Islam-Debatte nach Wulff-Rede hält an

GiNN-BerlinKontor.—Die Erklärung des Bundespräsidenten Christian WULFF zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit: “Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland”  löst weiterhin kontroverse Kommentare aus. Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU) erklärte in Berlin, der Bundespräsident habe von einem „christlich-jüdischen Abendland“ gesprochen und gesagt, dass der Islam auch zu Deutschland gehöre. Das bedeute aber nicht, dass der Islam das  “Fundament des kulturellen Verständnisses Deutschlands” sei.  Während der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter WIEFELSPÜTZ,  in der  Neuen Osnabrücker Zeitung  unterstrich, der  Islam sei  “unwiderruflich und unbestreitbar ein Teil Deutschlands”, man dürfe  “Muslime nicht vor den Kopf stossen”, mahnte Bayerns Innenminister Joachim HERRMANN (CSU) ,  die Grundwerte der Deutschen  “gründeten klar in der christlich-abendländischen Tradition”. Deutschland erwarte von jedem, dass er sich voll in die Gesellschaft integriere, unabhängig von Herkunft oder Religion. Der Süddeutschen Zeitung  sagte er,  Deutschland wolle  aber nicht  “den Islam integrieren, sondern seine kulturelle Identität bewahren.”
.
„Die Rede war missverständlich. Wenn der Bundespräsident den Islam in Deutschland mit dem Christentum und dem Judentum gleichsetzen wollte, hielte ich das für falsch“, meinte der CSU-Politiker Norbert GEIS in BILD. Dem hielt der stellvertretende SPD-Vorsitzende und Regierende Bürgermeister in Berlin, Klaus WOWEREIT, entgegen: “Natürlich sind Muslime ein Teil Deutschlands und gehören zu diesem Land.” Sie nicht als Teil unserer Gesellschaft anzuerkennen, sei „respektlos“.

Gregor GYSI, Fraktionschef DIE LINKE im Bundestag.  sagte dem Südwestfunk, die Rede des Bundespräsidenten Wulff hätte klar gemacht, dass Deutschland nur dann zur Einheit finde, wenn “die Integration insgesamt gelingt”.

Bundestagspräsident Norbert LAMMERT (CDU)  betonte, er teile die Kritik aus den Reigen der CDU/CSU nicht. Der Leipziger Volkszeitung sagte Lammert, der Bundespräsident habe gar nicht erklärt, dass der Islam genauso wie die christlich-jüdische Tradition zu Deutschland gehöre.  Die ihm vorgehaltene  “Gleichsetzung von Islam und Christentum”  sei eine  “unzulässige Vereinfachung”.  Wulff hätte jedoch  “mit einigen Erläuterungen Missverständnisse vermeiden können”, so der Bundestagspräsident.

Umweltminister Norbert RÖTTGEN (CDU) gab zu Protokoll,  die  Wulff-Rede  sei ein  “Bekenntnis zu den Menschen muslimischen Glaubens, die hier leben und leben wollen.  Es sei aber auch klar -  und das habe der Bundespräsident  betont – dass  “Deutschlands religiöse und kulturelle Wurzeln im Christentum und im Judentum liegen.”

SPD und Grüne fordern, den Islam  “staatlich als Religionsgemeinschaft anzuerkennen” und damit rechtlich den christlichen Kirchen gleichzustellen. Der integrationspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Memet Kilic, erklärte: “Die Anerkennung des Islam als gleichberechtigte Religionsgemeinschaft würde den Muslimen das Gefühl vermitteln, in Deutschland willkommen und angekommen zu sein.“

Auch der SPD-Abgeordnete Dieter WIEFELSPÜTZ plädiert für die Anerkennung des Islams als Religionsgemeinschaft, was staatliche Subventionen nach sich ziehen würde.  Dies sei ein “wichtiges Signal an die 4 Millionen Muslime in Deutschland”, so der SPD-MdB Wiefelpütz.

Der Zentralrat der Muslime begrüsste ausdrücklich den Vorschlag von SPD und Grünen, den Islam rechtlich den christlichen Kirchen gleichzustellen. Damit könnten viele Integrationsprobleme gelöst werden, sagte der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman MAZYEK.  Der Islam sei  “natürlich anders organisiert” als die Kirchen, aber das dürfe kein Hinderungsgrund für eine Gleichstellung sein. Die Juden sind schließlich auch “anders organisiert.“

Der CSU-Generalsekretär Alexander DOBRINDT  wies den  rot-grünen Vorschlag,  den Islam als Religionsgemeinschaft staatlich anzuerkennen, scharf zurück. Man dürfe die “christlich-jüdische Prägung unserer Leitkultur“ nicht  infrage stellen.  Die  “Gleichstellung des Islam mit den christlichen Kirchen” könne nur jemand  fordern, der  “vom geltenden Verfassungsrecht keine Ahnung hat”. Dobrindt verwies auf die Forderung “die Kreuze aus den Klassenzimmern zu entfernen und muslimische Feiertage einzuführen. SPD und Grüne müssten “endlich lernen, dass Integration nicht über eine Aufweichung und Zurücksetzung unserer eigenen Leitkultur und Werteordnung laufen darf“.

