Flüchtlinge: Bis zu € 25 Mrd?

:GiNN-BerlinKontor.—Michael KNIPPER, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), sagte im deutschen Wirtschaftsmagazin BILANZ zum Schaden für die deutsche Wirtschaft durch die Flüchtlingswelle: “Wir sollten aufpassen, dass uns die Flüchtlingswelle nicht wirtschaftlich zurückwirft. Wir dürfen nicht an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.” Und:  “Die Grundkosten für eine Million Flüchtlinge schätzen wir  auf € 20 bis € 25 Milliarden pro Jahr^.”

Knipper: “Flüchtlinge werden per se unser Nachwuchsproblem nicht lösen, schließlich handelt es sich nicht um eine geregelte Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften. Im Gegenteil. Auch wenn es für eine fundierte Beurteilung noch zu früh ist es gibt derzeit noch keine verlässlichen Daten zur Qualifizierung der Flüchtlinge können wir davon ausgehen, dass circa 80 % der Flüchtlinge über keinen Berufsabschluss nach unserem Verständnis verfügen.”

Zur gegenwärtigen Stimmung in der Öffentlichkeit und in der Wirtschaft sagte Knipper:

“Die Euphorie ist weg. Wenn ich ökonomisch argumentiere, dann muss ich sagen: Wir stehen in Deutschland vor einer großen Digitalisierungswelle Stichwort Industrie 4.0. Die führt dazu, dass sich die Wertschöpfungsketten neu verzahnen. Die Folge: wir brauchen weniger Arbeitsplätze für Geringqualifizierte. Schon vor diesem Hintergrund wird es unserer Wirtschaft schwer fallen, die Vielzahl der überwiegend gering qualifizierten Flüchtlinge aufzunehmen.”

Der Bauindustrie-Lobbyist sagte zur “Integration und Qualifikation” der Flüchtlinge, abgesehen von den Sprachproblemen, die eine Integration in den Arbeitsmarkt behindern, müsse man zunächst durch geeignete Verfahren feststellen, über welche Kompetenzen die Flüchtlinge verfügen. Berufserfahrung würden die meisten mitbringen, “aber inwieweit sie vergleichbar mit einer Tätigkeit in Deutschland ist, müssen wir testen”, so Knipper.

Unter Hinweis auf die “enormen kulturellen Unterschiede betonte Knipprr, diese stellten eine “nicht zu unterschätzende Herausforderung dar”. Die habe zur Folge, “dass wir diese Menschen nur integrieren können, wenn es eine öffentliche Förderung gibt. Da das Thema Mindestlohn tabuisiert wird, sage ich jetzt schon voraus, dass die Bundesregierung deshalb einen öffentlich geförderten Beschäftigungsmarkt für Flüchtlinge schaffen wird. Das wird uns eine schöne” ökonomische Debatte um Wettbewerbsverzerrung bescheren”, sagte Knipper voraus.

Eine Integration in Ausbildung oder Arbeit sei möglich – so Knipper – und dafürgebe es positive Beispiele.Dies sei aber in der Regel nur mit Unterstützung zahlreicher Akteure möglich. “Am vielversprechendsten ist sicherlich die Integration der Kinder beziehungsweise Jugendlichen im Schulalter, eine zahlenmäßig sehr starke Gruppe. Wenn es den Schulen gelingt, Flüchtlinge möglichst schnell in unser Bildungssystem zu integrieren, sind die Weichen zumindest richtig gestellt”, unterstrich Knipper.

Zur Flüchtlingspolitik der Bunfeskanzlerin Angela MERKEL sagte der HDB-Hauptgeschäftsführer: “Europa hatte mit Schengen und Dublin ein Rechtssystem geschaffen, das als Einheit gesehen werden muss. Offene Grenzen in Europa Arbeitnehmerfreizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit sind ein hohes Gut. Sie waren aber mit dem Dublin-Prinzip verknüpft, dass für die Aufnahme von Flüchtlingen das EU-Land zuständig ist, in denen Flüchtlinge zuerst ankommen. Frau Merkel hat mit diesem System aus Menschlichkeit gebrochen.” Dies sei “gesinnungsethisch” wohl nachvollziehbar. Ob es aber auch “verantwortungsethisch” richtig sei, , wage er zu bezweifeln, sagte Knipper der BILANZ.

“Jetzt haben wir einen rechtlosen Zustand. Die Menschrn spüren, dass die Politik die Kontrolle über die Lage verloren hat. Europa steht am Scheideweg, wenn es nicht schnell eine Lösung gibt. Das ist eine große Sorge, die alle Europäer beunruhigen muss. Wir müssen unsere EU-Außengrenzen sichern und dazu die europäische Grenzschutzagentur Frontex mit mehr Kompetenzen ausstatten. Die Mitgliedsländer der EU müssen sich endlich auf Kontingente einigen, damit sich die Flüchtlinge über ganz Europa verteilen.”

Knipper warnte vor weiteren unkontrollierten Flüchlingströme, die ja auch erhebliche Kosten zur Folge hätten. Die Gesamtlasten einer Integration seien viel höher als befristete Grenzkontrollen. Die tatsächlichen Integrationskosten würden vielhöher sein, als die aktuell geschätzten Grundkosten für eine Million Flüchtlinge von € 12 Milliarden. Knipper: “Wir schätzen diese aktuell auf € 20 bis € 25 Milliarden pro Jahr.”

 

 

Hinweis: Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hatte bereits im Dezember 2015 geschätzt, dass die Flüchtlingskrise “selbst im günstigsten Fall” Kosten von € 25 Milliarden  jährlich verursache. Im teuersten Szenario rechnen die Forscher langfristig mit € 55 Milliarden, so t-online-news.

Knipper in BILANZ: “Viele haben keinen Mut. Wir sagen nicht mehr, was wir denken. Wir tun nicht mehr, was wir sagen. Gleichzeitig beklagen wir uns über den Verlust an Glaubwürdigkeit.” (Quelle: bauindustrie.de)

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