Krise aus Putins Sicht

GiNN-BerlinKontor.—Nachdem die Zentralbank der Russischen Föderation am 17.12. 2014 den Leitzins von 10,5 % auf 17 % angehoben hat, verlor der Rubel zwischenzeitlich mehr als ein Fünftel seines Außenwertes. Die Erhöhung des Leitzins – so die Bank of Russia – sei  von der Notwendigkeit diktiert worden, „die in letzter Zeit wesentlich gewachsenen Abwertungs- und Inflationsrisiken einzuschränken.” Der Rubel verlor zeitweise 50 bis 60 % seines Wertes. Die Zentralbank-Chefin Elwira NABIULLINA hatte im November 2014 die Bindung des Rubel an Euro und Dollar aufgehoben, was den Fall des Rubelkurses beschleunigte.

Der US-Dollar ($) und der Euro (€) verloren im Durchschnitt je 6 Rubel. Das russische Finanzministerium reagierte mit dem Verkauf von Währungsreserven – zunächst $ 7 Milliarden, wurde aus Moskau berichtet. Die “Kapitalabwanderung” aus Russland könnte bis zu US $ 120 Milliarden betragen, schätzen Experten.

Die ARD notierte; “Die russische Zentralbank konnte selbst mit ihrem riesigen Zinsschritt die Talfahrt der heimischen Währung nicht stoppen. Russische Bürger kaufen panisch Westgeld. Die Finanzmärkte spielen bereits eine Pleite Russlands durch.” Mit Spannung wurde in Moskau die internationale  Pressekonferenz zum Ende des Jahres erwartet.

Russlands Präsident Wladimir W. PUTIN machte natürlich  das Ausland für die Rubel-Krise verantwortlich. Das Verhältnis des Westens zu Russland erinnere ”Versuchen, einen Bären an die Kette zu legen”, so der russische Präsident.  „Egal was wir getan haben, wir sind immer auf Probleme, auf Opponieren, auf einen Kampf gegen uns gestoßen”, stöhnte Putin.  Nicht erst seit dem “Beitritt der Krim zu Russland”, sondern schon vor vielen Jahren habe man  “Handlungen des Westens” beobachten können – “vom Konflikt im Nordkaukasus bis zur Organisation der Olympischen Spiele in Sotschi.”

Zudem hätten “ungünstige globale Bedingungen”  zu dieser  “schwierigen Situation” geführt.  Die russische Regierung  habe jedoch alles im Griff, die Weltwirtschaft werde wachsen, folglich auch die Russlands.  Die Rubel-Krise  werde überwunden.  Dies könne jedoch bis zu  zwei Jahre dauern. Putin will Elwira NABIULLINAabiullina zur Vorsitzenden der russischen Zentralbank machen. Sie soll dem noch amtierenden Vorsitzenden Sergej Ignatjew nachfolgen

Putin lenkte vor der internationalen Presse in Moskau die Aufmerksamkeit auf die von den USA angeführte  Ausdehnung der NATO im Vorhof der Russischen Föderation. Der Kreml-Chef kritisierte scharf die Militärbasen des Westens – “nicht nur auf Alaska, sondern auch in Europa, in den baltischen Staaten, in Rumänien und in Polen” Die NATO-Erweiterung – so Putin – sei eine “neue Mauer, die vom Westen aufgebaut wird.”  Es sei “der “Westen”, der einen “neuen Kalten Krieg” begonnen habe.

Zu den russischen Truppen in der Ukraine sagte Putin, dort kämpften keine Södner, sondern “Freiwillige”,  die in der Ukraine gefallen seien.  Sie seien nicht von Moskau geschickt worden,  sondern wären “ihren Herzen gefolgt”.

Putin kam auf Fragen von Journalisten mehrfach – eher zögerlich – auf den Ölpreis-Verfall zu sprechen, an dem natürlich “der Westen” Schuld sei.

EPOCH TIMES schrieb unter Hinweis auf das Russische Institut für Strategische Studien, der Absturz des Ölpreises sei ein “Komplott – zwischen den USA und Saudi Arabien abgesprochen.” Die Moskauer PRAVDA habe darauf hingewiesen, dass US-Präsident Barack OBAMA im März Saudi-Arabien besucht habe, wo man die “Zerstörung der russischen Wirtschaft” abgesprochen habe.

DIE WELT verwies übrigens auf die neue Öl/Gas-Fördermethode - dem  “Fracking ,  ein Verfahren, durch das auch in Gesteinsschichten eingebettete Öl- und Gasvorräte gefördert  werden können. Dies habe einen starken Anstieg der Ölproduktion in den USA ausgelöst. “Fracking macht die USA wieder zur Supermacht.”

 

 

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