HDB:Arbeitsmarkt im Bausektor

GiNN-BerlinKontor.—Während die Bauwirtschaft bei den gewerblichen Fachkräften vor erheblichen demografischen Problemen steht, zeichnet sich beim Bauingenieurnachwuchs eine Entspannung der Lage ab. Der Branchenbericht „Der Arbeitsmarkt im Bausektor“, den der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) gemeinsam mit dem Institut für Arbeits­markt- und Berufsforschung (IAB) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum dritten Mal erstellt hat, weist für 2011 mit 17.500 Studien­anfängern im Bauingenieurwesen einen neuen Höchststand aus. Damit hat das Bau­ingenieurwesen im Vergleich aller Studiengänge die stärksten Zuwachsraten zwischen 2006 und 2011 zu verzeichnen. „Hier zeigt sich, dass der Bau als Arbeitgeber nach wie vor attraktiv ist. Das Schaffen bleibender Werte zieht auch bei der Generation Facebook“, kommentierte der Hauptgeschäftsführer des HDB, Michael KNIPPER.

Diese Entwicklung schlägt sich laut Branchenbericht mittlerweile auch in den Absolventenzahlen nieder. Nach einem Tiefpunkt mit 4.800 Absolventen im Jahr 2008 ging es stetig bergauf. 2011 verließen bereits 6.000 Absolventen mit einem erfolgreich abgeschlossenen Bauingenieurstudium die Hoch­schulen. 43 % schlossen ihr Studium mit einem Bachelor-Abschluss ab. Laut Absolventenbefragungen planen jedoch viele Bachelor-Absolventen einen unmittelbaren Anschluss des Master-Studiums. Somit stehen noch nicht alle Absolventen unmittelbar dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Allerdings liegt die Abbruchquote im Studienfach Bauingenieurwesen überwiegend über dem Durchschnitt aller Studiengänge. Knipper: „Wir sehen hier die Schulen in der Pflicht, die Jugendlichen besser auf ein naturwissenschaftlich-technisches Studium vorzubereiten. Insbesondere die sogenannten MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, müssen wieder einen höheren Stellenwert bekommen“.

Im gewerblichen Bereich hat sich zwar laut Branchenbericht die Situation seit 2005 bei 1,7 Millionen Beschäftigten in Bauberufen stabilisiert, aber 2011 waren bereits über die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über 40 Jahre alt, ein Viertel der Beschäftigten gar über 50. Gleichzeitig sind allein in Westdeutschland 2012 insgesamt 14.000 Fachkräfte in Rente gegan­gen und deutschlandweit nur 12.000 Auszubildende nachgerückt. Das waren rund 1,7 % weniger als noch im Vorjahr. „Der Rückgang der neu geschlossenen Ausbildungsverträge macht deutlich, dass es für die Unternehmen oftmals schwierig ist, geeignete Jugendliche für die Ausbildung zu gewinnen. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und die abnehmen­den Schulabgängerzahlen wird sich dieses Problem in Zukunft noch ver­schärfen“, so Knippers Einschätzung. „Aber wir setzen dem Trend ein attrak­tives Ausbildungssystem mit vielen Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung und einer guten Bezahlung entgegen. Darüber hinaus wollen wir in Zukunft auch Jugendlichen eine Chance geben, die – aus welchen Gründen auch immer – ohne Schulabschluss geblieben sind oder als nicht ausbildungsreif gelten“, erklärte Knipper. (Quelle: bauindustrie.de)

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