Kanzlerin “auf Front-Besuch” in Afghanistan

GiNN-BerlinKontor.—-Bundeskanzlerin Angerla MERKEL (CDU) ist eine Woche vor Weihnachten zu einem Truppenbesuch nach Afghanistan geflogen. Sie wurde begleitet von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor FREIHERR ZU GUTTENBERG und den Bundeswehr-Generalinspekteur Volker WIEKER.  Merkel war zuletzt im April 2009 an den Hindukusch gereist. Seit Beginn der Kampfhandlungen haben 45 deutsche Soldaten ihr Leben verloren. Die deutsche Kanzlerin sprach in ihrer Begrüssssungsrede vor den deutschen ISAF-Soldaten erstmals vom Krieg: “Wir haben hier nicht nur kriegsähnliche Zustände, sondern Sie sind in Kämpfe verwickelt, wie man sie im Krieg hat. Das ist für uns eine völlig neue Erfahrung. Wir haben das sonst von unseren Eltern gehört im Zweiten Weltkrieg.” Das sei aber eine andere Situation gewesen, weil Deutschland damals Angreifer gewesen sei, so die Kanzlerin, die 9 Jahre nach Beendigung des Krieges in Hamburg geboren wurde.

“Der Grund, warum ich auch hier bin, ist, Ihnen Dankeschön zu sagen”, betonte Merkel vor den Soldaten in Kundus. “Wir wissen, dass das eine extrem gefährliche Sache ist und sich viele noch lange nach dem Einsatz damit rumplagen, was sie hier erlebt haben.”  Das militärische Engagement in Afghanistan mit Truppen der Bundeswehr – so Merkel – diene auch der Sicherheit Deutschlands. “Ohne Sie könnten wir nicht so sicher leben, und das müssen wir den Menschen auch sagen”.  Mit Blick auf Umfragen, nach denen die Mehrheit der Bundesbürger den Afghanistan-Einsatz ablehnt, sagte die Bundeskanzlerin: “Die Bevölkerung sieht diesen Einsatz zum Teil skeptisch, und trotzdem ist sie stolz auf Sie.”  Merkel  besuchte auch das größte deutsche Feldlager in Afghanistan – Masar-i-Sharif.

Bundesaußenminister Guido WESTERWELLE hatte am 16.12. vor dem Deutschen Bundestag erstmals ein Abzugsdatum genannt.  Ende 2011 solle die Zahl der Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan “reduziert” werden, der Trupenabzug erfolge dann im Jahr 2014.” Der Fahrplan steht”, so Westerwelle.  Der Übergabeprozess müsse “sorgfältig, nachhaltig und unumkehrbar” sein. “Wenn einen Tag später die Taliban wieder einziehen könnten, wäre niemandem geholfen. Es gibt Licht, aber es gibt auch noch immer viel zu viel Schatten.”

Josef BLOTZ, deutscher General der Infanterie und Sprecher des ISAF-Kommandeurs in Afghanistan,US-General PETRAEUS  mahnte, der Abzugsprozess müsse sich nach den Bedingungen in Afghanistan und nicht nach einem theoretischen Zeitplan richten. “Wenn Sie als Feuerwehr einen Brand in einem Hochhaus bekämpfen, dann sagen Sie ja auch nicht, um 19 Uhr ist Feierabend -  egal, ob es dann noch brennt”, so General Blotz. “Und selbst wenn das Feuer gelöscht ist, dann lassen Sie eine Brandwache da, damit es nicht wieder entflammt.”

Verteidigungsminister zu Guttenberg  hatte sich bei seinem Besuch am 13.12. in  Masar-i-Sharif ähnlich geäußert:  “Diese Jahreszahlen (für den Abzug) machen nur Sinn, wenn sie auch verantwortungsvoll unterfüttert werden.”

Die Staats- und Regierungschefs der NATO-Staaten hatten sich auf ihrem Gipfel im November 2010 in Portugal auf Beendigung des Kampfeinsatzes in Afghanistan bis 2014 geeinigt. Danach  sollten Soldaten nur noch zur Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Truppen im Land bleiben. Die Übergabe der ersten Provinzen wieder in afghanische Verantwortung soll nach der bisherigen Planung bereits Mitte 2011 beginnen.

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