Gefährliche Sicherheitslage in Afghanistan

GiNN-BerlinKontor.–Nach 9 Jahren “Krieg in Afghanistan” und kurz vor Beginn der großen Konferenz in Kabul hat NATO-Generalsekretär Anders Fogh RASMUSSEB erklärt, die internationale Gemeinschaft habe das Ausmaß der Herausforderung und des militärischen Einsatzes am Hindukusch  von Anfang an unterschätzt.  Es könne nicht mehr bestritten werden, dass es  “nach neun Jahren internationalen Engagements  auf schmerzvolle Weise deutlich geworden ist, dass der Preis, den wir zahlen müssen, viel höher ist als erwartet – insbesondere angesichts all der getöteten internationalen und afghanischen Soldaten”,  sagte Rasmussen dem Hamburger Abendblatt.  Der ehemalige Außenminister Afghanistans und jetzige Sicherheitsberater des afghanischen Präsidenten Hamid KARZAI,  Rangin Dadfar SPANTA, nannte die  Sicherheitslage in und um Afghanistan  in einem ARD-Interview “schlimmer denn je” . Ein Abzugsdatum für die ISAF-Truppen sei jedoch das “falsche Signal”.

Der NATO-Generalsekretär Rasmussen  rechnet mit  “steigenden Opferzahlen” an der Afghanistan-Front.   Die künftigen Militäroffensiven im Zentralgebiet der Taliban würden “unweigerlich zu heftigeren Gefechten führen”.  Aber diese militärischen Operationen  seien von enormer politischer Bedeutung. Sie trügen dazu bei, “die Taliban sowohl politisch als auch militärisch zu schwächen.”

Bei der am 20. Juli in Kabul beginnenden Afghanistan-Konferenz soll – so Rasmussen -  “ein klarer Weg erarbeitet werden für den Übergang zu afghanischer Verantwortung und Teilhabe”.  Es werde ein  “Meilenstein sein in dem Prozess, durch den die Afghanen endlich Herr im eigenen Haus werden.” Rasmussen weiter:  “Selbst wenn unsere Truppen in eine unterstützende Rolle wechseln, wird Afghanistan die ständige Unterstützung der internationalen Gemeinschaft benötigen – einschließlich die der NATO.” Die NATO sollte mit der afghanischen Regierung eine Übereinkunft über eine langfristige Zusammenarbeit treffen, forderte Rasmussen. Eine solche Partnerschaft werde Afghanistan noch mehr Selbstvertrauen geben.

Bundesaußenminister Guido WESTERWELLE (FDP), der an der Kabuler Konferenz teilnimmmt, begrüßte im rbb-inforadio, dass nun auch die Nachbarstaaten an der Konferenz  beteiligt seien. Zwar hätten die Länder alle unterschiedliche Interessen, er habe aber den Eindruck: “alle haben ein gemeinsames Interesse, nämlich dass der Terrorismus in Afghanistan keine neue Chance bekommt, und man wird sie alle brauchen, wenn man in Afghanistan erfolgreich sein möchte.”

Die FAZ schreibt: “Pakistan und die afghanischen Bürgerkriegsparteien bereiten sich auf den Beginn des angekündigten amerikanischen Abzugs vor. Westliche Nachrichtendienste und militärische Stäbe, aber auch europäische Regierungen rechnen für Afghanistan nur noch mit einer „fragilen Stabilität“ in Jahresfrist, wenn die ersten amerikanischen Verbände ausgedünnt oder abgezogen werden sollen. Wie lange eine solche relative Stabilität im größeren Teil des Landes danach halten wird, ist die offene Frage.”

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