Geld für Raubkunstsuche

GiNN-BerlinKontor.–- Monika GRÜTTERS (CDU),  Kulturstaatsministerin im  Bundeskanzleramt, will stärker gegen Raubkunst vorgehen. Dafür sollten die Bundesmittel verdoppelt werden. Grütters sagte bei der Vorstellung ihres Arbeitsprogramms in Berlin: “Ich finde es schlicht unerträglich, dass sich immer noch Nazi-Raubkunst in deutschen Museen befindet.” Sie will ein Zentrum für die Suche nach NS-Raubkunst schaffen.

Die bisherigen Stellen zur Klärung der Herkunft umstrittener Bilder (“Provenienzforschung”) leisteten – so Grütters – „hervorragende Arbeit“, es fehle aber ein erkennbarer Ansprechpartner.

“Darum sollen die Aktivitäten von Bund, Ländern und Kommunen in den Bereichen Provenienzforschung und Restitution, also auch tatsächliche Rückgabe, gebündelt und nachhaltig ausgebaut werden”, so Grütters. Sie habe bereits entsprechende Gespräche mit den Bundesländern aufgenommen. (Quelle: bundesregierung.de)

Zur Erinnerung: Im März 2012 hatte bereits der Zivilsenat des Bundesgerichtshofs entschieden, dass der Eigentümer ein durch nationalsozialistisches Unrecht entzogenen Kunstwerk vom heutigen Besitzer herausverlangt werden kann, wenn das Kunstwerk nach dem Krieg verschollen war und deshalb nicht nach den Vorschriften des alliierten Rückerstattungsrechts zurückverlangt werde konnte.

Die Entscheidung betraf die kulturhistorisch wertvolle Plakatsammlung des jüdischen Zahnarztes  Hans SACHS,  die sich im Besitz des Deutschen Historischen Museums befindet.

Das “Reichspropagandaministerium”  beschlagnahmte die Sammlung 1938 in der Wohnung von Dr. Sachs in Berlin-Schöneberg.  Sachs emigrierte Ende 1938 in die USA. Nach dem Krieg war die Sammlung verschollen. Für ihren Verlust bekam  Sachs 1961 “im Vergleichsweg eine Wiedergutmachungszahlung von 225.000 DM  (Bundesrückerstattungsgesetz).  Teile der Sammlung sollen später in einem Museum der DDR aufgetaucht sein, berichteten seine Erben. (GiNN)

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