Friedensnobelpreis 2013

GiNN-BerlinKontor.—Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen/ Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons=OPCW ist am 10.12.2013 “für ihren unermüdlichen Einsatz für eine Welt ohne Chemiewaffen” in Oslo mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. “Dies ist das erste Mal, dass der Friedenspreis an eine Organisation geht, die sich aktiv für die Abrüstung als praktische und andauernde Realität einsetzt”, betonte der Generaldirektor der Organisation zum Verbot von Chemiewaffen, Ahmet Üzümcü, bei der Verleihung. “Unsere Aufgabe ist es, Chemiewaffen für immer Geschichte werden zu lassen – eine Aufgabe, die wir in stiller Entschlossenheit ausgeführt haben.”

Der Friedensnobelpreis ist der einzige der Nobelpreise, der an Alfred Nobels Todestag – dem 10. Dezember – in Oslo überreicht wird. Alle anderen Auszeichnungen – für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Wirtschaftswissenschaft – verleiht Schwedens König Carl XVI. Gustaf am selben Tag in Stockholm. Im vergangenen Jahr hatte die EUROPÄISCHE UNION (EU) den mit rund € 900. 000 dotierten Friedensnobelpreis erhalten.

Alfred Bernhard NOBEL (1833 -1896) war Entdecker/Erfinder des Sprengstoffs „Dynamit“. Ihm wurden insgesamt 355 Patente zugesprochen. Der Chemiker und Ingenieur Nobel hatte in seinem Testament verfügt, daß die öffentlichen Auszeichnungen für besondere Verdienste auf den Gebieten der Friedenshaltung, der Wissenschaften und der Kultur multinational vergeben werden: “Es ist mein ausdrücklicher Wunsch, dass bei der Preisverteilung keine Rücksicht auf die Zugehörigkeit irgendeiner Nation genommen wird, sobald der würdigste den Preis erhält – ob er nun Skandinavier ist oder nicht.”

Nobels “dynamisches, gigantisches Zinskapital” solltes erst dann zur Verteilung kommen, wenn sein “Tod unwiderruflich festgestellt” sei. Nobel in seinem Testament: “Ich ordne als meinen ausdrücklichen Wunsch und Willen an, daß mir nach meinem Tode die Pulsadern geöffnet werden und daß – nachdem dies geschehen und von kompetenten Ärzten deutliche Anzeichen des Todes festgestellt worden sind – meine Leiche in einem sogenannten Krematorium verbrannt wird”

Es war der deutsche Diktator Adolf Hitler, der die Auszeichnung des deutschen Journalisten von Carl VON OSSIETZKY mit dem Friedensnobelpreis im Jahr 1936 als “unerhörte Provokation” bezeichnete, weil Ossietzky unter anderem als Chefredakteur der polit-satirischen WELTBÜHNE über “geheime Rüstungsaufträge der Reichswehr” berichtet hatte. Er wurde deswegen 1931 zu 18 Monaten Gefängnis im KZ Papenburg verurteilt. Carl von Ossietzky starb 1938 an den gesundheitlichen Folgen der KZ-Haft.

Hitler hatte damals in Oslo durch seinen Außenminister Konstantin von Neurath gegen die Verleihung des Friedens-Nobel-Preises an Carl von Ossietzky “scharfen Protest” eingelegt. Dies sei – so Hitler – “eine bewußte und beleidigende Herausforderung Deutschlands.” Am 31. Januar 1937 erließ die deutsche Reichsregierung in Berlin eine Verordnung, die – als “Konkurrenzunternehmen” zu dem Nobel-Preis – eine “Stiftung Deutscher Nationalpreis” einführte. Hitlers Begründung: “…Um für alle Zukunft beschämenden Vorgängen vorzubeugen”. Die Annahme eines Nobel-Preises wurde – “für alle Zukunft Deutschen untersagt.”

Nach der Auszeichnung von Ossietzky 1936 erhielt Hitler sogar Schützenhilfe von den Nachkommen Nobels. In Stockholm ließen Hajlmar Nobel, Ludwig, Nobel und Ingeborg Rodderstobbe-Nobel mitteilen: “Wir mißbilligen nach unserer Einstellung die Zuteilung des Friedens-Nobel-Preises an den von deutschen Gerichten wegen Landesverrates rechtskräftig verurteilten Carl von Ossietzky auf das Schärfste und sind der Auffassung, daß diese Zuteilung sich mit den Absichten des Stifters, einen Preis für Männer (!) auszusetzen, die sich um den Frieden in der Welt verdient gemacht haben, nicht vereinbaren läßt. 29.11.1936 zu Stockholm.”

Diese Reaktion zeigt, wie sehr die Menschen in den dreißiger Jahren – selbst im neutralen Schweden – vom Ungeist der Nazis intoxikiert waren. Richtig ist jedoch, dass Friedens-Nobel-Preise wohl nicht immer an Frauen und Männer “im Sinne des Stifters Nobel” verliehen wurden. (Quellen:/ard/history channel 1)

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