Industrie im Aufwind -Vertrauen in Wachstumskräfte

GiNN-BerlinKontor.—Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat seine Schnellmeldung vom 13. August zur wirtschaftlichen Entwicklung bestätigt. Im zweiten Vierteljahr 2010 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 2,2% höher als im ersten Vierteljahr. Ein solches Wachstum zum Vorquartal gab es noch nie im vereinten Deutschland.  Das Wirtschaftsforschungsinstitut DIW hob seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum 2010 deutlich auf über 3 % an. Bislang war das Institut von 1,9 % ausgegangen. Es sei ein  “typisch deutscher Aufschwung”, der durch die internationalen Märkte – insbesondere aus China – initiiert worden sei, so DIW-Präsident Klaus ZIMMERMANN im Handelsblatt.

Laut Destatis kamen die positiven Impulse im Vorquartalsvergleich sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Die Investitionen und der Außenhandel hatten dabei den größten Anteil am Aufschwung. Sowohl in Ausrüstungen (+ 4,4%) als auch in Bauten (+ 5,2%) wurde deutlich mehr investiert als im Vorquartal. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass sich insbesondere die Ausrüstungsinvestitionen nach den zum Teil zweistelligen Rückgängen während der Wirtschaftskrise 2008/2009 auf einem immer noch relativ niedrigen Niveau bewegen. Beim Anstieg der Bauinvestitionen handelt es sich zudem zum Teil um Nachholeffekte nach dem vergleichsweise strengen Winter.

Die Exporte von Waren und Dienstleistungen (+ 8,2%) stiegen zum Vorquartal stärker als die Importe (+ 7,0%), sodass der Exportüberschuss (Außenbeitrag) einen Wachstumsbeitrag von 0,8 Prozentpunkten am BIP hatte. Auch vom inländischen Konsum gibt es Positives zu berichten: Die privaten Konsumausgaben waren um 0,6% höher als in den ersten drei Monaten des Jahres. Der Staat erhöhte seine Konsumausgaben ebenfalls leicht um 0,4%.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer BRÜDERLE (FDP) erklärte dazu in Berlin:  “Die Erholung hat die deutsche Wirtschaft in ihrer vollen Breite erfasst. Sowohl die Industrie als auch der Dienstleistungssektor befinden sich wieder im Aufwind. Auch nachfrageseitig ist das Wachstum gut ausbalanciert: Kräftige Impulse gingen nicht nur vom Außenhandel aus; gut 60 % hat die Inlandsnachfrage zum Wachstum beigetragen. Neben den Investitionen – hier insbesondere in Bauten – nahmen auch die privaten Konsumausgaben wieder merklich zu.”

Die wirtschaftliche Dynamik zeige – so der Wirtschaftsminister – , dass das Vertrauen der Konsumenten und Investoren zurückgekehrt ist. Es sei keineswegs allein der Export, der den Aufschwung trägt.  “Mit einer glaubhaften Ausgabenkonsolidierung, die auf Nachhaltigkeit setzt, und ordnungspolitischer Gradlinigkeit werden wir dieses Vertrauen der Bürger in die Wachstumskräfte Deutschlands weiter festigen”, so Brüderle.

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