“Finanzsystem weltweit widerstandsfähiger machen”

GiNN-BerlinKontor.—Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel WEBER, hat erneut eine “dringend gebotenen Neuordnung des Finanzsystems” angemahnt. Angesichts des globalen Charakters der Krise und der internationalen Vernetzung der Finanzmärkte gelte es nun, nicht nur einzelne Banken oder das nationale Bankwesen, sondern das gesamte Finanzsystem  “weltweit widerstandsfähiger”  zu machen. Erforderlich sei daher eine international breite und konsistente Umsetzung von Reformen. In der G20 Gruppe würden entsprechend die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zusammenarbeiten. Nur so liessen sich Wettbewerbsverzerrungen durch ein internationales Regulierungsgefälle oder gar Lücken in der Regulierung, die zu neuen Stabilitätsrisiken führen, vermeiden, betonte Weber.

Inhaltlich – so der Bundesbank-Präsident – gehe es im Rahmen der mikroprudenziellen Regulierung darum, “die Wahrscheinlichkeit des Zusammenbruchs einzelner Banken zu verringern, so dass mit Blick auf Systemkrisen bildlich gesprochen der erste Dominostein gar nicht erst umfällt.”

Weber führte weiter aus. in einer Marktwirtschaft sei es jedoch nie möglich, das Scheitern eines Kreditinstituts gänzlich auszuschließen, “zumal die Möglichkeit eines solchen geordneten Scheiterns eine wichtige Disziplinierungs- und Lenkungsfunktion hat”. Benötigt werde daher eine zweite Verteidigungslinie: Auf makroprudenzieller Ebene müsse “verhindert werden, dass ein gleichwohl eintretender Zusammenbruch einer Bank zur Bedrohung für das Gesamtsystem wird”, so Weber.

Der Bundesbank-Präsident unterstrich,  die Einführung von staatlichen Restrukturierungs- und Abwicklungsmechanismen sei unverzichtbarer Bestandteil der Reformmaßnahmen, um insolvenzbedrohte systemrelevante Institute gegebenenfalls rasch sanieren oder abwickeln und damit Systemkrisen zeitnah und effektiv bekämpfen zu können.

Gerade wegen der gebotenen Systemsicht reichten die Reformbemühungen noch über das Bankensystem hinaus und umfassten beispielsweise ebenso den Handel mit Derivaten durch die Einrichtung zentraler Gegenparteien oder regulierter Börsenplattformen zu Lasten des wenig transparenten OTC-Handels, die Bilanzierungsvorschriften oder das Geschäft der Ratingagenturen, wo die Erhöhung der Transparenz ebenfalls ein wichtiges Anliegen sei.

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