Holocaust – Gedenktag

GiNN-BerlinKontor.–Am 27.01. wird bundesweit mit Veranstaltungen der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Der Holocaust-Gedenktag ist in Deutschland seit 1996 ein gesetzlich verankerter Gedenktag. Damit wird zugleich an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 erinnert.

Im Deutschen Bundestag hält der russische Schriftsteller Daniil GRANIN (95) die Gedenkrede. Er kämpfte als Freiwilliger im Zweiten Weltkrieg und überlebte die Blockade von Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg, durch die deutsche Wehrmacht.

Granin, der als Soldat in vorderster Front gekämpft hatte, sagte im Bundestag. “Ich konnte es den Deutschen sehr lange nicht verzeihen, dass sie 900 Tage lang Zivilisten vernichtet haben, und zwar auf die qualvollste und unmenschlichste Art und Weise getötet haben, indem sie den Krieg nicht mit der Waffe in der Hand führten, sondern für die Menschen in der Stadt Bedingungen schufen, unter denen man nicht überleben konnte. Sie vernichteten Menschen, die sich nicht zur Wehr setzen konnten.”

Elf Jahre nach Kriegsende kam Granin erstmals nach Deutschland. “Im Grunde besuchte ich den ehemaligen Feind, den ehemaligen Todfeind. Der schmerzende Zorn war noch da, die Wunden noch offen.” Später habe er Freunde in Deutschland gefunden. “Die Aussöhnung war für mich keine leichte Sache. Mir war klar, dass Hass ein Gefühl ist, das in eine Sackgasse führt. Hass hat keine Zukunft, er ist kontraproduktiv. Mir war klar, dass man vergeben können muss, aber auch nichts vergessen darf”, so Granin in seiner bewegenden Rede.(Quelle: bundestag.de)

Zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ erklärte der CDU-Generalsekretär Peter TAUBER: “Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz durch alliierte Soldaten befreit. Die nationalsozialistische Schreckensherrschaft näherte sich damit ihrem Ende. Millionen Menschen haben in den zwölf Jahren der braunen Diktatur ihr Leben verloren. Jedes einzelne dieser Opfer bedeutet ein einzigartiges, unverzichtbares und kostbares Menschenleben, das brutal beendet wurde. Nicht nur für die Angehörigen und Freunde war dies ein Verlust. Auch für unser Land und seine demokratischen Ideale ging mit jeder furchtbaren Tat und jedem Übergriff ein Stück Menschlichkeit verloren – so wie jeder Versuch zu helfen, ein wenig Menschlichkeit zurückbrachte. Wir dürfen die Opfer des Nationalsozialismus daher niemals vergessen. (Quellen: rbb/cdu.de)

Vor 70 Jahren endete die Blockade Leningrads. Bundespräsident Joachim GAUCK bezeichnete in einem Schreiben an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Wladimirowitsch PUTIN,  die Einkesselung der Stadt durch deutsche Truppen als ein  „besonders schreckliches Geschehen“ des Zweiten Weltkriegs.

Gauck schrieb: „Ich kann nur mit tiefer Trauer und mit Scham an den Vernichtungskrieg Nazi-Deutschlands gegen die Sowjetunion denken“  Die Einkesselung Leningrads sei Teil der „verbrecherischen Kriegsführung“ gewesen, „welche die nationalsozialistische Führung gerade im Kampf gegen die Sowjetunion ganz bewusst betrieb”.

Der Deutsche Bundestag  - so Gauck an Putin . widme in diesem Jahr seine Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar auch der Erinnerung an die Toten und Traumatisierten der Belagerung von Leningrad.

“Deutschland ist sich seiner geschichtlichen Verantwortung für das Leid, das den Einwohnern Leningrads angetan wurde und für die brutale Kriegsführung seiner Soldaten, Einsatzgruppen und SS-Formationen bewusst. Ich sage Ihnen und Ihrem Volk: Wir teilen den Schmerz um die Opfer und wir fühlen mit den Überlebenden, die bis heute unter den Folgen des Krieges leiden.

Der Zweite Weltkrieg hat tiefe Wunden im Verhältnis zwischen unseren Ländern hinterlassen. Es bleibt unsere Aufgabe, die Erinnerung an das Leid, das Deutsche Russen angetan haben, wachzuhalten. Doch diese Erinnerungen helfen uns auch, jeden Schritt der deutsch-russischen Versöhnung besonders hoch einzuschätzen. Hochherzigen und großmütigen Menschen haben wir zu verdanken, dass wir uns wieder in die Augen schauen und mit guten Absichten begegnen können.” (Quelle: bundespraesident.de)

Die Belagerung der Stadt durch deutsche  und finnische Truppen dauerte vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944. Nach Schätzungen verloren über eine Millionen Menschen ihr Leben. Die meisten dieser Opfer verhungerten.

 

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