Piloten-Streiks kosten Lufthansa € 100 Mio

GiNN-BerlinKontor.—Die Deutsche Lufthansa hält die für kommende Woche angekündigten Piloten-Streiks für rechtswidrig und unverhältnismäßig.  Das Unternehmen läßt derzeit die genaue Rechtslage und Schadensersatzforderungen gegen die Vereinigung Cockpit  prüfen. Ein Vier-Tage-Streik bedeute einen Schaden von rund € 1OO Millionen, so die LH. Es  wird damit gerechnet, dass über 250 Flüge ausfallen.

“Das ist ein absolutes Novum für dieses Unternehmen und wohl auch ein Novum in der europäischen Luftfahrtgeschichte”, sagte Lufthansa-Vorstand Stefan LAUER und warf der Pilotengewerkschaft vor,  mit dem Tarifkonflikt  “unzulässig mehr Einfluss im Unternehmen erreichen zu wollen”.

Es gehe primär nicht um Geld, sondern um “unternehmerischen Einfluss”, so Lauer. Lufthansa lasse sich nicht vorschreiben,  “welche Flugzeuge  wo eingesetzt werden”.  Der LH-Vorstand glaubt nicht, dass Verhandlungen die Streiks vom 22.-bis 25.02. noch abgewendet werden können.

Die Vereinigung Cockpit – Bundesverband der Verkehrsflugzeugführer in Deutschland – hattte alle Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings zu Arbeitsniederlegungenbeginnend am 22.02. bis zum 25.02. – aufgerufen.  Ziel der Pilotenvereinigung ist  “eine Sicherung der Arbeitsplätze der Lufthansa-Mitarbeiter in Deutschland gegen eine Verlagerung ins Ausland zu erreichen, denn zunehmend ersetzt Lufthansa originäre Strecken der Lufthansa-Passage durch Angebote ihrer ausländischen Zukäufe wie Brussels Airlines, Austrian Airlines oder British Midland.”

Zum bislang längsten Streik in der Geschichte der FlugzeugführerGewerkschaft sind mehr als 4000 Piloten aufgerufen.

„Der Streik der Lufthansa-Piloten kommt zur Unzeit“, warnte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf. Der  Streik träfe  “das zarte Pflänzchen der wirtschaftlichen Stabilisierung nach der Krise.“ Der Aufschwung sei noch nicht selbsttragend und beruhe momentan auf hohen Staatsschulden und statistischen Effekten.

Nicht  nur die Lufthansa sei betroffen, die Streiks träfen den gesamten Export und damit einen erheblichen Teil der deutschen Wirtschaft.  Das sei  “unverhältnismäßig und unverantwortlich“, so der BDI.

Ausnahmsweise äußert sich der BDI  “bei voller Respektierung der Tarifautonomie” zu einem drohenden Streik, der eine  “überragende Tragweite” hätte. “Denn der Luftverkehr würde über viele Tage in Mitleidenschaft gezogen“, so der BDI-HGF.

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