Kontra Rente mit 63

GiNN-BerlinKontor.--Vor den “fatalen Folgen der abschlagsfreien Rente mit 63″, aber auch vor einem Anwachsen der Zahl junger Menschen ohne Berufsabschluss aufgrund des Mindestlohnes hat Eric SCHWEITZER, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), gewarnt. Der RHEINISCHEN POST sagte er: “Die Politik muss die Finger von der Rente mit 63 lassen, weil das ein völlig falsches Signal setzt. Wir erleben doch jetzt schon die Diskussion darüber, dass die 45 Beitragsjahre sogar durch Anrechnung von Arbeitslosigkeitszeiten erbracht werden können.” Damit öffne man die “Büchse der Pandora”.

Schweitzer wies darauf hin, dass sich jetzt bereits abzeichne, “dass auch alle Beamten nicht nachstehen und ebenfalls früher in den Ruhestand gehen wollen. Es ist aber zwingend notwendig, länger zu arbeiten, um den Wohlstand in Deutschland zu erhalten.”

Der DHIK-Präsident erläuterte: “Die Renten werden von den Beitragszahlern finanziert. Bis 2025 werden wir aber sechs Millionen Arbeitskräfte verlieren, weil schon seit vielen Jahren weniger Kinder geboren werden. Das heißt, bis 2025 müssen wir diese Arbeitnehmer ersetzen. Sonst wandern Unternehmen wegen des Fachkräftemangels aus Deutschland ab.”

Schweitzer forderte zudem “mehr Anstrengungen, dass nicht jedes Jahr 100.000 Studenten ihr Studium abbrechen. Es dürfen auch nicht jedes Jahr 50.000 junge Menschen ohne Abschluss die Schule verlassen. Außerdem brauchen wir qualifizierte Zuwanderung. Um bis zum Jahr 2025 etwa 1,5 Millionen zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland zu bekommen, müssen wir unsere Willkommenskultur weiterentwickeln.”

Zum flächendeckende Mindestlohn sagte Schweitzer der RP, dieser werde ” vor allem denen schaden, die davon profitieren sollen. Denn er setzt falsche Anreize. Unser Problem ist ja nicht, Gymnasiasten und Realschüler von einer guten Ausbildung zu überzeugen. Unser Problem sind die jungen Leute aus bildungsfernen Schichten. Wenn die vor der Wahl stehen, für € 700 in eine Ausbildung mit Perspektive zu gehen oder für € 1.400 in einen kurzfristig besser bezahlten Mindestlohnjob, dann werden sich vermutlich viele gegen die duale Ausbildung entscheiden.”

Schweitzer: “In Ostdeutschland arbeiten rund eine Million Menschen für Stundenlöhne unter € 8,50. Dahinter steht die dortige niedrigere Wirtschaftsleistung. Bei Einführung des Mindestlohns wird es vielen Unternehmen nicht gelingen, die höheren Preise an die Kunden weiterzugeben. Ich befürchte, dass die Regionen im Osten einen großen Teil dieser einen Million Arbeitsplätze dann verlieren.” (Quellen: RP/dihk.de)

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