GiNN-BerlinKontor.—Heute weiß kaum noch jemand, dass der Computer in Deutschland erfunden wurde. Viele hochmoderne Produkte werden inzwischen im Ausland hergestellt. Das soll sich ändern. Deshalb hat Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU) zu einem IT-Gipfel eingeladen. Er findet am 18.12. im Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam statt.
Die Informations-, Kommunikations- und Telekommunikationstechnologien sind nach Angaben des Instituts mit einem Umsatz von rund € 135 Milliarden und mehr als 1,5 Millionen Beschäftigten eine der größten Branchen bundesweit.
„Made in Germany“ müsse wieder zu einer Qualitätsmarke auch für “Information Technology-Produkte” entwickelt werden, so Merkel. Zur Vorbereitung der Informationstechnologie-Konferenz erarbeiteten Arbeitsgruppen “sehr konkrete Resultate”, heißt es. Als Beispiele nannte die Kanzlerin: eine Qualitätsoffensive für die Kundenfreundlichkeit von Call-Centern, den Ersatz von Barcodes durch Radiochips (Funketiketten) und die Entwicklung einer neuen, intelligenten Internet-Suchmaschine, die weitaus mehr Service bietet als die bisherigen.
DIHK-Präsident Ludwig Georg BRAUN forderte die Bundesregierung zu einer “Kehrtwende in der Zuwanderungspolitik” auf. “Wir müssen den Arbeitsmarkt für gut ausgebildete Ausländer stärker öffnen”, sagte er dem “Handelsblatt”. Nicht wenige Betriebe auch in der IT-Branche suchten vergeblich nach qualifizierten Fachkräften. Die im Zuwanderungsgesetz angelegten Hürden für Hochqualifizierte und ausländische Selbstständige seien viel zu hoch und wirkten eher abschreckend als einladend.
„Die systematische Entwicklung der IT-Technologien als Schlüsselindustrie hat auch für das Innovationstempo anderer Branchen eine herausragende Bedeutung“, erklärte Carsten KREKLAU, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. Immer mehr würden Innovationen in Informations- und Kommunikationstechnologien weltweit zum Motor für Produktivität und Wachstum. Mit mehr als € 87 Milliarden Bruttowertschöpfung (2004) zähle die informations- und kommunikationstechnologische Industrie heute bereits zu den größten Industriebranchen in Deutschland.
„Daher begrüßt der BDI den IT-Gipfel der Bundesregierung am 18.12. und erwartet politischen Rückenwind für investitionsfreundliche Rahmenbedingungen und für konkrete Leitprojekte, die dort gemeinsam angestoßen werden sollen“, so Kreklau.
Verschiedene Techniken, Wertschöpfungsketten und Märkte vernetzten sich immer mehr. Internet-Fernsehen (IPTV), multifunktionale 3G-Handys, Triple Play sind Beispiele dieser Konvergenz. „Gerade mit Blick auf Europa, aber auch für Bund und Länder gilt, dass wir eine moderne Medien- und Kommunikationsordnung mit einfachen und abgestimmten Regelungsstrukturen brauchen”, sagte Kreklau. „Durch unklare Bestimmungen und mangelnde Abgrenzung der verschiedenen Gesetze zueinander wissen Anbieter häufig nicht, in welchem rechtlichen Rahmen sie sich bewegen. Und Rechtsunsicherheit hemmt die unternehmerische Initiative.
Mehr als bedenklich ist deshalb auch die Entwicklung, dass über die Festlegung der Rahmenbedingungen hinaus die Inhalte neuer Medien zunehmend reguliert werden. Keinesfalls darf das höchste Regulierungsniveau zur Richtschnur für weitere Maßnahmen werden. Das erhebliche wirtschaftliche Potenzial neuer Dienste wird durch ein enges regulatorisches Korsett im Keim erstickt. Auch die Ausdehnung der ‘alten’ Rundfunkgebühr auf moderne Medien war ein Fehler, der möglichst bald behoben werden sollte“, forderte Kreklau.
Eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) hat sechs bislang wenig beachtete Technologien identifiziert, die in den kommenden Jahren kräftiges Wachstum und zahlreiche neue Arbeitsplätze in der deutschen Hightech-Industrie schaffen können: Eingebettete Systeme, Biometrie, Internetfernsehen und mobiles TV, IT Utility Services, Service-orientierte Software-Architekturen sowie Digitales Rechtemanagement. Nach BITKOM-Schätzung wird sich das weltweite Marktvolumen dieser Zukunftsfelder bis zum Jahr 2010 auf rund € 360 Milliarden mehr als verdoppeln. „Die deutsche Hightech-Industrie muss sich auf diese Technologien von morgen konzentrieren und hier eine Spitzenposition auf den Weltmärkten erreichen“, sagte BITKOM-Präsident Willi BERCHTHOLD bei der Präsentation der Studie.
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