Im Fokus: Satire

Verbum Peto.—Kurt Tucholsky war ein großer Literat der Pressefreiheit. Wir sollten uns gerade heute daran erinnern, dass diese Freiheit auch  in Deutschland immer wieder gesellschaftlich errungen und durchgesetzt werden musste.

“Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist’, schrieb TUCHOLSKY, der große Literat der Pressefreiheit. “Satire” – so KT – “rennt gegen die Ungerechtigkeit an. Deshalb muss Politik, müssen wir alle, die Freiheit der Meinung und des Lachens ebenso wie die Freiheit des Glaubens und alle anderen Freiheitsrechte verteidigen.

Zu einer offenen Gesellschaft zählt, dass wir Meinungsverschiedenheiten aushalten und uns immer wieder aufs Neue um das Zusammenspiel aller Grundfreiheiten ringen. Und zwar mit demokratischen Mitteln. Gewalt ist der Feind von Demokratie.”

Satire und Parodie  sollen angreifen, verhöhnen und bloßstellen, sogar so weit, dass die Grenze zwischen Wahrheit und Ungeheuerlichkeit verschwimmt. Beliebte Zielscheiben sind immer Politik und Religion. Es ist eine lange Tradition, humorvoll zu kritisieren und Vertreter politischer und religiöser Institutionen und Bewegungen auch zu verspotten. Aber nicht mit Fäkaliensprache zu beleidigen und zu entwürdigen.

Nachwort: Der Neo-Magazine-Royale-Moderator war und ist kein Tucholsky, der ein mutiger Provokateur war. ER tauchte nicht ab, sondern stellte sich  der Kritik.

KT: “Sie dachten, sie seien an der Macht, dabei waren sie nur an der Regierung.” “Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.”

 

Der in Berlin-Moabit am 09.01.1890 geborene Tucholsky starb am 21.12.1935 in Götegorg/Schweden. Als Grabspruch hatte er sich gewünscht: “Hier ruht ein Goldenes Herz und eine Eiserne Schnauze.”   Seine Freunde aber gravierten aus Goethes Faust: Alles Vergängliche Ist Nur Ein Gleichnis” in seinen Grabstein.

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