Kriegsgefahr in Korea eskaliert

GiNN-BerlinKontor.—Die Gefahr einer militärischen Auseinanderesetzung auf der koreanischen Halbinsel eskaliert.  Nach der  angeblichen Torpedierung eines südkoreanischen Fregatte beschuldigen sich Nord- und Südkorea gegenseitig der militärischen Provokation.  US-Außenministerin Hillary R. CLINTON,  die sich während der Eskalation in Korea in Peking aufhielt,  erklärte, ihre Regierung stehe in engem Kontakt  “mit China und anderen Staaten”, um eine Kriegsgefahr einzudämmen. Die Lage in Korea sei “höchst prekär”. In der Großen Halle des Volkes sagte Clinton:  “Wir haben Nordkorea aufgefordert, sein provokatives Verhalten einzustellen, die Politik der Drohungen und Angriffslust gegenüber seinen Nachbarn zu beenden und eindeutige Schritte zu unternehmen, um seine Verpflichtungen zur atomaren Abrüstung zu erfüllen, und sich an internationales Recht zu halten.”

Südkorea und die Vereinigten Staaten kündigten für den 27, Mai gemeinsame  Seemanöver mit  U-Boot-Jägern (” joint naval exercises”) im Gelben Meer an. Nach Mitteilung des US-Verteidigungsministerium soll die  “Ortung und Jagd auf feindliche U-Boote” und zugleich die Unterbindung des Transports nuklearen Materials geübt werden (“to detect enemy submarines and halt banned shipments of nuclear materials”).

In Washington D.C. wurde an das “unverrückbare” Bündnis der USA mit Südkorea erinnert  US-Präsident Barack H. OBAMA sagte Seoul  “volle Unterstützung” zu. Nordkorea setzte seine Streitkräfte in Kampfbereitschaft.  Japans Verteidigungsminister Toshima KITAZAWA reiste zu Konsultationen nach Washington D.C., wo er am 25.05. Mit US-Verteidigungsminsier GATES zusammentraf.  Die japanische Regierung will eine Sicherheitskonferenz einberufen und mit den USA und Südkorea eng zusammenzuarbeiten, wird aus Tokio berichtet.

Das südkoreanische Kriegsschiff “Cheonan” war am 26. März im Gelben Meer plötzlich explodiert und gesunken. Nach Untersuchungen internationaler Ermittler soll das Schiff  “mit sehr großer Wahrscheinlichkeit”  von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt worden sein.  46 Seeleute wurden dabei getötet.  Nordkoreas kommunistisches Regime, das mit der Volksrepublik China eng verbündet ist, wies jede Verantwortung für den Untergang des südkoreanischen Schiffes zurück. Auch das offizielle China glaubt nicht an eine Attacke eines nordkorenanischen U-Boots.

Das Weiße Haus erklärte dagegen, die vorliegenden Ergebnisse einer internationalen Ermittlerkommission seien “objektiv und wissenschaftlich fundiert”. Sie liessen den Schluß zu, dass Nordkorea für diesen Angriff auf ein Schiff der südkoreanischen Marine verantwortlich ist.  Mit dieser neuerlichen Aggression  habe Nordkoreas wieder einmal das Völkerrecht verletzt und Frieden und Sicherheit in der Welt herausgefordert. Mit der Torpedierung der “Cheonan” habe Nordkorea  erneut das Waffenstilllstandabkommen von 1953 gebrochen.

Nordkorea setzte unterdessen seinen “Krieg mit Worten” fort.  Pjöngjang nannte das Ergebnis der internationalen Ermittlerkommission  eine “nicht tolerierbare, schwere Provokation” – gleichbedeutend einer Kriegserklärung.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Il hatte bereits im März 2009  Südkorea den Krieg erklärt. ” Die “Demokratische Republik Korea”  fühle sich nicht mehr an den Waffenstillstand von 1953 gebunden, der den Koreakrieg beendet hatte.

UNO-Generalsekretär BAN Ki-moon,  ein früherer Außenminister Südkoreas,  sagte in New York,  es müßten “einige Maßnahmen ergriffen werden” (“There must be some measures taken”). Die vorgelegten Beweise der Ermittlungskommission schieden “durchaus schlüssig” zu sein.  Südkorea fordert den Weltsicherheitsrat auf, Nordkorea – das immer wieder Test mit Atomwaffen durchführt – durch Sanktionen  “zu bestrafen”.  Der United Nations Command hat eine Arbeitsgruppe zusammengestellt, in der Vertreter Australiens, Kanadas, Neuseelands, Frankreichs, Dänemarks, Schweden, Frankreichs, Großbritanniens, der Schweiz und der Türkei die “Cheonan”-Untersuchungsergebnisse nochmals durchleuchten soll. “Cheonan”

Die Regierung in Seoul stoppte bereits jeden Verkehr nordkorenaischer Schiffe in südkoreanischen Gewässern. Im letzten Jahr nutzten diese Schiffe diese Seeerouten und vermieden so längere Transportwege.  Allein 2009 liefen  nordkoreanische Schiffe über 700 Mal südkoreanische Häfen an.

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