“Laute Empörung” über NSA

GiNN-BerlinKontor.—-Wolfgang KRIEGER, Professor an der Universität Marburg und Mitglied der Historiker-Kommission, welche die BND-Geschichte aufarbeitet, sagte der ARD-tagesschau, es sei “seit Jahrhunderten die Praxis aller Geheimdienste” ab- und mitzuhören. Natürlich sei die Technik heute eine andere, und es würden viel mehr Daten erfasst. “Das Prinzip der Geheimdienste aber ist stets das gleiche.” Es liege “seit der Antike” in der Natur der Geheimdienste, dass ihre Arbeit geheim stattfindet. so Krieger.

Der Autor des Buches “Geheimhaltung und Transparenz. Demokratische Kontrolle der Geheimdienste im internationalen Vergleich” nannte die “laute Empörung” über die NSA “scheinheilg”. Die Berichte über umfangreiche Abhör-Programme seien “möglicherweise auch auf Sensation ausgerichtet und übertrieben”, so der Geheimdienstsexperte Krieger. Die Überwachung sei der Bundesregierung natürlich bekannt.

Krieger, der sich zum Beispiel mit “Geheimdienste in der Weltgeschichte. Spionage und verdeckte Aktionen von der Antike bis zur Gegenwart” wissenschaftlich befaste, drückte sein Erstaunen darüber aus, dass “die deutschen Medien und auch die Bundesregierung diese Informationen eins zu eins für wahr erklären – und damit Politik machen.”

Wolfgang Krieger glaubt nicht, dass der deutsche Nachrichtendienst BND über die Einzelheiten der alliierten Spähprogramme informiert gewesen sei, denn der Bundesnachrichtendienst werde “ja gründlich kontrolliert”. US-amerikanische und britische Geheimdienste konzentrierten sich vornehmlich auf “Wirtschaftsspionage”. sagte Krieger der ARD-tagesschau: ”

“Deutschland ist die größte Industriemacht in Europa und ein starker Konkurrent für die USA. Auf dem Automobilmarkt sind die Deutschen wesentlich erfolgreicher als die Amerikaner. Bei der Entwicklung von neuen Hightech-Produkten liegen die Deutschen vorn. Deutsche Unternehmen sind ungeheuer erfolgreich zum Beispiel auf den asiatischen Märkten. Es gibt also vielfältige amerikanische Interessen, hier Informationen abzuschöpfen, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.”

Zum Asylsucher Edward SNOWDEN meinte Professor Krieger, die Flucht des Amerikaners über China nach Russland sei “ein gravierender Vorfall”. Für die Amerikaner sei dieser politisch-diplomatische Konflikt  nicht sehr angenehm. Krieger: “Und in Deutschland sind Wahlkampfzeiten. Nur so sind die sehr heftigen Reaktionen deutscher Politiker zu erklären – bis hin zu Grünen-Chef Jürgen TRITTIN, der politisches Asyl für Snowden fordert, was ja völlig unmöglich ist, weil wir ein Auslieferungsabkommen mit den USA haben. Da geht auf beiden Seiten derzeit viel wertvolles diplomatisches Porzellan zu Bruch.”

“Snowden übernachtet in den feinsten Hotels. Wer bezahlt das? Wer bezahlt seine Flüge? Wer füttert die Medien so gezielt mit Informationen. Steckt hinter Snowden eine Organisation? Krieger vermutet, die Aktionen diese Mannes würden von Wikileaks gesponsert.(Quelle. ARD-tagesschau)
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