Israelisches Generalkonsulat in München

GiNN-BerlinKontor.–-Israels Außenminister Avigdor LIEBERMANN hat am 08.04. im Beisein des bayerischen Ministerpräsidenten Horst SEEHOFER (CSU) das neue israelische Generalkonsulat in Bayerns Hauptstadt München eröffnet. Auch Israels Botschafter in Berlin Yoram BEN-ZEEV nahm an der Veranstaltung teil. „Die  Eröffnung des israelischen Generalkonsulats in München widerspiegelt die Bedeutung, die Israel den Beziehungen mit Deutschland und in deren Rahmen den Beziehungen zum Freistaat Bayern beimisst. Der Freistaat Bayern, das größte deutsche Bundesland mit über 12 Millionen Einwohnern, leistet in politischer, wirtschaftlicher, kultureller und touristischer Hinsicht einen herausragenden Beitrag zur Stärke Deutschlands”, sagte Liebermann. Die Existenz einer israelischen Vertretung hier in München werde wesentlich zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel auf unterschiedlichen Gebieten einschließlich der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen beitragen.

Weiter sagte der israelische Außenminister in München: “Anlässlich dieser Feier, bei der wir in die Zukunft blicken, sollten wir jedoch die Vergangenheit nicht vergessen, die für uns als Juden und als Israelis bedeutende Bezugspunkte aufweist. Bayern im Allgemeinen und München im Besonderen spielen in diesem Kontext eine bedeutende Rolle, so zum Beispiel angesichts der Tatsache, dass München die Wiege der nationalsozialistischen Bewegung und zudem eine Stadt war, in deren unmittelbarer Umgebung das erste NS-Konzentrationslager in Dachau errichtet wurde. In dieser finsteren historischen Epoche, wie sie der Zweite Weltkrieg darstellte, gab es in München einen kleinen Lichtblick in Gestalt der Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“. Diese Gruppe, von einigen Studenten der Universität München gegründet, wirkte in den Jahren 1942/43 durch die Verteilung von Flugblättern, die dazu aufriefen, die Nazidiktatur durch aktiven Widerstand des deutschen Volkes zu beenden.”

Liebermann erinnerte an den früheren Bundesverteidigungsminister und bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß, der ein  “aufrichtiger Freund des Staates Israel war”. Noch vor Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland im Jahre 1965 habe Strauß in seiner Funktion als Verteidigungsminister  “viel zur Sicherheit des jungen Staates Israel beigetragen”.

Liebermann: “Es freut mich, darauf hinzuweisen, dass Deutschland auch in der heutigen Zeit an der Seite Israels steht und der jetzige bayerische Ministerpräsident, Herr Horst Seehofer, der heute bei uns ist, diese Tradition der Freundschaft und der Verpflichtung gegenüber Israel fortsetzt. Nicht weniger wichtig ist die Fähigkeit beider Staaten, eine gemeinsame Agenda in allen Lebensbereichen, in Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und andern Gebieten zu entwickeln.

Unter unseren heutigen Gästen befindet sich Frau Esther Roth-Shachmorov, die Zeugin eines der schlimmsten Ereignisse wurde, das uns als einen von ständigem Terror betroffenen Staat jemals heimsuchte, des Massakers an den israelischen Sportlern anlässlich der Olympischen Spiele in München. 11 Vertreter des israelischen Sports wurden am 5. September 1972 von Terroristen der Organisation ´Schwarzer September´ ermordet.

Die Erinnerung an die Getöteten soll in dem neuen Konsulatsgebäude als integraler Bestandteil der israelischen Vertretung in München verewigt werden. Im Laufe der Jahre nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen und zeitweise sogar davor sind die gegenseitigen Beziehungen auf einer Vielzahl von Gebieten enger geworden.

Heute bestehen sieben Partnerschaften zwischen Städten in Bayern und in Israel und um die 40 Schüler- und Jugendaustauschprogramme, die von dem für den Schüler- und Jugendaustausch zuständigen Bayerischen Jugendring unterstützt werden. Seit ungefähr einem Jahrzehnt unterhält der BJR eine Kooperation mit der Stadt Jerusalem auf dem Gebiet der Lehrerausbildung.

Auf wirtschaftlichem Gebiet ist Bayern für viele israelische Firmen „das Tor zu Europa“, und in München befindet sich der Sitz der deutsch-israelischen Wirtschaftsvereinigung. Viele deutsche Firmen unterhalten Handelsbeziehungen mit Israel und manche haben eine Vertretung in unserem Land. Es ist jetzt zu erwarten, dass die Eröffnung eines israelischen Konsulats in München dazu beitragen kann, eine zusätzliche Dynamik in den wirtschaftlichen Beziehungen zu schaffen.

Für uns haben die Beziehungen mit Bayern im Allgemeinen und insbesondere mit München eine besondere Bedeutung, da sich heute in München die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Deutschland mit ungefähr 9 500 Mitgliedern befindet. Insgesamt zählt Bayern heute 13 jüdische Gemeinden mit etwa 19 000 Mitgliedern. Die Ursprünge einer jüdischen Anwesenheit in Bayern reichen weit in die Geschichte zurück. Bereits im 10. Jahrhundert wird eine solche Präsenz erwähnt, und seit dem 13. Jahrhundert sind Juden in München ansässig.

Ich möchte diese Rede nicht beenden, ohne Sie, Herr Ministerpräsident Seehofer, zu einem Besuch in Israel einzuladen, in dessen Verlauf Sie sich ein Bild der Entwicklung machen können, die unser Land seit Ihrem letzten Besuch durchlaufen hat. Ich weiß, dass Sie aktiven Anteil am Vorschlag hatten, ein israelisches Generalkonsulat in Ihrem Bundesland und Ihrer Stadt zu errichten und dafür gebührt Ihnen unser Dank.

In einigen Tagen begeht das jüdische Volk das Pessachfest, das Fest der Freiheit.
Gegenwärtig sind wir in unserer Region Zeugen von Volksaufständen, die durch das Streben nach Freiheit angetrieben werden. Wir hoffen, dass diese Veränderungen sowohl für die Völker in der Region wie auch für die Beziehungen zwischen dem israelischen Volk und diesen Völkern neue Horizonte eröffnen werden.“ (Israelische Botschaft Berlin)

2 Gedanken zu “Israelisches Generalkonsulat in München

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