Kündigungsschutz und mehr Geld für Metaller

GiNN-BerlinKontor.—In Nordrhein-Westfalen haben Arbeitgeber und Gewerkschaften nach langen Verhandlungen in der Metallindustrie einen Abschluss erzielt. Für das Jahr 2010 wurde eine Einmalzahlung von  € 320  vereinbart. Zum 1. April 2011 steigen zudem die Entgelte um 2,7 %.  Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 23 Monaten. Man einigte sich überdies auf einen  “Beschäftigungspakt”. Den rund 700.000 Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie  wird  Mitte 2012 Kündigungsschutz gewährt. Die Vereinbarung hat Pilotcharakter für alle 3,4 Millionen Metaller in Deutschland.

Oliver BURKHARD, IG Metall-Bezirksleiter in Nordrhein-Westfalen, erklärte mit dem Tarifvertrag “Zukunft in Arbeit”  sei für 700 000 Beschäftigte der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen und die Übernahme der Ausgebildeten verbessert worden: “Wir wollten ein Job-Paket, wir haben es erreicht. Wir wollten mehr Geld. Auch das haben wir erreicht. Wir wollten Beschäftigungssicherung, wir haben sie bekommen. Mit unserem neuen Modell ist klar: In dieser Krise muss niemand gekündigt werden. Denn unser neuer Tarifvertrag ‘Zukunft in Arbeit’ macht Kurzarbeit attraktiv und schafft ein Anschlussstück, um das Tal dieser Krise ohne Kündigungen zu überwinden. Die Unternehmen haben jetzt hervorragende Instrumente, um Arbeitsausfall bis Mitte 2012 abzufedern. In allen Betrieben, die den Tarifvertrag ‘Zukunft in Arbeit’ anwenden, schützen wir damit die Beschäftigten für mindestens zwölf Monate vor Kündigungen.”

Der neue Tarifvertrag  wird in Betrieben angewandt, die seit mindestens 12 Monaten kurzarbeiten. Hier gibt der neue Tarifvertrag für 12 Monate Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen.

In der ersten Phase der neuen tariflichen Kurzarbeit von mindestens 6 Monaten wird die Sonderzahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld gezwölftelt und dem monatlichen Einkommen hinzugerechnet. Dadurch steigt das Kurzarbeitergeld. Gleichzeitig mindern sich Kurzarbeitskosten für den Arbeitgeber, denn er muss bei Kurzarbeit nur noch anteiliges Urlaubs- und Weihnachtsgeld für geleistete Arbeitszeit zahlen.

In einer zweiten Phase von weiteren 6 Monaten kann eine Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich folgen. Die wöchentliche Arbeitszeit kann von 35 auf 28 Stunden abgesenkt werden. Bereits ab der 31. Stunde gibt es einen teilweisen Entgeltausgleich. Bei 28 Stunden Arbeitszeit sind 29,5 Stunden zu bezahlen.

Für Mai 2010 bis März 2011 gibt es eine Einmalzahlung in Höhe von € 320. Auszubildende erhalten € 120. Die Auszahlung wird in zwei Teilbeträgen jeweils zum 01. Mai 2010 und 01. Dezember 2010 erfolgen.

Zum 01. April 2011 kommt eine Entgelterhöhung von 2,7 % hinzu. Diese kann auch 2 Monate vorgezogen, oder um 2 Monate nach hinten verschoben werden. Der Entgelttarifvertrag hat eine Laufzeit von 23 Monaten bis zum 31. März 2012.

Weiter erklärte Burkhard: “Wir wollten die Übernahme der Ausgebildeten verbessern. Wir wollten eine gute Regelung für junge Menschen. Wir haben beides erreicht. Mit unserer Vereinbarung zur Übernahme schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass jede und jeder Ausgebildete die 12- Monatschance erhält. Wir haben den bisherigen Übernahmeanspruch deutlich klarer gefasst und verbindlicher gemacht.”

“Mit dem neuen Tarifvertrag „Zukunft in Arbeit“ haben wir die ausgetretenen Pfade der Tarifpolitik verlassen und unterbreiten den Mitgliedsfirmen zwei Angebote, die Kurzarbeit noch kostengünstiger als bisher in dieser Krise zu fahren“, erklärte der Präsident und Verhandlungsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, Horst-Werner MAIER-HUNKE, in Düsseldorf. Als den eigentlich entscheidenden Faktor zur Arbeitsplatzsicherung nannte Maier-Hunke die getroffene Vereinbarung über das Entgelt. Sie sieht vor, dass die im April auslaufenden Entgelt-Tarifverträge um elf Monate verlängert werden und bis zum 31.03.2011 ohne Erhöhung weiter gelten.

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