GiNN-BerlinKontor.—-Gregor Florian GYSI (60), seit 2005 gemeinsam mit Ex-SPD-Chef Oskar LAFONTAINE Fraktionsvorsitzender der Partei DIE LINKE im Deutschen Bundestag, von 1989 bis 1993 Vorsitzender der SED-PDS, hält eine “Wiedervereinigung” seiner Partei mit der SPD nur für möglich, wenn sich die SPD “resozialdemokratisiert”. Wenn sie so bleibe wie sie jetzt “macht sie sich überflüssig – eine zweite UNION braucht kein Mensch”. Bis zur Vereinigung vom SPD und Linkspartei – so Gysi in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (05.09.) - müsse die LINKE “auf die SPD nur ein paar Schritte zugehen, die SPD aber auf uns ein paar Kilometer – erst dann kann man über eine rot-rote Zusammenarbeit auch im Bund nachdenken.”
Der Diplomaten-Sohn – sein Vater war DDR-Botschafter und DDR-Kultusminister – Gregor Gysi, dessen Urgroßmutter dem russischen Hochadel entstammt, führt heute die gesamtdeutsche Linkspartei, die er selbst so umschreibt: “Eine gute Mischung aus ehemaligen Sozialdemokraten, ehemaligen Grünen, auch einige von der Deutschen Kommuistischen Partei und K-Gruppen.” K-Gruppen – das sind kommunistische Kaderorganisationen wie Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML und Maoisten.
Gysi feiert seine Partei als “eine Kraft links von der Sozialdemokratie, die als Korrekturfaktor stärker wird und stärker funktioniert.” Nach 1949 habe eine linke Partei in der alten Bundesrepublik “noch nie einen Stellenwert von über 5 % wie heute”, freut sich Gysi.. “Wir sind endlich eine Linke in ganz Deutschland” und “Wir sind ein Störfaktor im Bundestag”. Für Gysi ist DIE LINKE nun auch im Westen der Republik angekommen und er stellt freudig erregt fest: “Es doch schon erstaunlich, dass wir mittlerweile ein solcher Faktor sind, dass sich sogar die FAZ mit uns unterhält.”
Gysi geht davon aus, dass die SPD bei der Bundestagswahl am 27. September “einen auf die Mütze kriegt”. Nach zwei Jahren erneute Große Koalition werde es dann aber in der SPD zu einer “Rebellion” kommen und die “Resozialdemokratisierung einsetzen”, weiss Gysi.