Lehman Brothers-Skandal: KfW lässt prüfen

GiNN-BerlinKontor.—Der Vorstandsvorsitzende der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Ulrich SCHRÖDER, will die “irrtümliche Überweisung” von € 300 Millionen an die zusammengebrochene US-Investmentbank Lehman Brothers von einer Anwaltskanzlei prüfen lassen. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats der KfW, Bundesminister Michael GLOS (CSU) und sein Stellvertreter, Bundesminister Peer STEINBRÜCK (SPD), erklärten in Berlin, dass die beiden zuständigen Vorstandsmitglieder, Peter FLEISCHER (53) und Detlef LEINBERGER (59), “mit sofortiger Wirkung und bis zur endgültigen Klärung des Vorfalls von ihren Aufgaben suspendiert” wurden. Der KfW-Vorstand “beurlaubte” zudem den für das Risikocontrolling verantwortlichen Bereichsleiter bei der staatlichen Bank.

Die Untersuchungen in der Bank sind noch nicht abgeschlossen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sagte, es würden vom Bank-Vorstand zugesagt, “so schnell wie möglich neue Vorschläge zu einer besseren Risikokontrolle vorzulegen”. Die Geschäftsabläufe und die Aufbauorganisation bei der KfW – insbesondere das Risikomanagement – sollen einer “intensiven Überprüfung” unterzogen werden.

Die KfW Bankengruppe bestätigte Meldungen, nach denen bei Geschäften mit der bankrotten US-Investmentbank Lehman Brothers erheblich mehr Euro-Millionen versenkt wurden als bislang bekannt. Dem Bank-Institut in Berlin soll ein Schaden von insgesamt € 536 Millionen entstanden sein.

KfW über KfW: “Die KfW Bankengruppe gibt weltweit Impulse für Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie. Als Banker arbeiten wir jeden Tag effizient. Als Förderer stehen wir für den Sinn und die Nachhaltigkeit unseres Tuns.”

Der Verwaltungsrat der KfW Bankengruppe beschloss überdies, die Anteile der KfW an der Deutsche Industriebank AG (IKB) an den privaten Investor Lone Star zu verkaufen. Der US-Konzern erwirbt den gesamten Anteil der KfW an der IKB. Mit dem Verkauf an einen privaten Investor seien die zentralen Ziele der Rettungsaktion für die IKB erreicht, hiess es. Ein Zusammenbruch der IKB sei so verhindert worden. Der deutsche Finanzplatz hätte so “stabilisiert” und “erheblicher volkswirtschaftlicher Schaden abgewendet worden”.
Die Genehmigung durch die Europäische Kommission steht noch aus.

“Lone Star Funds” ist ein Private Equity-Unternehmen mit Sitz in Dallas/Texas, deren Mittel hauptsächlich für Investitionen in sanierungsbedürftige Unternehmen und Forderungen eingesetzt werden. Die Investitionsfelder sind vorwiegend immobiliengesicherte Kreditportfolien und Einzelengagements und so genannte Corporate Distressed Debt (notleidende Unternehmenskredite und Firmenbeteiligungen) sowie Banken und Finanzdienstleister.

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