Guttenberg – läuft er sich warm?

GiNN-BerlinKontor.-ad rem —Laut Umfragen ist er der beliebteste Politiker in Deutschland. Laut Astrologie versucht der redegewandte  “Schütze-Geborene” (05.12.1971)  sich trotz seiner Jugend “den nötigen Ernst zu verleihen, den man als Staatsmann benötigt. Er legt die Hände nicht in den Schoß,  wenn Widerstände bei der Umsätzung von Interessen ausgeräumt werden müssen”. Weiter heisst es,  sein Naturell sei  “grundsätzlich optimistisch, offen, fair und wahrheitsliebend” und er setzt sich ein für Familie, für seine Partei und für soziale Belange. Laut Umfrage wollen vier von zehn Deutschen, dass er einmal deutscher Bundeskanzler wird. Die Medien fragen: Läuft er sich bereits warm für noch höhere Posten?  Das fragt zum Beispiel n-tv – und meint den Bundesverteidigungsminister und Ex-Wirtschaftsminister  Dr. Karl-Theodor FREIHERR ZU GUTTENBERG (CSU).

Laut BUNTE können sich 50 % der FDP-Wähler den bayerischen Baron, den seine Freunde “KT” nennen, als Regierungschef vorstellen, bei den Grünen 47 % und selbst bei den Sozialdemokraten sehen  27 % den fränkischen Unteroffizier der Reserve als künftigen Regierungschef.  Rund 67 % der Deutschen halten Guttenberg – so EMNID – für glaubwürdig und 69 % für geradlinig. 87 % der Befragten stimmten der Aussage zu, der konservative “Sunny Boy” der UNION  habe “ein gutes Auftreten”.

Der Chef der Jungen Union in Berlin hält Guttenberg dann auch für  “absolut kanzlerfähig” . Für den Jugendverband der CDU/CSU ist Guttenberg sowieso  “die Hoffnung, die für konservative Kräfte einsteht”. Selbst DIE GRÜNEN müssen mit Blick auf die Bundeswehrreform des CSU-Verteidigungsminister zugeben, dass Guttenberg  “am Ende doch das gelingt, was er sagt” – gemeint ist das “Einfrieren” der Wehrpflicht.   Auch Peter STRUCK (SPD), von 2002 bis 2005 Verteidigungsminister – sieht in Guttenberg die  “kommende Führungsfigur”  im konservativ-liberalen Lager. Struck argwöhnt, dass Guttenberg sein Ministeramt  “als Sprunbrett für anderes missbraucht” und das sei “nicht in Ordnung”, grübelt der Sozialdemokrat im Ruhestand in der Illustrierten BUNTE.

Guttenberg versteht es geschickt, auf mehreren Bällen zu tanzen.  So ist auch ihm nicht entgangen, dass die Sarrazin-Debatte mehr  “Fans” hervorgebracht hat, als Kritikaster.  So warnt er angesichts der  “berechtigten Kritik” an Thilo Sarrazins Thesen, sie all “zu leicht abzutun”. Bestehende Probleme in einer Gesellschaft müssten “offen ansprochen und aufgegriffen” werden. Gleichzeitig setzt er sich ab von  “jenen Scharlatane, die dieser Tage herumturnen”, und meint den islamkritischen Chef der niederländischen “Freiheitspartei” Geert WILDERS. In Europa schlage die Stunde solcher Rechtspopulisten  “relativ schnell und relativ gewaltig”, meint KT und erntet tosenden Beifall bei der Jungen Union.

Dort macht er sich auch lustig über die Oppositionsphrasen, die immerzu mahnen, “die Wähler mitzunehmen”. Dazu sagt Guttenberg: “Jemanden ‘mitnehmen’ finde ich einen der schlimmsten Ausdrücke in der Politik überhaupt, das klingt wie mitschleifen.”  Er dagegen  will “mehr Leidenschaft” im politischen Werben:  “Das ist, was wir uns am meisten im politischen Geschäft wünschen, dass etwas mehr Leidenschaft erkennbar ist”, so zu Guttenberg. Und dann knallt er hinterher: “Wer gestalten will, braucht die Fähigkeit zu führen” – und jeder unter den Zuhörern beim Politabend der Jungen Union in Berlin weiß, wer gemeint ist.  “Führung” bedeute aber auch  “unbequeme Wahrheiten aussprechen, in eine Richtung  weisen und sie durchsetzen “. Basta!  So habe er durchgesetzt, dass man den “Konflikt” in Afghanistan das nennt was er ist – nämlich “Krieg”.

