Gebremstes Wachstumstempo in USA

GiNN-BerlinKontor.—Die US-Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo gedrosselt. Nach Mitteilung des US-Handelsministeriums stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP)  von April bis Juni mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von lediglich 1,6 %. In früheren Schätzungen war mit 2,4 % ein weit höherer Zuwachs erwartet worden. Wie es heißt, bremste vor allem der US-Außenhandel das Wachstum. Zwar wächst die amerikanische Wirtschaft seit über einem Jahr wieder, aber immer noch nicht überwundene Probleme am Immobilienmarkt und die über 9 %ige Arbeitslosigkeit verlagsamen die Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft. Im Juli 2010 lag die US-Arbeitslosenquote bei 9,5 %. Laut U.S. Bureau of Labor Statistics sind derzeit fast 15 Millionen in USA arbeitslos. In jüngsten Prognosen wird erst für Ende 2011 von einer 8,9 %-Quote ausgegangen.  Ein weiteres Warnzeichen: Die Zahl der US-Neubauverkäufe  war  im Juli 2010 erneut rückläufig. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, sank die Zahl der verkauften Neubauten gegenüber dem Vormonat um 12,4% auf einen saisonbereinigten Jahreswert von 276.000. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Datenreihe 1963.

Die Wirtschaft in USA war kraftvoll ins Jahr 2010 gestartet: Im ersten Quartal legte das BIP nach den gemeldeten Daten um 3,7 %. zu. Die noch immer nicht ausgestandene Immobilienkrise, aber auch die Konsumzurückhaltung der Amerikaner bremsten jedoch die Erholung. Dennoch gehen Experten nicht von einem Rückfall in die Rezessioin aus. Die Erholung wird vielmehr langsamer und schmerzvoller sein :”The recovery is going to be slower and more painful than we originally expected.”

Auch der Chef der Federal Reserve (Fed), Ben S. BERNANKE, rechnet nach wie vor mit einer nachhaltigen Erholung der Wirtschaft  – aber erst in der zweiten Hälfte des Jahres, wenn auch mit gedrosselter Geschwindigkeit (“growth would likely continue in the second half of this year, albeit at a relatively modest pace.”). Nach seiner Einschätzung sind die wirtschaftlichen Aussichten der USA immer noch unsicher und die US- Wirtschaft bleibe “verwundbar”, sollten unerwartete Entwicklungen eintreten.   Bernanke, der eine Deflation wie in Japan  (Japanese-style deflation) nicht befürchtet,  konferierte auch mit dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB, mit der Führung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank.

Der Fed-Chef kündigte weitere  “unkonventionelle Maßnahmen” an,  wenn sich der Wachstumsausblick signifikant eintrüben sollte, so Bernanke auf der Notenbankjahreskonferenz in Jackson Hole/Wyoming . Die Federal Reserve werde alles tun, um die konjunkturelle Erholung zu stützen. Er unterstrich, die Fed verfüge über “geeignete Instrumente”. So könne die Fed zum Beispiel eine Niedrigzinsgarantie über einen noch längeren Zeitraum geben.  Bisher sprach er wage von einem “längeren Zeitraum ungewöhnlich niedriger Zinsen”.

Ein Gedanke zu “Gebremstes Wachstumstempo in USA

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