LINKE will mit Rot-Grün neuen Anlauf wagen

GiNN-BerlinKontor.–DIE LINKE versucht, ihr Verhalten bei der Bundespräsidentenwahl  am 30. Juni zu rechtfertigen.  Der Kandidat der RotGrünen, Joachim GAUCK – so die Parteivorsitzende Gesine LÖTZSCH – vertrete  “in Kernfragen grundsätzlich andere Auffassungen” als die Linkspartei.  “Wir haben immer gesagt, dass Joachim Gauck für uns kein wählbarer Kandidat ist. Wir verraten doch nicht unsere Grundüberzeugung, um einen konservativen Politiker durch einen anderen konservativen Politiker zu ersetzen”, betonte Lötzsch, die sich auch gegen die “aggressive Legendenbildung” der SPD und der Grünen wandte.

Es  sei bei der Bundespräsidentenwahl dem SPD-Vorsitzenden Sigmar GABRIEL  und dem Vize-Fraktioinschef der GRÜNEN im Bundestag, Jürgen TRITTIN,  nicht gelungen, “einen Keil in unsere Delegation zu treiben”, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag.  In Nordrhein-Westfalen werde sich nun zeigen,  “ob SPD und Grüne aus der gestrigen Niederlage etwas gelernt haben”, sagte Lötzsch. Das SPD-Grüne-Motto ‚Friss oder stirb’ habe sich offensichtlich nicht bewährt, dennoch sei die Linkspartei  “sofort bereit, mit SPD und Grünen einen neuen Anlauf zu wagen”.

Für die Linke-Parteiführung gehören nicht nur die Bundeskanzlerin und ihr Vizekanzler zu den  “Verlierern” , sondern auch die SPD und die Grünen. Lötzsch:  “Sie haben der Koalition mit Gauck ein konservatives Angebot gemacht und hatten die Hoffnung, dass sie so die Kanzlerin in Bedrängnis bringen oder sogar stürzen könnten. Gabriel hat sich verzockt. Als er merkte, dass die Kanzlerin ihm die kalte Schulter zeigte, weil das Angebot wohl doch nicht verlockend genug war, wollte er plötzlich unsere Stimmen haben.”

Zur Weigerung der Linke-Delegation, ihre Stimmen dem ehemaligen DDR-Bürgerrechtler und  Ex-Chef  der Stasi-Unterlagen-Behörde zu geben, sagte Lötzsch:  “Gauck kann uns keine Absolution erteilen. Wir werden uns nie von unserer Geschichte trennen können. Das wollen wir auch gar nicht.” Die Linke habe ein sehr kritisches Verhältnis zu ihrer Geschichte. “Wir unterscheiden uns da von CDU und FDP, die ihre ostdeutsche Geschichte komplett ausgeblendet haben.”

Die Linke sieht laut Lötzsch nach wie vor eine Chance für eine Rot-Rot-Grüne Koalition auf Bundesebene, der rotgrüne Kandidat für die Bundespräsidentschaft Joachim Guack sei jedoch ein Gegner einer solchen Koalition.  ” Man stelle sich vor, wir hätten ihn gewählt. Dann hätte er aus dem Schloss Bellevue zusammen mit der Springer-Presse gegen eine solche Koalition gewettert. Dann hätten wir keine Chance gehabt”, sinnierte die Parteivorsitzende Lötzsch.

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