Zu Guttenberg hat längst ausgemacht, wer der Hauptgegner auf dem politischen Schlachtfeld  sein wird – DIE GRÜNEN. Er attackiert die einstige Öko-Partei, deren derzeitige Umfragewerte “nicht gerechtfertigt” seien. Die  “strickenden Oberförster” (Konrad Weiß)  zeichneten sich nur durch Proteste “mit bebender Unterlippe der Empörung“ aus. In der Regierungsverantwortung würden die Grünen jedoch  “stets versagen”.  Übrigens: Der ehemalige Bündnis 90/Die Grünen-Abgeordnete Weiß hatte über seine Partei”freunde”  schon 1991 gelästert: „Ich mag diese strickenden Oberförster nicht, die politisch so irreale Forderungen stellen, daß man mit ihnen auch nie eine Regierung machen könnte.”

Guttenberg hatte sich wohl die  neue CSU-Sprachregelung über “Grünes Versagen und grüne Inkompetenz” im BAYERNKURIER abgerufen, darin hiess es nämlich, Die Grünen seien weder regierungsfähig noch mehrheitsfähig: “Die Palette ihrer Themen ist und bleibt zu klein und hält den Realitäten des Alltags nicht stand. Schulreform in Hamburg – gescheitert. Einwände der Natur- und Denkmalschützer gegen Windparks – gar nicht erst zur Kenntnis genommen. Endlagerung von Atommüll oder Sanierung des Gesundheitswesens – in sieben Regierungsjahren kein Schritt voran. Mit der Bundeswehr hinein nach Afghanistan – und heute nicht schnell genug wieder heraus. Und so weiter…Am eklatantesten ist jetzt das Versagen in der Verkehrspolitik. Wer der Umwelt zuliebe den Schienenverkehr zu fördern verlangt, der kann gleichzeitig nicht gegen neue Geleise und Bahnhöfe sein – der verrät seine inneren Widersprüche, Inkompetenz, Unzuverlässigkeit. Der gibt den Heizer auf der E-Lok, muss sich den Vorwurf der Technologiefeindlichkeit gefallen lassen, schadet dem Industriestandort Deutschland, gefährdet Arbeitsplätze. Und wenn er noch auf die Barrikaden geht, wenn alle Instanzen zugestimmt haben, dann stellt er auch sein Verhältnis zum Rechtsstaat in Frage. Führungsfähig ist solch eine Partei nicht und für Regierungsverantwortung untauglich.”

Wie dem auch sei: über den  rasanten “Zulauf bei Guttenbergs öffentlichen Veranstaltungen”  notierte DER SPIEGEL nahezu entzückt und von der KT-Sympathiewelle offensichtlich mitgerissen:  “Bei kaum einem Unionspolitiker sind die Säle und Zelte so voll wie beim Baron aus Oberfranken. Und keinem Unionspolitiker gelingt es derzeit besser, ein Lebensgefühl zu verkörpern, in dem sich eine konservative Ausstrahlung mit reformerischem Eifer verbindet. Guttenberg hat eine Imagebildung hinter sich, die es so seit langem nicht mehr gegeben hat.”  Gut und zutreffend beobachtet.

Der FOCUS weist darauf hin, dass Guttenberg “international parkettsicher” ist und “fließend Englisch spricht”. Wer kann das schon im Merkel-Kabinett?  Der Jurist Guttenberg – übrigens ein Cousin des deutschen “Oscar”-Gewinners Filmemacher  Florian  Henckel VON DONNERSMARK – berherrscht den Flügel wie ein Berufspianist , er ist “Herrenreiter” ( Wehner) und fährt Ski wie ein Olympia-Ass. Ein  Bilderbuch-Kandidat also – wissen nicht nur die Wahlkampfstrategen der gebeutelten CDU/CSU. Freude von KT sagen: “Let him alone. He stands by”. Das “Apo-Gekrächze aus der Gruft”  (Focus) amüsiert ihn nur. Guttenberg weiss, dass die Opposition mit ihrer “entarteten Agitation nund Demagogie” beim Wähler á la long keinen Stich machen wird – er ist “jetzt schon gelangweilt”. Auch seine bildhübsche und intelligente Frau Stephanie – eine Urenkelin des “Eisernen Kanzlers” Otto VON BISMACK – ist mit “Herz und mit Hand” als 1.Sekundantin stets an der Seite ihres Mannes – auf dem Weg nach ganz oben!?

-ps

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