Internationaler Währungsfonds reformiert sich

GiNN-BerlinKontor.—-Aus Seoul/Südkorea wird gemeldet, die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländerie “G20″  habe in Richtung Reform des Internationalen Währungsfonds (IWF)  eine Einigung erzielt. Die Finanzminister und Notenbankchefs sollen vereinbart haben,  den dynamischen Schwellenländern – vor allem der Volksrepublik CHINA -  grösseres Gewicht einzuräumen.  Europa wird auf 2 seiner 9 Sitze im IWF-Direktorium verzichten müssen.

Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Franzose  Dominique SRAUSS-KAHN, sprach in einer ersten Stellungnahme von einem „Traumergebnis“ und von der  “größten Reform, der sich der IWF je unterzogen hat“. Dies sei eine “sehr historische” Vereinbarung”.  Künftig werden unter anderem Brasilien, Russland, Indien und China zu den 10 mächtigsten IWF-Mitgliedern gehören – diese sind die USA, Japan, China, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Russland, Indien und Brasilien. China löst Deutschland als Nummer drei unter den IWF-Anteilseignern ab. Die G20-Länder hatten sich vor einem Jahr auf das Prinzip geeinigt, mindestens 5 % der IWF-Quoten an Schwellenländer zu übergeben. Die Neuordnung soll 2011 in Kraft treten.

Einen Teilerfolg erzielten die Europäer im Streit mit den USA über die Größe des wichtigen IWF-Direktoriums. Zwar müssen die Europäer sich künftig statt mit derzeit 9 nur noch mit 7 Sitzen zufrieden geben. Deutschland behält jedoch – wie Großbritannien und Frankreich – seinen Sitz. Die Zahl der Direktoriumsmitglied bleibt jedoch bei 24 und wird nicht auf 20 reduziert, was die USA gefordert hatten.

Die G20-Staaten einigten sich zudem auf marktorientierte Wechselkurse und verpflichteten sich zum Kampf gegen Ungleichgewichte im Welthandel. Anders als von den USA vorgeschlagen wurden bei der angestrebten Harmonisierung des internationalen Handels jedoch keine konkreten Zahlenvorgaben vereinbart.

Bundesfinanzminister Wolfgang SCHÄUBLE (CDU) sagte in Berlin: “Die EU Länder haben sehr konstruktive Vorschläge in der Frage der IWF- Reform unterbreitet. Wenn alle andere Beteiligten sich jetzt auch bewegen, könnten die G20 Finanzminister in Korea Ende dieses Monats schnell einen Kompromiss schnüren. Die Zeit drängt. Die Tagung hat einmal mehr verdeutlicht, dass wir große Fortschritte in der Frage der Finanzmarkt- und Bankenregulierung erreicht haben. Wir müssen dieses Tempo beibehalten. In Gyeongju/Südkorea werden die G20-Finanzminister dazu voraussichtlich den Basel III Regeln für Banken zustimmen und die wichtigen Vorschläge des FSB zum Umgang mit globalen, systemrelevanten Banken diskutieren.”

Der frühere Bundespräsident  Horst KÖHLER (67) wird künftig dem IWF wieder zur Verfügung stehen.  In dem internationalen “Rat der Weisen”  wirkt er an der Reform des Weltwährungssystems mit. Als ehemaliger IWF-Chef  kennt er sich in dem Gremium gut aus.  Köhler wird mithelfen, den weltweiten Devisenstreit zu beenden und eine neue, stabile Währungsordnung zu schaffen, die den veränderten Machtverhältnissen in der Welt  gerecht wird.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) – International Monetary Fund, IMF) -  wurde 1944 im Rahmen der Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen (UN) in Bretton Woods/USA gegründet. Der IWF ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (mit Sitz in Washington, D.C.) mit z.Z. 184 Mitgliedstaaten. Die wichtigste Aufgabe besteht in der Förderung des Welthandels auf der Grundlage zwischenstaatlicher Kooperation. Im Einzelnen sind die Aufgaben: die Zusammenarbeit in Währungsfragen mit dem Ziel weltweit stabiler Währungsbeziehungen,  die Förderung eines ausgewogenen Welthandels,  die Beseitigung von Devisen- und anderen Handelsbeschränkungen, sowie die Gewährung von Krediten bei negativer Zahlungsbilanz (die sog. Sonderziehungsrechte).

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