IfW-Prognose: +2,2 %

GiNN-BerlinKontor.—Die Konjunkturforscher des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sehen durch die Ausgaben für Flüchtlinge nur kurzfristig einen stimulierenden Effekt auf die Zuwachsrate des BIPs und heben ihre Prognose für 2016 daher von +2,1 % auf +2,2 % an. Für 2015 und 2017 erwarten die Forscher unverändert Expansionsraten von +1,8 bzw. +2,3 %.
„Treibende Kraft hinter dem Aufschwung ist nach wie vor der starke private Konsum und eine anziehende Investitionstätigkeit“, so Stefan KOOTHS, Leiter des IfW-Prognosezentrums. „Hohe Einkommenszuwächse aufgrund der günstigen Arbeitsmarktentwicklung sorgen hier für die stärkste Zunahme seit 15 Jahren, dazu kommen temporäre Faktoren, die die Kaufkraft erhöhen, wie niedrige Ölpreise, Rentenerhöhungen und Steuersenkungen.“
Der günstige konjunkturelle Ausblick für Deutschland steht im Widerspruch zur aktuell recht schwachen Entwicklung der Industrieproduktion. Ein Grund hierfür ist, dass der derzeitige Aufschwung stärker als frühere Aufschwünge von binnenwirtschaftlichen Antriebskräften getragen wird und sich dadurch stärker im Dienstleistungssektor bemerkbar macht.
Der deutsche Außenhandel bleibt laut Prognose trotz eines enttäuschenden dritten Quartals auf Expansionskurs. „Die schwache Entwicklung im dritten Quartal dürfte nur vorübergehender Natur gewesen sein, nicht zuletzt durch die erneute Abwertung des Euro rechnen wir damit, dass die Ausfuhren zum Jahresende erneut anziehen“, so Kooths. Gleiches gilt für die Investitionen, die laut Prognose nach einer Flaute im Sommerhalbjahr durch die nach wie vor günstigen Rahmenbedingungen (niedrige Zinsen, hohe Einkommenszuwächse, günstige Haushaltlage, sich bessernde Absatz- und Ertragsaussichten im In- und Ausland) wieder Fahrt aufnehmen. Der private Wohnungsbau wird bedarfs- wie finanzierungsbedingt weiter kräftig zulegen.
Inflation nimmt zu, Arbeitslosigkeit nicht weiter ab, Flüchtlinge erhöhen nur nach und nach das Arbeitskräftepotenzial
Für das Verbraucherpreisniveau gehen die Forscher im laufenden Jahr aufgrund der gesunkenen Ölpreise kaum von Veränderungen aus. Mit Auslaufen des preisdämpfenden Ölpreiseffekts erwarten sie in den kommenden Jahren aber einen deutlichen Anstieg mit Raten von 1,2 % (2016) und 1,8 % (2017).
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich kaum noch fort. Zwar nimmt die Erwerbstätigkeit in den kommenden beiden Jahren weiter kräftig zu. Gleichzeitig steigt jedoch das Arbeitskräftepotenzial wegen der Zuwanderung aus der EU und der hohen Flüchtlingsmigration nach und nach. Weil die Flüchtlinge durch zahlreiche anhängige Asylverfahren nur langsam am Arbeitsmarkt ankommen und zudem während arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen, wie z.B. Integrationskursen, nicht als arbeitslos gezählt werden, gehen von ihnen erst mit einiger Verzögerung Effekte auf die Arbeitslosenquote aus. Nach Berechnungen des IfW steigt das Erwerbspersonenpotenzial durch die Flüchtlinge aber spürbar, bis 2017 um insgesamt 470.000 Personen. (Quelle: ifw-kiel.de)

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