Flüchtlingekosten: € 55 Mrd?

GiNN-BerlinKontor.—-”Der Zustrom an Flüchtlingen wird in den nächsten Jahren die öffentlichen Haushalte erheblich belasten. Im günstigsten Fall betragen die jährlichen Kosten rund € 25 Milliarden , im teuersten Szenario langfristig sogar €  55 jährlich”, so  das Kieler  Institut für Wirtschaftsforschung (IfW).  Dies sei  das Ergebnis einer Simulation zur Schätzung der Flüchtlingskosten, die Forscher des IfW im Rahmen der aktuellen Konjunkturprognose, das  am 14. Dezember veröffentlich wird, vorgestellt haben.
„Insgesamt sind die Schätzungen natürlich mit großen Unsicherheiten behaftet, insbesondere was die Anzahl der ankommenden Flüchtlinge betrifft und die Geschwindigkeit, mit der sie sich in den Arbeitsmarkt integrieren“, so Matthias LÜCKE, Senior Researcher am IfW und Experte für Armutsminderung und Entwicklung. Selbst im ungünstigsten Fall bleiben die Kosten in der Schätzung aber unter 2 % des BIP. „Die Finanzpolitik steht angesichts der zusätzlichen Ausgaben vor der größten Herausforderung seit der Wiedervereinigung. Die Kosten bleiben im Verhältnis zur Wirtschaftskraft Deutschlands aber beherrschbar“, so Lücke.
Für den günstigsten Fall nehmen die Forscher an, dass der Flüchtlingsstrom stark zurückgeht und ab 2018 nur noch 360.000 Flüchtlinge jährlich nach Deutschland kommen. Die Kosten würden dann dauerhaft rund € 25 Milliarden  jährlich betragen. „Angesichts der Situation in Syrien und den Krisenländern Irak, Afghanistan und Pakistan ist allerdings kaum mit einer entscheidenden Verbesserung der Lage zu rechnen. Eine vorausschauende öffentliche Finanzplanung sollte daher mit der Möglichkeit eines dauerhaft hohen Flüchtlingszustroms rechnen“, so Lücke. Kämen bis 2020 weiterhin 1 Million Flüchtlinge jährlich nach Deutschland, würden die Kosten bis 2022 auf € 55 Mrd. jährlich steigen.
Bei ihren Berechnungen gehen die Forscher davon aus, dass 30 % der Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückkehren und 70 %  dauerhaft in Deutschland bleiben, 20 % aber nur als Geduldete, die sich daher nur sehr langsam in den Arbeitsmarkt integrieren können. Die jährlichen Kosten pro Flüchtling schätzen die Forscher  analog zum Deutschen Städtetag auf € 13.000. Dieser Betrag enthält die individuellen Ausgaben sowie Ausgaben für Verwaltung und teilweise für Investitionen wie Bau oder Herrichtung von Unterkünften.
Zur Senkung der Kosten empfehlen die Forscher höhere Ausgaben für eine schnellere Integration in den Arbeitsmarkt. Eine zusätzliche Förderung von jährlich € 1.000  pro Flüchtling hätte zwar zunächst höhere Kosten zur Folge, würde sich jedoch nach wenigen Jahren auch bei einer nur geringfügig schnelleren Arbeitsmarktintegration auszahlen. Bezogen auf das günstigste Szenario würden die Kosten dann von € 25 Mrd.  auf knapp € 22 Mrd. jährlich sinken, so das IfW. (Quelle.ifw-kiel.de)

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