Griechenland und Bayern

GiNN-BerlinKontor.—Bundesaußenminister Guido WESTERWELLE (FDP) hat scharf kritisiert, das Bayerns Finanzminister Markus SÖDER (CSU) gefordet hat, an Griechenland müsse “ein Exempel statuiert werden”. Dieser Satz sei “grässlich mißlungen”, so Westerwelle. “Überlegen Sie mal, wie das umgekehrt bei uns in Deutschland ankommen würde. Wir wären gekränkt und verletzt. Mit solcher Wortwahl erreicht man das Gegenteil von dem, was man in der Sache berechtigterweise anmahnt, nämlich dass die Reformen in Griechenland tatsächlich umgesetzt werden müssen.”

Weiter sagte Westerwelle, es gebe kaum ein Bundesland in Deutschland, dessen wirtschaftliches Schicksal so eng verknüpft ist mit Europa wie das exportstarke Bayern. “Es richtet sich also auch gegen bayerische Interessen, Europa zu zerreden”, mahnte Westerwelle in .BILD am SONNTAG (12.08.).

“Mir ist es wichtig, dass wir im Ton verbindlich bleiben. Aber in der Sache müssen wir klar sein: Ein substanzielles Abweichen von den Reformvereinbarungen kann es nicht geben.”. Das Schicksal Griechenlands liege jetzt in Athen. “Wir haben Vereinbarungen getroffen, die helfen, aber Griechenland muss im Gegenzug auch erhebliche Reformanstrengungen erfüllen. Und ich bitte die griechische Regierung, dieses auch mit großem Ernst, Nachdruck und Zuverlässigkeit anzupacken und fortzusetzen”. Es müsse nun “beherzt und schnell” gehandelt werden.

Die Arbeitslosenquote in Griechenland soll über 23 % liegen, meldet die griechische Zeitung TA NEA. Immer mehr Griechen arbeiteten in Deutschland, wo im Mai 117 744 Griechen registriert waren, Im Mai 2011 seien es nur 107.245 Griechen gewesen. In den Jahren zwischen 2008 und bis zum ersten Halbjahr 2010 sei die Zahl stetig gesunken und unter die 100.000-Marke gefallen.  Täglich verlören etwa 1.000 Personen ihre Arbeit. Bei den Jugendlichen seien mittlerweise fast 50 % ohne Job.

Die griechischen Koalitionsregierung streitet über die Zahl der Entlassung von staatlichen Angestellten und über eine so genannte Arbeitsreserve. Diese sieht vor, dass Staatsdiener in den Status einer Art Frühpensionierung versetzt werden. Gegen diese Maßnahmen sprachen sich die Vorsitzenden der PASOK Evangelos Venizelos und der Demokratischen Linken Fotis Kouvelis aus. Finanzminister Jannis Stournaras wollte diese Alternative hingegen offen halten, berichtet die Griechenland-Zeitung.

Athen muss entsprechend den Forderungen der “Troika” – Europäische Kommission, Europäische Zentralbank und Iternationaler Währungsfonds – für die Jahre 2013 und 2014 Sparmaßnahmen in Höhe von € 11,5 Mrd. stemmen.. Noch in diesem Jahr müssen 15.000 und bis 2015 insgesamt 150.000 Stellen im öffentlichen Dienst abgebaut werden. Die Regierung scheint jedoch  immer noch zögerlich,mehr Beamte zu entlassen. (Quellen:ta nea/griechenland-ztg)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>