Israels Staatspräsident Peres in Berlin

GiNN-BerlinKontor.-–Israels Staatspräsident Schimon PERES (87) ist  am 25.01. in Berlin zu einem  Staatsbesuch eingetroffen.  Er sieht in Deutschland einen  “guten Bündnispartner für die Herausforderungen der Zukunft”, sagte er vor seiner Abreise der ARD. Peres verwies auf die Rede von Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU)  vor dem US-Kongress am 03.11.2009:  “Sie sagt, dass die Sicherheit Israels die Sicherheit Deutschlands ist, dass Deutschland Israel nicht allein lassen wird. Das war eine sehr starke Stellungnahme, vorgetragen in den Vereinigten Staaten, an der Seite der USA stehend und für dieselben Prinzipien einstehend. Wir brauchen heute einen Konsens in der Welt, weil wir nicht mit Armeen handeln.“  Merkel hatte in Washington D.C. erklärt: “Ein Land, das Israel bedroht, darf es nicht geben. Die Sicherheit Israels ist für mich niemals verhandelbar. Wer Israel bedroht, bedroht auch uns.”

Der israelische Präsidenten betonte, angesichts der Bedrohung aus dem Iran sei eine “gemeinsame Politik” der Staatengemeinschaft  unerläßlich..Deutschland und Israel müssten gemeinsam gegen die “moralische Korruption” vorgehen. Eine Welt, in der die Verbreitung von Atomwaffen nicht mehr kontrollierbar sei, sei eine große Gefahr .. Deutschland  Wenn die westlichen Länder, die eine Wertegemeinschaft bildeten, dagegen nichts täten, werde auch Deutschland in Zukunft  nicht mehr in Sicherheit leben können, sagte Peres dem ARD-Hörfunkstudio in Tel Aviv.

Das große Problem sei heute der Iran, warnte Israels Präsident.  “Der Iran finanziert die Hamas, trainiert sie und versorgt sie mit Waffen.” Das Regime in Teheran verhindere die Bildung eines palästinensischen Staats. “Der Iran unterstützt die Hisbollah, die den Libanon gespalten hat. Sie kauften 80.000 Raketen. Man muss sich auf die Quelle, auf das Herz des Problems beziehen.”

Peres verteidigte in dem ARD-Interview erneut die Kriege, die Israel gegen die von Iran gesteuerte Hisbollah im Libanon und gegen die islamistische Hamas in Gaza führte. Er unterstrich,  Israel habe sich aus dem Gazastreifen zurückgezogen – und sei dennoch weiter von der Hamas beschossen worden.
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Deshalb zögere Israel, auch  aus dem Westjordanland abzuziehen. “Wir sagen den Palästinensern: Wir sind bereit, das Westjordanland zu verlassen, den größten Teil, aber wir wollen sicher sein, dass sie nicht anfangen, von dort auf uns zu schießen. Was uns zurückhält, ist nicht unser Verlangen, sondern die Notwendigkeit, zu versichern, dass das keine Abschussbasis wird: Das ist das Minimum.”

Den von Ministerpräsidenten Benjamin NETANANJAHU verfügte Teil-Baustopp für israelische Siedlungen im Westjordanland  befürwortete Peres. Netanjahu habe den Bau von 15.000 Wohnungen gestoppt, und die Errichtung von lediglich 3000 Wohnungen weiter genehmigt. Er habe rechtlich keine andere Wahl gehabt, sagt Peres.

Der israelische Staatspräsident Peres wird am 27. Januar  im  Deutschen Bundestag eine Rede halten -  65 Jahre nach der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz: “Vor der tragischen Vergangenheit gab es eine Vorgeschichte, ein Goldenes Zeitalter, in dem Juden und Deutsche und andere zusammenlebten, das man nicht vergessen sollte. Ich werde sagen, dass unsere Kinder diese ganze Geschichte kennen sollten”, sagte Peres der ARD.

Der Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945 war 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman HERZOG zum “Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus” erklärt worden.

Die Botschaft des Staates Israel in Berlin teilt ergänzend mit, dass  Präsident Peres  von einer Delegation von Holocaust-Überlebenden begleitet wird, die nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager überlebten.

Die deutsche Bundesregierung habe für Präsident Peres  “einen warmen Empfang” vorbereitet. Das Präsidentenflugzeug sei von  Phantom-Kampfjets der deutschen Bundeswehr-Luftwaffe begleitet worden.

Am 26.01.tritt der Deutsche Bundestag anlässlich des Holocaust-Gedenktages zu einer Sondersitzung zusammen, an der Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel,  Bundestagspräsident Norbert Lammert und- der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, teilnehmen werden.

Im deutschen Parlament werde Präsident Peres mit einer  “historischen Rede” – so die Botschaft – auf Hebräisch beginnen. Er werde um die sechs Millionen Juden trauern, die im Holocaust ermordet wurden -  darunter seine Großeltern und sein Onkel.  Peres wird auch zum Antisemitismus und zum Völkermord  Stellung nehmen sowie  die “historische Beziehung zwischen Israel und dem Holocaust sowie das Verhältnis zwischen Israel und Deutschland nach dem Krieg” hervorheben.  Der Präsident wird auch seine Vision für die Zukunft Israels, Deutschlands und des Nahen Ostens darlegen.

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