Konjunktur zieht an

GiNN-BerlinKontor.—Die deutsche Konjunktur zieht – auch dank des Ölpreis-Tiefs – nach einer leichten Schwächephase in den vergangenen Monaten wieder an. Insbesondere der private Konsum und zunehmend auch die Investitionen sorgen für Dynamik, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) in seiner neuesten Schätzung für die Jahre 2015 und 2016 prognostiziert. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wird demnach im neuen Jahr um 1,7 % zunehmen und 2016 um 1,9 % – verglichen mit 1,5 %  im laufenden Jahr.

Zunächst wird insbesondere der private Verbrauch stimulierend wirken. Die Kaufkraft wächst dank höherer Nettoeinkommen und zusätzlich massiv durch den drastischen Ölpreisverfall. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte legen im nächsten Jahr um 3,7 %  zu (2014: 2,7 %). Dazu trägt vor allem ein Anstieg der Nettolöhne um 4,4 Prozent (3,7 %) bei. Neben üblichen Lohnerhöhungen wird sich bereits die Einführung des Mindestlohns bemerkbar und die Erhöhung von Sozialleistungen (u.a. Mütterrente, Rente mit 63). „Der Preisrutsch beim Öl kompensiert vorübergehend den heimischen Preisauftrieb, so dass sich um die Jahreswende 2014/2015 steigende Einkommen praktisch eins zu eins in höhere Kaufkraft übersetzen“, erläutert Stefan KOOTHS, Leiter des IfW-Prognosezentrums.

Bereits im Schlussquartal des laufenden Jahres dürfte es zu einem kräftigen Anstieg der privaten Konsumausgaben kommen. Sollte der Ölpreis weiter niedrig bleiben, was in der Prognose unterstellt ist, dürften die positiven Kaufkrafteffekte noch weit in das kommende Jahr hinein ausstrahlen.

Auch von der Bestelltätigkeit gab es zuletzt wieder positive Signale”, so Kooths. Nach Schätzung der IfW-Forscher dürfte die Investitionstätigkeit mit Raten von 4,3 %t (2015) und 8,1 5 (2016) zulegen nach 3,7 % in diesem Jahr.

Die deutschen Exporte – so das IfW – erweisen sich in einem schwierigen internationalen Umfeld als robust, und infolge des Ölpreisverfalls werden sich Bedingungen im kommenden Jahr spürbar verbessern. Nach dem kräftigen Anstieg um 2 % im dritten Quartal dürfte sich das Expansionstempo bei den Ausfuhren jedoch vorübergehend etwas verlangsamen.

Zwar stimuliert der Ölpreiseinbruch die Konjunktur in wichtigen Abnehmerländern. Dagegen wird das Exportgeschäft mit den erdölexportierenden Ländern (10 5  der deutschen Lieferungen gehen in die 15 größten erdölexportierenden Länder) in Mitleidenschaft gezogen. Mit der Belebung der Weltkonjunktur werden die Ausfuhren aber spürbar anziehen und in den beiden kommenden Jahren jeweils rund um 6,5 % zulegen, nach gut 4 % im laufenden Jahr.(Quelle:ifw-kiel.de)

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