Grillo vs Steinbrück

GiNN-BerlinKontor.—Die Empörung über die Kommentierung des SPD-Kanzlerkandidaten Peer STEINBRÜCK zur Italien-Wahl hält an. Steinbrück hatte nach dem erfolgreichen Abschneiden von Ex-Ministerpräsident Silvio BERLUSCONI, und des Spitzenkandidaten der “Bewegung 5 Sterne”, Beppo GRLLO, erklärt: ”Bis zu einem gewissen Grad bin ich entsetzt, dass in Italien zwei Clowns gewonnen haben. Einer davon ist der Berufs-Komiker Grillo, der andere definitiv ein Clown mit einem besonderen Testosteron-Schub”

Grillo sagte der BILD am SONNTAG (02.03.), Peer Steinbrück habe “sich benommen wie ein Flegel”. Der SPD-Kanzlerkandidat habe all die Italiener beleidigt, die seine Partei gewählt hätten, so Grillo. Dies gelte auch für die Anhänger Berlusconis.

Der Chef des Zirkus Roncalli, Bernhard PAUL, sagte laut FAZ , ein Zirkusclown sei kein Depp. Ein Clown übe einen “ehrenwerten, ganz schwierigen, sensiblen, künstlerischen Beruf aus.“ Der Clown sei “ein Mensch, der in der Tradition der Commedia dell’ Arte die Menschen zum Lachen bringt, ohne sie dabei zu einem Opfer zu machen. Es ist ein pazifistischer Beruf – denn wer lache, sei nicht mehr in der Lage, Böses zu tun.”

Die SPD verteidigte ihren Kanzlerkandidaten und ließ über die SÜDDEUTSCHE ZETUNG mitteilen: “Das, was Berlusconi über Jahre betrieben hat, steht für die Zerstörung jeglicher politischen Kultur”. Mit dem Wort ‘Clown’ sei  ”Berlusconi noch gut bedient.”

Die  SPD-Generalsekretärin Andrea NAHLES erklärte, Peer Steinbrück habe einfach ausgesprochen, was er denkt.  ”Clown” sei “das mildeste, was mir persönlich zu Berlusconi in diesem Zusammenhang einfällt”, so Nahles.

Die Gewerkschaft der Clowns empörte sich: “Wir Clowns können uns sehr gut mit der tollpatschigen Art des SPD-Kandidaten identifizieren, die dazu führt, dass er in jedes nur mögliche Fettnäpfchen tritt. Aber der Vergleich unserer Zunft mit einem korrupten, notgeilen Politikern wie Berlusconi ist einfach nur grotesk. Wir dürfen nicht riskieren, dass Clowns zum Gespött der Leute werden.”

Die NÜRNBERGER ZEITUNG kommentierte:  ”Fest steht, es war eine demokratische Wahl (in Italien) , deren Ausgang eben nicht nur von einem Peer Steinbrück durch den Kakao gezogen worden ist, sondern auch vom Kanzlerkandidaten der zweitgrößten Partei Deutschlands. Ein Mann also, der – zumindest theoretisch, – noch in diesem Jahr das Land regieren könnte.” (nz)

Als italienischer Ministerpräsident – so Beppo GRILLO – würde er sich dafür einsetzen, dass Italien die eigenen Staatsanleihen von Frankreich und Deutschland  ”zurückkauft und den Zinssatz neu verhandelt”. In Wahrheit sei “Italien doch längst verloren”.

Grillo in der BamS: “In einem Jahr werden wir kein Geld mehr haben, um Renten und Löhne der Angestellten im öffentlichen Dienst zu bezahlen. Da gibt es nicht mehr viel zu retten. (“In un anno non avremo più soldi per pagare le pensioni e gli stipendi dei dipendenti pubblici. Non c’è più molto da salvare”).

Bundesfinanzminister Wolfgang SCHÄUBLE (CDU) rechnet dagegen  nicht mit einem baldigen Kollaps des politischen Systems in Italien. Im ARD-Bericht aus Berlin” sagte er: “Italien hat sich immer wieder fähig erwiesen, auch aus komplizierten Wahlergebnissen regierungsfähige Mehrheiten zu bilden.”

Beppo Grillo versicherte in dem BamS-Interview, er sei “überzeugter Europäer”. Er sei aber für Online-Abstimmungen zum EUR0: “Ich will ein geeintes Europa, das modern ist, eine einheitliche Sprache spricht und nicht elf verschiedene wie im europäischen Parlament.”

Grillo wörtlich: “Sono un convinto europeo. Sono per una votazione on-line sull’euro, voglio un’Europa unita che sia moderna, parli una lingua comune e non undici diverse come nel Parlamento europeo” (BamS/corriere.it/spd.de/arriva.de/spd.de/ard))

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