Der Vorsitzende der GRÜNEN Cem ÖZEMIR sekundierte im Hamburger Abendblatt, man müsse anerkennen, dass “Menschen mit islamischer Religionszugehörigkeit mittlerweile “ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft sind und genauso zu dieser Gesellschaft gehören wie Menschen mit christlicher oder jüdischer Religionszugehörigkeit.”

Unter den über 700 spontanen Eintragungen ins “Gästebuch” des Bundespräsidenten findet sich auch ein Zwischenruf der deutschen Bürgerin Annika Hansen, darin heisst es:  “Täglich liest man Nachrichten über Gewalttaten, die im evidenten Zusammenhang mit dem Islam stehen. Fast kein Tag vergeht in der islamischen Welt, wo nicht eine islamische Strömung eine andere islamische Strömung mit Bombenattentaten überzieht. Da muss es erlaubt sein zu fragen, welchen Islam Sie meinen und wenn dieser Islam zu Deutschland gehört, wie lange es dauert bis sich z.B. Sunniten und Schiiten ebenfalls in Deutschland gegenseitig mit Bomben bewerfen.

Der Scharia entsprechend werden Ehebrecher in islamischen Staaten gesteinigt, Dieben werden Gliedmaßen abgehackt, Schwule erhalten Prügel- und Gefängnisstrafen, werden öffentlich an Baukränen gehängt. Teil des Islams, auch Teil des Islams in Deutschland?

Tatsache ist doch, man verbindet den Islam eben nicht mit einer friedlichen Religion. Da hilft es auch nicht, wenn es gebetsmühlenartig wiederholt wird. Man muss nicht einmal in die Ferne schweifen. Ein Blick vor die eigene Haustür reicht. Da gibt es Ehrenmorde, Zwangsheiraten, Gewalt in der Ehe, Gewalt gegen Kinder. Die ersten beiden Punkte kommen nur bei Muslimen vor, die letztgenannten überproportional bei Muslimen. Teil des Islams, auch Teil des Islams in Deutschland?”

Frau Hansen schließt mit den Worten: Herr Bundespräsident, Sie brauchen sich nicht zu wundern, wenn der Satz Ihrer Rede ‘Auch der Islam gehört zu Deutschland’ auf Unverständnis und Ablehnung stößt. Muslime gehören zu Deutschland, das ist richtig. Aber niemand kann wollen, dass auch der Islam zu Deutschland gehört.”

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Parteichef Horst SEEHOFER erinnerte, dass die Basis für das Zusammenleben in Deutschland das Grundgesetz sei, dass seine “Grundlagen in den christlich-jüdischen Wurzeln sowie im Humanismus und der Aufklärung” habe. “Wir wollen eine Gesellschaft des Miteinander statt des Nebeneinander oder gar Gegeneinander.” Multikulti sei eine Kultur des Gegeneinander und daher gescheitert, sagte Seehofer.

Bundesjustizministerin Sabine LEUTHEUSSER-SCHNARRENBERGR (FDP) mahnte, man dürfe nicht einem “Konflikt der Kulturen” das Wort reden.  Das historische und kulturelle Fundament Europas beruhe zweifelsohne auf klassisch griechisch-romanischen Einflüssen sowie auf dem christlichen Erbe – aber auch auf dem Islam.”   Die FDP-Politikerin forderte eine “sachliche Debatte” darüber, wie wir alle Teile unserer Bevölkerung -  “egal, welcher Religion sie angehören oder auch nicht – gleichberechtigt an den Lebenschancen unserer Gesellschaft teilhaben lassen”. Nur so könne Integration auf Dauer gelingen.

Ein Leser verweist auf Auszüge aus dem Koran:

“Und erschlagt sie (die Ungläubigen), wo immer ihr auf sie stoßt ….” (Sure 47:4)

“Wenn ihr auf die stoßt, die ungläubig sind, so haut (ihnen) auf den Nacken; und wenn ihr sie schließlich siegreich niedergekämpft habt, dann schnürt ihre Fesseln fest.” (Sure 47:4)

“Oh Gläubige, nehmt weder Juden noch Christen zu Freunden.” (Sure 4:89)

2 Gedanken zu “Islam-Debatte nach Wulff-Rede hält an

  1. Pingback: BerlinKontor.de » Islam-Debatte nach Wulff-Rede hält an

  2. Ich bin Schiit und wenn ich einen Sunniten erwische,
    bringe ich ihn um, sei es in Bagdad oder demnächst in Gelsenkirchen.
    Schließlich haben das die Protestanten und die Katholiken
    auch jahrhunderte lang gemacht.

    VERZEIHUNG ICH HABE MICH VERSCHRIEBEN !

    Es muß heißen: “Ich bin Sunnit und wenn ich einen Schiiten erwische…usw.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>