Kräftiger Wachstumsschub

GiNN-BerlinKontor.—Die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland hat sich in den ersten Monaten des neuen Jahres verstärkt. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mitteilt, hatte sich breits im Jahresschlussquartal 2013 die gesamtwirtschaftliche Leistung  um real 0,4 % erhöht. Nach dem Jahreswechsel habe die Entwicklung an Dynamik gewonnen. Das milde Winter habe vor allem die Bautätigkeit begünstigt.

Weiter heißt es:  „Aber auch unabhängig von diesem Witterungseffekt haben sich in der für die Konjunktur besonders bedeutsamen Industrie Auftragseingänge, Produktion und Umsätze, über die ersten beiden Monaten des Jahres gesehen, spürbar und auf breiter Front verbessert. Dabei kamen die größeren Impulse aus dem Inland. Insgesamt gewann der binnenwirtschaftliche Aufschwung damit an Substanz. Die Stimmung in der Wirtschaft litt allerdings etwas unter den geopolitischen Entwicklungen und der damit verbundenen Zunahme von Unsicherheit. Dennoch nahm auch der Außenhandel etwas Fahrt auf.

Das weltwirtschaftliche Umfeld hat sich im Verlauf des vergangenen Jahres aufgehellt. Sowohl die globale Industrieproduktion als auch der Welthandel haben an Schwung gewonnen. Die Impulse kamen hauptsächlich aus den Industriestaaten, während das Wachstum in den Schwellenländern gedämpft blieb. Die Wirtschaft der Europäischen Union ist im vierten Quartal 2013 um 0,4 % gewachsen. Mit dem dritten Anstieg in Folge war das Wachstum regional bereits recht breit angelegt. In Relation zum vorangegangenen Einbruch blieb die Erholung aber noch zögerlich. Die einschlägigen Frühindikatoren deuten für die Weltwirtschaft auf eine Fortsetzung des Wachstums im aktuellen Expansionstempo hin. Sowohl für das Verarbeitende Gewerbe als auch in den Dienstleistungssektoren erwarten die Einkaufsmanager eine Ausweitung der globalen Produktion.

Der OECD Composite Leading Indicator verharrte nach eineinhalbjährigem Anstieg im Februar auf dem erreichten Niveau. Der IWF rechnet für das laufende Jahr mit einem Anstieg des Welt-BIP um 3,6 %. Dabei bleiben beachtliche Risiken für die Weltkonjunktur nicht nur aufgrund geopolitischer Unwägbarkeiten bestehen.

Der deutsche Außenhandel zeigte sich in den ersten beiden Monaten dieses Jahres volatil. Nach der deutlichen Zunahme im Januar sind die Warenausfuhren im Februar um 1,3 % zurückgegangen. Sie verbleiben damit auf einem moderateren Aufwärtstrend. Die Dynamik der nominalen Einfuhren hat sich mit einem Plus von zuletzt 0,4 % deutlich abgeschwächt. Im Trend nehmen sie stärker zu als die Ausfuhren. Angesichts anhaltend rückläufiger Einfuhrpreise fällt die Aufwärtstendenz in realer Rechnung deutlicher aus. Hierin spiegelt sich die Belebung der Binnennachfrage wider.

Die Handelsbilanz schloss im Februar mit einem Überschuss von € 16,3 Mrd.  (Ursprungszahl). Dies waren € 0,5 Mrd. weniger als vor einem Jahr. Die Leistungsbilanz wies einen Überschuss von € 13,9 Mrd.  aus. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein Minus von € 1,8 Mrd.  Die Perspektiven für den deutschen Außenhandel bleiben nach Lage der Frühindikatoren positiv. Das Exportwachstum dürfte sich allerdings angesichts der recht zögerlichen Entwicklung des Euroraums und der geringeren Dynamik der Schwellenländer in Grenzen halten.

Im Produzierenden Gewerbe hat sich die konjunkturelle Belebung in den ersten Monaten dieses Jahres beschleunigt. Die Erzeugung nahm im Februar insgesamt weiter um 0,4 % zu, sodass im Durchschnitt der Monate Januar und Februar der Monatsdurchschnitt des Jahresschlussquartals 2013 übertroffen wurde. Damit zeichnet sich für das erste Quartal ein weiterer Zuwachs der Gesamterzeugung gegenüber dem Vorquartal ab. In der Industrie wurde die Produktion zuletzt um 0,5 % ausgeweitet. Ihr Trend ist deutlich aufwärtsgerichtet.

Die Industriekonjunktur wird derzeit vor allem durch die zunehmende Erzeugung von Vorleistungs- und Investitionsgütern getragen. Den Umsätzen zufolge ist dies sowohl auf das tendenziell wachsende Inlands- als auch auf das Auslandsgeschäft zurückzuführen. Die Inlandsaufträge für Vorleistungsgüter weisen deutlich nach oben und signalisieren, dass die Impulse für die Industrie aus dem Inland stärker werden. Die Bauproduktion ging nach kräftigem Anstieg im Januar leicht zurück (-0,1 %). Sie wurde in den vergangenen Monaten nicht zuletzt auch wegen des milden Winters kräftig ausgeweitet. Die Bestelltätigkeit in der Industrie und im Bauhauptgewerbe war bis zuletzt rege. Die einschlägigen Stimmungsindikatoren notieren nach wie vor auf hohen Niveaus, obwohl sie sich angesichts der geopolitischen Ereignisse am aktuellen Rand etwas eingetrübt haben. Das Indikatorenbild spricht somit für eine tendenziell weiter zunehmende Produktion im Produzierenden Gewerbe.

Der private Konsum hat sich im laufenden Jahr spürbar belebt, nachdem die Konsumausgaben der privaten Haushalte im vierten Quartal 2013 vorübergehend an Schwung verloren hatten. Die wieder stärkere Ausgabenbereitschaft der Verbraucher kommt vor allem in der deutlichen Zunahme der Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz-Handel) im Januar und im Februar zum Ausdruck. Auch das Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im März den zweiten Monat in Folge aufhellt. Die weiterhin positiven Tendenzen am Arbeitsmarkt, steigende Einkommen und die anhaltend ruhige Preisentwicklung stärken die Kaufkraft und sorgen für ein anhaltendes Stimmungshoch unter den Verbrauchern. Dies beflügelt insbesondere die Anschaffungsneigung, die sich zuletzt auf sehr hohem Niveau weiter verbesserte.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv und hat im Zuge der aktuellen Frühjahrsbelebung an Schwung gewonnen. Der Beschäftigungsaufschwung setzte sich im Februar weiter fort, die Zahl der Erwerbstätigen stieg saisonbereinigt um 48.000 Personen. Die Zahl der Arbeitslosen sank saisonbereinigt im März weiter um 12.000 Personen. Die Unterbeschäftigung, auf die sich arbeitsmarktpolitische Maßnahmen nicht auswirken, ging etwas stärker um 21.000 Personen zurück. Nach Ursprungszahlen gab es im Februar 41,69 Mio. Erwerbstätige im Inland, 314.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen liegt mit 3,055 Mio. Personen knapp über der Drei-Millionen-Schwelle. Die Zahl der gemeldeten Stellen nahm im März erneut leicht zu. Die Umfragen des ifo Instituts und des IAB deuten trotz leichter Rückgange im März auf eine Fortsetzung dieses positiven Trends hin. (Quelle: bmwi.de)

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