IfW: Deutschland nahe der Vollbeschäftigung

GiNN-BerlinKontor.–-Die konjunkturelle Erholung ist in Deutschland mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten in diesem Jahr wieder “normal ausgelastet” sind. Im kommenden Jahr nimmt die Kapazitätsauslastung weiter zu, auch wenn das Tempo der Expansion etwas nachlassen wird, so das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW).  In der ersten Hälfte des laufenden Jahres erwartet das IfW  “eine leicht beschleunigte Produktionsausweitung, weil “witterungsbedingte Ausfälle nachgeholt werden und die zuletzt etwas schwächere Investitionstätigkeit wieder anziehen dürfte.”  Für das Gesamtjahr prognostiziert das IfW einen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,8 %.
Weiter teilt das IfW mit, verwendungsseitig werde der anhaltende Aufschwung in diesem Jahr zu zwei Dritteln von der Binnennachfrage getragen. Insbesondere die private Investitionsnachfrage bleibe deutlich aufwärts gerichtet. Im nächsten Jahr dürfte die Wirtschaftsleistung um 1,6 % zulegen. Das Tempo verlangsame sich jedoch, weil die expansiven Impulse aus dem Export etwas schwächer würden.
Die Beschäftigungsentwicklung bleibe im gesamten Prog­nose­zeitraum  “aufwärts gerichtet – wenn auch mit nachlassender Dynamik”, sagt das IfW voraus.  Mit Arbeitslosen­quoten von 7,1 % in diesem und 6,7 % im nächsten Jahr  “nähert sich Deutschland der Vollbeschäftigung.”
Die jahresdurchschnittliche Inflationsrate dürfte laut IfW im kommenden Jahr mit 2 % niedriger ausfallen als in diesem Jahr, für das ein Verbraucher­preisanstieg von 2,2 % erwartet wird.  In der Entwicklung der Lohnstückkosten, die im Verlauf des Prognosezeitraums  “spürbar anziehen dürften”. sei aber “eine binnenwirtschaftlich verankerte Tendenz zu einer steigenden Teuerungsrate angelegt.”

Auch die Konjunktur im Euroraum sei aufwärtsgerichtet,  so das IfW. Die Erholung verlaufe jedoch nur schleppend. “Insbesondere die angesichts der Schuldenlasten in einigen Mitgliedsländern unausweichliche Konsolidierungspolitik dürfte spürbar dämpfen.”
Während einige Mitgliedsländer einen kräftigen Aufschwung erlebten, bestünden in einigen Ländern der Peripherie rezessive Tendenzen. “Abgesehen von der schweren Rezession in Griechenland sind die jüngst zu verzeichnenden Unterschiede in den Produktions­entwicklung allerdings nicht ungewöhnlich groß für die Währungsunion.”
Weiter erklärt das IfW, der zeitweise Anstieg von Preisen für Energieträger treibe die Inflation, die im Durchschnitt des laufenden Jahres über der 2 Prozentmarke liegen dürfte. Im kommenden Jahr sei wegen mehrerer Basiseffekte mit einer niedrigeren Inflationsrate zu rechnen. Angesichts der gestiegenen Inflation stehe die Europäische Zentralbank vor der Zinswende. Die EZB werde den Leitzins bis Ende 2012 auf voraussichtlich 2,5 % anheben”, so das Institut für Weltwirtschaft in Kiel.

Der Aufschwung der Weltwirtschaft habe sich generell in den vergangenen Monaten wieder beschleunigt, notiert das IfW. Allerdings lasse eine Reihe von Faktoren erwarten, dass die weltwirtschaftliche Dynamik im Verlauf dieses Jahres wieder an Schwung verliert. In den Schwellenländern ergäben sich aus der kräftigen Konjunktur  “Stabilitätsgefahren, denen die Regierungen mit restriktiven Maßnahmen entgegen treten”. In den fortgeschritten Volkswirtschaften wirkten Konsolidierungsmaßnahmen der Finanzpolitik dämpfend – zum Teil werde auch der Expansionsgrad der Geldpolitik verringert. Kurzfristig dürfte der Anstieg der Ölpreise die weltwirtschaftliche Expansion merklich bremsen. Alles in allem rechnet das IfW mit einem Anstieg der Weltproduktion im laufenden Jahr von 4,3 %. (Quelle: IfW-Medieninformation)

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