Martin Walser: Das Volk hat Sarrazin bestätigt

GiNN-BerlinKontor.—Der deutsche Schriftsteller Martin Johannes WALSER (83) erklärte zum 21. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin, die Voraussage des “Einheits”-Kanzlers Helmut KOHL (CDU), der den neuen Bundesländern nach dem Zerfall der DDR “blühende Landschaften” versprach, sei “das Schönste, was er tun konnte.”  Kohl habe Freude darüber ausdrücken wollen, “was jetzt kommt”, so Walser: “Ich bin glücklich, was ich jetzt sehe – wenn ich von Nürnberg nach Dresden fahre.”  Am Tag der Vereinigung habe er gesagt: “Was 40 Jahre so auseinander war, braucht 40 Jahre, um wieder zusammen zu sein. Insofern finde ich die wirtschaftlichen Leistungen enorm.”

Marrtin Walser äußerte sich auch zur deutschen “Protestkultur” und sagte der BILD (09.11.): “Natürlich gehen Leute, die  g e g e n  etwas sind, leichter auf die Straße als die, die  f ü r  etwas sind. Nehmen Sie zum Beispiel ‘Stuttgart 21′. Sagen wir: 30 000 demonstrieren und 80 000, die dafür sind, bleiben daheim. Doch die Medien berichten andauernd über die, die dagegen sind. Ist das dann Realismus?”

Der Berliner Soziologe am Wissenschaftszentrum Berlin, Dieter RUCHT,  hat übrigens den ” Stuttgart 21″-Protest und den Aufmarsch der “Profi-Aktivisten” näher untersucht und  die These von der “Verbürgerlichung” der Demonstranten widerlegt. Die Behauptung, ein “großer Teil” der Protestierenden, käme aus dem bürgerlichen Lager – es seien also auch “konservative Leute”, die der CDU nahe stehen, dabei gewesen, könne “überhaupt nicht bestätigt” werden, sagte Rucht dem Nachrichtensender  n-tv. “Diejenigen, die protestieren, gehören schon eher zum grünen Publikum.”  Der  “Trend zur Verbürgerlichung des Protests” werde “medial überzeichnet”, so der Experte für Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen vom Wissenschaftszentrum Berlin.

Zu Thilo Sarrazins Buch “Deutschland schafft sich ab”,  das die Bestseller-Listen stürmte,  sagte Martin Walser in BILD, “die politische Klasse” habe Sarrazin “törricht schnell verurteilt”. Das Volk aber sei auf die Straße gegangen und habe das Buch Millionen mal gekauft und “damit Sarrazin bestätigt”. Das sei   “nicht  Verdrossenheit – das ist Wachheit. Man kann sich also auf das Volk verlassen “, sagt Martin Walser.

Zur Aussage des  Bundespräsidenten Christian WULFF,  der Islam gehöre zu Deutschland, sagte Walser, das deutsche Staatsoberhaupt habe wohl  “einmal ein bisschen originell sein“ wollen. „Inhalt” sei dem Satz des deutschen Staatsoberhauptes “ja nicht nachzuweisen“, so Walser.

In Berlin wird gemunkelt: Große Verärgerung und Empörung bei den Rot-Rot-Grünen. Schon wieder hat sich jemand – dieses Mal der Schriftsteller Walser – erdreistet, seine ganz persönliche Meinung und Empfehlung auszudrücken. Das sei doch keine “mutig Kritik”,  sondern eine “Unverschämtheit in dieser unserer immer wieder gewagten Demokratie”.

Am 09.11. wurde Martin Walser in Berlin der Preis der Deutschen Gesellschaft für seine Verdienste um die deutsche und europäische Verständigung verliehen. Walser ist zudem auch noch Friedenspreis-Träger des deutschen Buchhandels, ausgezeichnet mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland und Mitglied des Ordens Pour le mérite für Wissenschaft und Künste. Frage: War denn das alles wirklich nicht zu verhindern – von einem unserer Polit-Furzknoten??

-Ps

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