Hartz IV-Falle: “Wenn Arbeit nicht mehr lohnt”

GiNN-BerlinKontor.—”Viele Bezieher des Arbeitslosengelds II haben kaum Anreize, eine Vollzeitbeschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt anzustreben. Für sie sinddie Abstände zwischen der ALG II-Zahlung und dem möglichen Einkommen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung nach wie vor sehr gering”, heisst es in einer gemeinsamen Studie des Kieler Institutes für Wirtschaftsforschung (IfW) und dem Institut für quantitative Marktforschung analytix.

Die Autoren der Studie – Alfred Boss, Klaus Schrader und Björn Christensen – weisen darauf hin, dass diesen Arbeitslosen  “eine reguläre Arbeit nicht lohnenswert erscheint”.
Insbesondere für Haushalte mit Kindern und einem Alleinverdiener, der nur eine geringe Qualifikation aufweist, seien die Lohnabstände problematisch.

Vorgestellt werden Handlungsoptionen, durch die der Lohnabstand erhöhtund Anreize zur Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung geschaffen werden könn­ten.  Den Ausstieg aus dem ALG II könnte ein Bündel von Maßnahmen erleichtern: Eine Erhöhung des Kindergelds, der Ausbau einer erschwinglichen Kinderbetreuung sowie die Förderung der Qualifikation und Mobilität von ALG II-Beziehern, so die Studie.  Weiter heisst es: Da erhebliche finanzielle Lasten aus der Umsetzung dieser Maßnahmen resultieren würden, wären Kürzungen an anderer Stelle unvermeidlich. Darüber hinaus sollte das vorhandene Sanktionsinstrumenta­rium effektiv eingesetzt werden.

Die Rendite einer solchen Politik besteht in einer auf Dauer geringeren Inanspruchnahme der Grundsicherung und anderer Transferleistungen. Die Autoren warnen vor einer politi­schen Strategie, die sich mit der Integration von ALG II-Beziehern in Formen geringfügiger Beschäftigung zufrieden gibt. Die Langzeitarbeitslosigkeit würde so zu einem Dauerproblem mit hohen sozialen Kosten.

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