Im Süd-Irak hat der Krieg schon begonnen

-bti-o.-Berlin 04.11.02 – Sie starten vom US-Flugzeugträger Abraham Lincoln und fliegen “Scheinangriffe” (mock strikes) gegen Bodenziele im Süd-Irak. Das amerikanische Marineflieger-Geschwader unterstützt die Überwachungsoperationen der US-britischen Luftwaffe- und Marineeinheiten, die auf Anordnung der Vereinten Nationen aus dem Jahrer 1991, die Flugverbotszonen im Norden und im Süden des Iraks kontrollieren und überwachen. So soll verhindert werden, dass die irakische Luftwaffe die Schiiten im Süden und die Kurden im Norden des Irak angreift.

Die amerikanischen F 15 und die britischen Tornados werden immer wieder von der irakischen Flugabwehr ins Visier genommen, was die zwingt, diese Artillerie-und Raketenwaffen “auszuschalten”.Das US-Verteidungsministerium erklärt, es habe seit Mitte September über 130 solcher Interventionen der irakischen Seite gegeben. Pentagon-Chef Donald H. Rumsfeld habe nunmehr die Bomber und Jagdflieder der US-Navy im Persichen Golf autorisiert, ihre Angriffsziele auszuweiten (to attack a broader array of targets), meldet The New York Times.
Sind diese kriegsähnlichen Operationen über rakischem Hoheitsgebiet in Wahrheit keine Scheinangriffe mehr, sondern eindeutig taktische und strategische Vorbereitungen für den Big Bang ?

Die militärischen Übungen der US-britischen Streitmacht im Persischen Golf finden längst unter kriegsähnlichen Bedingungen statt. Auch in London spricht man von einem low-grade war. Die Amerikaner dürfen / sollen nicht nur die irakischen Bodenraketen auszuschalten, die sie unmittelbar bedrohen, sondern auch irakische Militäreinrichtungen wie Kommando-Stützpunkte, Kommunikationszentren , Radarstationen, aber auch ehemalige Flugplätze angreifen.- Im Falle eines Ausbruchs von tatsächlichen Feindseligkeiten sollen diese kriegeswichtigen Einrichtungen offensichtlich bereits zerstört sein, falls es zu militärischen Aktionen kommt.

Washington D.C. setzt – vor allem nach der Weigerung Saudi-Arabiens, Bomber-Einsätze von ihrem Boden aus zu fliegen – voll auf die eigene US- Navy Battle Group – das heißt auf ihre Flugzeugträger, von wo aus sie ihre Bomber in die Schlacht schicken können, ohne auf politische Bedenken Rücksicht nehmen zu müssen. Bisher haben Quatar ,Kuwait und Djibouti die Stationierung von US-Flug- und Marinebasen sowie von Kampftruppen erlaubt.

Die Vorbereitungen für eine militärische Operation der USA im Irak laufen auf vollen Touren. Neben der “Lincoln”, die supermoderne Hornets- und VFA-115 Jagdflieger-Staffeln an Bord hat, werden in zwei Wochen zusätzlich die Flugzeugträger “The Constellation”, “The George Washington” und “Harry S. Truman” in den Persichen Golf verlegt. Wenn der Irak nicht einlenkt, könnte im Januar 2003 der 2.Irak-Krieg ausbrechen – mit und ohne UNO-Mandat. Aber Saddam Hussein wird sich zunächst dem internationalen Mega-Druck beugen müssen.

(bti-o)

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