Lafontaine gibt krankheitsbedingt auf

GiNN-BerlinKontor.—Oskar LAFONTAINE (66) , einer der Vorsitzenden der Partei DIE LINKE,  will aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für das Amt des Parteichefs kandidieren.  Er legt auch sein Bundestagsmandat nieder.   Wie der an Krebs erkrankte ehemalige SPD-Vorsitzende Lafontaine in Berlin erklärte, will er jedoch weiterhin politisch tätig bleiben und sich zum Beispiel in den nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf einzuschalten,  “wenn es die Gesundheit zulässt”.  Seine Entscheidung habe  “nichts, aber auch gar nichts mir Personaldiskussionen (in der Führung der Linklspartei) zu tun”,  versicherte Lafontaine.

“Der Krebs war ein Warnschuss”, so Lafontaine. Er habe im vergangenen Jahr  “eine Reihe von gesundheitlichen Attacken” überstehen müssen und schon 1990 nach dem Messerattentat eine existenzielle Krise zu überwinden gehabt. Der Krebs sei nun ausschlaggebend dafür gewesen, kürzerzutreten. Gewissheit darüber, ob er die Krankheit überwunden habe, könne er nicht in wenigen Wochen haben, sondern dazu seien Untersuchungen in längeren Zeitabständen nötig.

Der frühere SPD-Chef, Bundesfinanzminister und saarländische Ministerpräsident führt die Linkspartei seit ihrer Gründung 2007.

Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Gregor GYSI, bedauerte den Rückzug Lafontaines.  Der Parteivorstand müsse dies jedoch akzeptieren, “auch wenn es außerordentlich weh tut”. Ohne Lafontaine hätte es DIE LINKE nie gegeben, so Gysi.

DIE LINKE hatte bei der Landtagswahl  im Saarland im August 2009 mit Oskar Lafontaine als Spitzenkandidat 21,3 % der Stimmen geholt, bei der Bundestagswahl fast 12 %.

Seit dem Zusammenschluss von .PDS und WASG im Jahr 2007 führt der ehemalige SPD-Vorsitzende Lafontaine  – gemeinsam mit Lothar BISKY – die Partei.  Bisky liess sich ins Europa-Parlament wählen und wird im Mai nicht wieder für den Parteivorsitz der Sozialisten kandidieren.

Nach einer Eskalation des Machtkampfes zwischen  “Realos” und  “Fundis”  musste der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar BARTSCH,  die Aufgabe seines Amtes ankündigen.  Ihm war zuvor “Illoyalität gegenüber Lafontaine”  vorgeworfen worden. Bartsch hatte der Saarbrücker Zeitung vor der Vorstandssitzung erneut gesagt: “Niemand ist unersetzlich, auch nicht in der Linken.  Irgendwann, das ist bei jedem so, gibt es auch eine Zeit, in der Oskar Lafontaine nicht mehr in der ersten Reihe steht.”

CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Horst SEEHOFER kommentierte den Abgang Lafontaines mit dem Hinweis, dass DIE LINKE  “nun wieder das wird, was sie vor Lafontaine war: SED-Nachfolger und reine Ostpartei.”

Als mögliche Nachfolger(in)  Lafontaines an der Parteispitze wurde unter anderem die frühere SED/PDS-Politikerin  und Vize-Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Dr. Gesine LÖTZSCH (48), genannt.  Auch Klaus ERNST (55), Ex-IG Metall-Funktionär und Ex-WASG – drängelt nach vorn.  “Heisse Kandidatin” auch Petra PAU.  Die heutige Bundestagsvizepräsidentin trat 1983 der SED bei und 1990 der PDS. Seit 2007 ist sie Mitglied der Linkspartei.

Oskar Lafontaine hatte vor kurzem in Saarbrücken erklärt, DIE LINKE  habe nach dem Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag mit 11,9 % der  Wählerstimmen und dem Erfolg bei der saarländischen Landtagswahl die “Gründungsphase der Partei” abgeschlossen.  “Wir sind jetzt nicht nur in 6 ostdeutschen, sondern auch in 6 westdeutschen Landtagen vertreten und haben bei der Bundestagswahl 5.155.933 Wählerinnen und Wähler für uns gewonnen, mehr als Die Grünen und mehr als die CSU” erinnerte Lafontaine. Mit der Gründung der Partei DIE LINKE wollte man  “vor allem die Außenpolitik und die Wirtschafts- und Sozialpolitik verändern. Diese Veränderungen sind in vollem Gange.”

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