Griechenlands Kreditwürdigkeit ist “Schrott”"

GiNN-BerlinKontor.— Die griechische Schuldenkrise weitet sich aus. Nach Moody’s hat nun auch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P)  Griechenlands Kreditwürdigkeit auf BB+ und damit auf  “Junk”  herabgesetzt – das bedeutet   “Schrott”,  “Müll” ,”Schund”, “Ramsch”,oder “Plunder”. Das heißt:  S&P spricht den Griechen die Fähigkeit zur Refinanzierung aus eigener Kraft ab. Anleihen mit Ratings unterhalb von BBB werden als Junk-Bonds oder High-Yield-Bonds bezeichnet. Sie bieten einerseits sehr hohe Zinszahlungen, andererseits ist die Ausfallquote höher. Fällt eine Anleihe aus, ist ein Totalverlust des eingesetzten Geldes möglich.
Standard and Poor’s Corporation (S&P) ist eine Tochtergesellschaft von McGraw-Hill. Sie bewertet und analysiert  z.B. die Bonität von Unternehmen und Gesellschaften  auf Basis von Aktien und Anleihen. Bekannt geworden ist das Unternehmen durch den S&P 500 Aktienindex der amerikanischen Börsen.

Auch die Kreditwürdigkeit Portugals und Spaniens wurde von S&P herabgestuft. Viele Anleger flüchten aus Staatsanleihen ider drei Länder. Börsenindizes wie auch der Deutsche Aktienindex DAX reagierten zunächst mit deutlichen Kursverlusten.  Der Euro-Dollar-Kurs stürzte mit 1,31 in ein Jahrestief ab. Ende 2009 lag er noch bei 1,51.

Griechenland muss bis zum 19. Mai  2010 Milliarden-Anleihen zurückzahlen. Jetzt müssen die EU-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) handeln, wenn  der EURO wieder stabilisiert  werden soll.

Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique STRAUSS-KAHN, sowie der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude TRICHET konferierten am 28.04. in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela MERKEL und Bundesfinanzminister Wolfgang SCHÄUBLE .

Der Chef des Münchner Ifo-Institutes, Hans-Werner SINN, glaubt nicht, dass Griechenland Finanzhilfen an Deutschland jemals zurückzahlen könnte.  Die sozialistische Regierung in Athen werde letztlich nicht in der Lage sein, den verlangten harten Sparkurs zu fahren, so der ifo-Chef. Auf politischem Wege werde dann mit von den Griechen und der anderen problematischen Länder ein Schuldenerlass von Deutschland verlangt.

Deutsche Banken sollen angeblich über € 30 Milliarden an Griechenland ausgeliehen haben. Vor allem die Hypo Real Estate-Bank soll “kräftig mitgemischt” haben.

Die Euro-Länder wollen – wenn Griechenland strenge Auflagen erfüllt – allein im Jahr 2010 bis zu € 30 Milliarden Kredite bzw. Bürgschaften zur Verfügung stellen.  Deutschland, selbst hoch verschuldet – soll €  8,4 Milliarden übernehmen. Der IWF ist bereit, zunächst € 15 Milliarden beizusteuern. Athen braucht bis spätestens 19. Mai 2010  mindestens € 9  Milliarden , um Anleihen termingerecht zu bedienen. Grünen-Fraktionschef im Deutschen Bundestag, Jürgen TRITTIN, sprach von  “bis zu € 120 Milliarden”, der Bundeswirtschaftsminister sogar von € 135 Milliarden.. Unter Hinweis auch auf Portugal wird jetzt vor der  “Gefahr eines Lawineneffektes” gewarnt.

Portugal wies die Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit durch die Ratingagenturen energisch zurück.  Finanzminister Fernando Teixeira DOS SAQNTOS erklärte in Lissabon, seine Regierung werde – “wie in der Vergangenheit”-  das Nötige tun, um das Defizit zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit der portugiesischen Wirtschaft wieder zu stärken. Portugals Finanzminister verbat sich den Vergleich mit Griechenland.

EU-Ratspräsident Herman VAN ROMPUY kündigte einen Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurogruppe an. Das Treffen wird vermutlich am 10. Mai  stattfinden. Die Staats- und Regierungschefs würden dann – in Absprache mit der EU-Kommission, der EZB und dem IWF – über die Auszahlung der von Griechenland beantragten Finanzhilfen entscheiden. Die Beratungen über die Freigabe der Finanzhilfen seien “auf gutem Wege”, so Rompuy.

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