnahmen ergreifen, um die Rechte der Europäer, konsularische Hilfe zu beantragen und zu erhalten, noch stärker zu verankern. Überdies wird die Hilfe, die Botschaften und Konsulate aus vor Ort nicht vertretenen Ländern bei alltäglichen Problemen leisten können, verbessert. Zum Beispiel wird es einfacher werden, bei Schwierigkeiten finanzielle Hilfe zu erhalten – und das betreffende Land wird es einfacher haben, sein Geld von dem EU-Land zurückzuerhalten, dessen Bürger es geholfen hat.

Jedes Jahr machen EU-Bürger über 90 Millionen Reisen in Länder außerhalb der EU. Etwas 30 Millionen EU-Bürger leben dauerhaft außerhalb der EU. Lediglich in den USA, China und Russland sind alle 27 EU-Länder diplomatisch vertreten. In allen anderen Ländern müssen sich EU-Bürger ohne Vertretung durch das eigene Land an die Vertretungen anderer Länder wenden. (Quelle: ec.europa.eu)

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